Titelkarte: Was sind Backlinks? – Grundlagen, Linkship

Was sind Backlinks? Der Grundlagen-Guide 2026: Wirkung, Arten, Bewertung

Kaum ein SEO-Begriff wird so oft benutzt und so selten sauber erklärt wie „Backlink“. Für die einen ist er eine Währung, die man kauft. Für die anderen ein Relikt aus den 2000ern. Beides ist falsch – und beide Fehleinschätzungen kosten Budget.

Ein Backlink ist zunächst nichts anderes als ein Verweis: Eine fremde Website zeigt auf Ihre. Was daraus wird – ein Rankingfaktor, ein Traffic-Kanal, ein Zitations-Signal für KI-Suchsysteme oder ein Risiko für Ihre Domain – hängt an einer Handvoll Eigenschaften, die man in zwanzig Minuten verstehen kann.

Dieser Guide erklärt genau diese Eigenschaften: wie Linkkraft rechnerisch fließt, was die Attribute nofollow, sponsored und ugc tatsächlich bewirken, warum der Ankertext über Wirkung und Risiko mitentscheidet, welche Linkarten sich lohnen und welche Ihnen 2026 nur noch Geld kosten.

Kurz & knapp

  • Ein Backlink ist ein eingehender Link von einer fremden Domain auf Ihre Website. Links innerhalb der eigenen Domain sind interne Links und zählen nicht als Backlink.
  • Google wertet Links als Empfehlung: Je mehr thematisch passende und selbst gut verlinkte Seiten auf ein Dokument zeigen, desto vertrauenswürdiger gilt es. Diese Grundidee stammt aus dem PageRank-Modell und ist bis heute Teil der Bewertung.
  • Seit 2019 behandelt Google rel="nofollow", rel="sponsored" und rel="ugc" als Hinweise („Hints“), nicht als absolute Anweisung. Ein nofollow-Link ist damit kein wertloser Link mehr, aber auch keine verlässliche Ranking-Investition.
  • Der Ankertext steuert, für welches Thema ein Link zählt. Ein Profil aus überwiegend Marken-, URL- und generischen Ankern mit wenigen Keyword-Ankern wirkt natürlich; ein Profil mit 60 Prozent Money-Ankern ist ein Risikosignal.
  • Qualität schlägt Menge: thematische Nähe, echter Traffic der Quelle, Platzierung im redaktionellen Fließtext und eine überschaubare Zahl ausgehender Links sind aussagekräftiger als jede Drittmetrik wie Domain Rating.
  • Links sind 2026 zusätzlich ein Zitations-Signal für KI-Suche: AI Overviews, ChatGPT und Perplexity ziehen bevorzugt Quellen heran, die im Web breit und thematisch konsistent verlinkt sind.

Was ist ein Backlink? Die Definition

Ein Backlink ist ein Hyperlink, der von einer fremden Domain auf eine Seite Ihrer Domain zeigt. Synonym gebräuchlich sind „eingehender Link“, „Inbound-Link“ oder schlicht „Rückverweis“. Aus Sicht der verlinkenden Seite ist es ein ausgehender Link, aus Ihrer Sicht ein Backlink – es ist derselbe Link, nur aus zwei Blickrichtungen betrachtet.

Technisch besteht so ein Link aus drei Bestandteilen, die für die Bewertung relevant sind: dem Ziel (href), dem sichtbaren Ankertext und optionalen Attributen im rel-Feld. Alle drei tauchen in diesem Guide noch einzeln auf.

Interner Link, externer Link, Backlink

Ein Link von Ihrer Startseite auf Ihre Leistungsseite ist ein interner Link. Er ist für SEO wichtig, aber kein Backlink – Sie können sich nicht selbst empfehlen. Ein Link von Ihrer Website auf eine fremde Seite ist ein ausgehender externer Link. Erst der Link einer fremden Domain auf Ihre Seite ist ein Backlink.

Die Abgrenzung klingt trivial, wird aber in Reportings regelmäßig verwischt. Achten Sie in Tools immer darauf, ob die Kennzahl „Backlinks“ (einzelne Links) oder „verweisende Domains“ (unterschiedliche Quell-Domains) gemeint ist. 400 Backlinks von 6 Domains sind etwas völlig anderes als 400 Backlinks von 320 Domains.

Was als „fremde Domain“ gilt

Fremd heißt: anderer Betreiber, anderes redaktionelles Umfeld, keine wirtschaftliche Verflechtung. Links zwischen Ihren eigenen Projekten – Firmenblog, Tochtermarke, Landingpage-Domain – sind technisch Backlinks, werden von Suchmaschinen aber als das erkannt, was sie sind: Selbstauskunft. Sie sind nicht schädlich, tragen aber wenig bei.

Warum Google Links als Empfehlung wertet

Die Grundidee stammt aus dem PageRank-Modell, mit dem Google Ende der 1990er gestartet ist. Sie lautet: Ein Link ist eine freiwillige Empfehlung. Wer viele Empfehlungen erhält, ist vermutlich relevant. Und wichtiger noch: Eine Empfehlung von einer Seite, die selbst viele Empfehlungen erhält, wiegt schwerer als eine von einer Seite, die niemand kennt.

Dieses Modell ist rekursiv – der Wert einer Seite hängt vom Wert der Seiten ab, die auf sie zeigen. Genau deshalb funktioniert ein einzelner Link von einer starken Fachpublikation anders als hundert Links aus Linkverzeichnissen, auf die niemand verweist.

Rechenbeispiel: Wie sich Linkkraft verteilt

Das folgende Beispiel ist eine bewusste Vereinfachung. Googles reales System ist deutlich komplexer und arbeitet mit vielen zusätzlichen Signalen. Als mentales Modell erklärt es aber zuverlässig, warum manche Links wirken und andere nicht.

Nehmen wir an, ein redaktioneller Artikel in einem Fachmagazin trägt 100 Einheiten „Linkkraft“. Ein Teil davon geht auf dem Weg verloren – im klassischen Modell wird mit einem Dämpfungsfaktor von rund 0,85 gerechnet. Der Rest verteilt sich gleichmäßig auf alle ausgehenden Links des Artikels.

  • Fall A – schlanker Artikel mit 5 ausgehenden Links: 100 × 0,85 ÷ 5 = 17 Einheiten pro Link. Ihre Zielseite bekommt 17 Einheiten. Das ist ein Link, der sich messbar bemerkbar macht.
  • Fall B – Linkliste mit 40 ausgehenden Links: 100 × 0,85 ÷ 40 = rund 2,1 Einheiten pro Link. Dieselbe Quelle, achtmal weniger Wirkung – nur weil sie großzügiger verlinkt.
  • Fall C – schwache Quelle mit 5 Links: Ein Artikel mit 10 Einheiten Ausgangskraft und 5 Links gibt 10 × 0,85 ÷ 5 = 1,7 Einheiten ab. Wenig ausgehende Links helfen nicht, wenn die Quelle selbst niemanden interessiert.

Interessant wird es beim zweiten Schritt. Die 17 Einheiten aus Fall A landen auf Ihrer Landingpage. Wenn diese Seite 10 interne Links trägt, gibt sie 17 × 0,85 ÷ 10 = rund 1,4 Einheiten an jede verlinkte Unterseite weiter. Ein einziger starker Backlink hebt also nicht nur die Zielseite, sondern in abgeschwächter Form Ihre gesamte Sitestruktur – vorausgesetzt, die interne Verlinkung leitet die Kraft gezielt weiter statt sie über 80 Footer-Links zu zerstäuben.

Unsere Empfehlung: Prüfen Sie vor jedem Linkkauf und vor jeder Gastbeitrags-Platzierung, wie viele ausgehende Links die Zielseite trägt. Ein Beitrag mit drei externen Verweisen ist bei gleichem Preis um ein Vielfaches wertvoller als eine Linksammlung mit dreißig.

Linkkraft-Trichter Ausgehende Links Zielseite Interne Links
Vereinfachtes Modell: Jede Weitergabestufe verliert Kraft, und je mehr ausgehende Links eine Seite trägt, desto weniger kommt an.

Dofollow, nofollow, sponsored, ugc: die Link-Attribute

Standardmäßig ist jeder Link „dofollow“ – dieses Attribut existiert im HTML gar nicht, es beschreibt lediglich das Fehlen einer Einschränkung. Ein normaler Link im Fließtext gibt Linkkraft weiter, ohne dass jemand etwas dafür tun muss.

Wer diese Weitergabe unterbinden oder einordnen möchte, ergänzt ein rel-Attribut. Drei sind für Linkbuilding relevant:

  • rel="nofollow" – das älteste Attribut, ursprünglich 2005 gegen Kommentarspam eingeführt. Es signalisiert: Für diesen Link möchte ich nicht bürgen.
  • rel="sponsored" – seit 2019 die korrekte Kennzeichnung für bezahlte Links, Werbung, Affiliate-Verweise und gesponserte Beiträge. Google verlangt, dass bezahlte Links entsprechend gekennzeichnet werden.
  • rel="ugc" – für nutzergenerierte Inhalte, also Forenbeiträge, Kommentare und Profilseiten, über deren Inhalt der Seitenbetreiber keine redaktionelle Kontrolle hat.

Der entscheidende Punkt: „Hints“ statt Anweisung

Mit der Einführung von sponsored und ugc im Jahr 2019 hat Google gleichzeitig die Behandlung aller drei Attribute geändert: Sie gelten seither als Hinweise („hints“), die in die Bewertung einfließen, nicht als absolutes Verbot der Verwertung. Google behält sich also vor, einen nofollow-Link trotzdem in die Bewertung einzubeziehen – oder eben nicht.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Ein nofollow-Link von einer großen Tageszeitung ist kein wertloser Link. Er bringt Traffic, Markenbekanntheit, Erwähnung im Umfeld starker Inhalte – und wird in KI-Systemen genauso als Quelle gelesen wie jeder andere Link. Zweitens: Er ist keine planbare Ranking-Investition. Wer für einen Link bezahlt, sollte wissen, ob er ihn als Reichweiten- oder als Ranking-Maßnahme kalkuliert.

Unsere Empfehlung: Verlangen Sie bei bezahlten Platzierungen keine „dofollow-Garantie“ um jeden Preis. Ein sauber gekennzeichneter Link in einem Magazin mit echter Leserschaft ist langfristig mehr wert als ein dofollow-Link aus einem Netzwerk, das ausschließlich für Linkverkauf existiert. Details dazu in unserem Guide zum Backlinks kaufen.

Ankertext: Wofür ein Link zählt

Der Ankertext ist der klickbare Text eines Links. Er ist für Suchmaschinen ein starkes thematisches Signal: Wenn zwanzig Seiten mit dem Text „Edelstahl Lochblech“ auf eine Seite verweisen, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, worum es dort geht. Genau deshalb wurde der Ankertext jahrelang missbraucht – und genau deshalb ist er heute auch ein Risikofaktor.

Die vier Ankertext-Typen

  • Brand-Anker: Der Markenname, etwa „Linkship“ oder „Linkship Magazin“. Der mit Abstand natürlichste Ankertyp – so verlinken Redaktionen, wenn sie über ein Unternehmen schreiben.
  • Money-Anker: Das exakte Zielkeyword, etwa „Backlinks kaufen“. Wirkt am stärksten, ist aber auch das offensichtlichste Manipulationssignal, wenn es gehäuft auftritt.
  • Generische Anker: „hier“, „mehr erfahren“, „in diesem Beitrag“. Tragen kaum thematische Information, machen ein Profil aber glaubwürdig – weil echte Menschen ständig so verlinken.
  • URL-Anker: Die nackte Adresse, etwa „linkship.de/was-sind-backlinks“. Typisch für Quellenangaben, Foren und Zitationen.

Warum das Mischverhältnis zählt

Ein organisch gewachsenes Linkprofil ist unordentlich. Es enthält Markennennungen, halbe Satzfragmente, Tippfehler, nackte URLs und nur vereinzelt exakte Keywords. Wer dagegen 40 Links mit demselben Money-Anker einkauft, erzeugt ein Muster, das sich in jeder Datenbank in Sekunden erkennen lässt.

Als Orientierung aus unseren Projekten: Der Großteil eines gesunden Profils besteht aus Brand-, URL- und generischen Ankern. Money-Anker bleiben die Ausnahme und werden auf verschiedene Formulierungen verteilt – „Lochbleche aus Edelstahl“, „Edelstahl-Lochbleche kaufen“, „Lochblech-Sortiment“ statt fünfzehnmal derselben Phrase. Wichtiger als jede Prozentzahl ist die Frage: Würde eine Redaktion diesen Ankertext freiwillig so setzen?

Die Linkarten im Überblick: Risiko, Aufwand, Wirkung

Nicht jeder Backlink entsteht auf dieselbe Weise. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Linkarten nach Risiko, typischem Aufwand und realistischer Wirkung ein. Die Preisspannen sind übliche Marktwerte im deutschsprachigen Raum und variieren je nach Branche und Reichweite der Quelle erheblich.

LinkartRisikoTypischer Preis / AufwandWirkung
Redaktioneller Link (verdient, ohne Gegenleistung)KeinesKein Media-Budget, aber hoher Content- und PR-Aufwand: oft 15–40 Stunden je PlatzierungSehr hoch, dauerhaft
Gastbeitrag auf FachblogGering; steigt bei Massenproduktion mit identischem Muster150–600 € plus 4–8 Stunden RedaktionMittel bis hoch
Magazin- / Sponsored-PlatzierungGering bis mittel; korrekte Kennzeichnung erforderlich300–2.500 € je nach ReichweiteMittel bis hoch, plus Reichweite und Markenwirkung
BranchenverzeichnisGering, solange thematisch passend0–300 € pro Jahr, geringer AufwandNiedrig; Basisabdeckung, kein Ranking-Hebel
Forum / UGC / KommentareMittel bei systematischem Einsatz0 €, aber hoher Zeitaufwand für echte BeteiligungSehr niedrig als Ranking-Signal; punktuell Traffic
PBN (privates Linknetzwerk)Hoch – klarer Verstoß gegen Googles Link-Spam-Richtlinien50–200 € pro LinkKurzfristig sichtbar, mittelfristig instabil bis schädlich

Zwei Einordnungen dazu. PBNs sind kein Graubereich, sondern ein dokumentierter Richtlinienverstoß – wer sie einsetzt, kalkuliert bewusst mit dem Totalverlust der Rankings. Und Verzeichnisse sind nicht „schlecht“: Ein Eintrag in relevanten Branchenportalen gehört zur Grundausstattung, er trägt nur eben keine Rankings.

Welche Mischung für Ihr Projekt sinnvoll ist, hängt von Budget, Wettbewerb und Zeithorizont ab – wir haben das in Backlinks aufbauen: Strategien ausführlich durchgerechnet.

Wie Sie einen Backlink bewerten: sechs Kriterien

Wenn Ihnen jemand eine Platzierung anbietet, entscheidet nicht der Preis über den Wert, sondern die folgenden sechs Punkte. In dieser Reihenfolge.

1. Thematische Nähe

Ein Link aus einem Fachartikel über Metallverarbeitung auf einen Lochblech-Hersteller ist wertvoller als ein Link von einem Lifestyle-Portal mit dreifachem Domain Rating. Suchmaschinen bewerten Links im Kontext des umgebenden Themas – ein thematisch fremder Link ist bestenfalls neutral.

2. Echter Traffic der Quelle

Eine Domain kann in Toolmetriken glänzen und trotzdem keine zehn Besucher am Tag haben. Prüfen Sie den organischen Traffic der Domain und – wichtiger – der konkreten Zielseite. Eine Seite ohne Rankings und ohne Leser gibt auch nichts weiter.

3. Platzierung im Dokument

Ein Link im redaktionellen Fließtext, umgeben von passendem Kontext, wirkt anders als derselbe Link im Footer, in der Sidebar oder unter „Partner“. Sitewide-Links im Footer erscheinen auf tausenden Seiten und sind genau deshalb ein bekanntes Muster für gekaufte Verlinkung.

4. Anzahl der ausgehenden Links

Siehe das Rechenbeispiel oben: Je mehr Links eine Seite trägt, desto weniger kommt bei Ihnen an. Ein Beitrag mit über zwanzig externen Verweisen ist selten eine gute Investition – unabhängig davon, wie stark die Domain aussieht.

5. Domain Rating und Authority – mit Vorsicht

Domain Rating (Ahrefs), Domain Authority (Moz) oder Domain Power sind Drittmetriken. Sie stammen nicht von Google, sondern sind Schätzungen einzelner Toolanbieter auf Basis ihres eigenen Crawls. Sie sind nützlich, um Größenordnungen zu vergleichen – und sie sind manipulierbar, weil sie fast ausschließlich auf dem Linkprofil basieren.

Konkret bedeutet das: Eine Domain mit DR 62 ohne Traffic, ohne Rankings und mit einem Linkprofil aus 900 Verzeichnissen ist ein aufgeblasener Wert. Nutzen Sie die Metrik als Filter für die Vorauswahl, niemals als Entscheidungsgrundlage.

6. Nachbarschaft und Verkaufsspuren

Sehen Sie sich an, wer sonst noch auf dieser Domain verlinkt wird. Wenn zwischen Ihrem Fachbeitrag Casino-, CBD- und Kredit-Artikel stehen, ist der Charakter der Seite offensichtlich – und der Link wird entsprechend eingeordnet. Ein Blick auf die letzten zwanzig Beiträge sagt mehr als jede Metrik.

Linkqualität-Bewertungsmatrix Domain Rating Umfeld Ausgehende Links Platzierung Echter Traffic Thematische Nähe
Unsere Gewichtung bei der Prüfung einer Platzierung: Drittmetriken wie Domain Rating stehen bewusst ganz unten.

Fünf Fehler, die Einsteiger fast immer machen

  • Links zählen statt Domains. Wer stolz auf 2.000 Backlinks ist, hat oft 40 verweisende Domains und einen Footer-Link, der auf 1.500 Unterseiten ausgespielt wird. Die relevante Kennzahl ist die Zahl unterschiedlicher, thematisch passender Quell-Domains.
  • Alles auf die Startseite. Die Startseite braucht selten Hilfe. Rankings entstehen auf Kategorie- und Ratgeberseiten – genau die bleiben aber meist ohne einen einzigen externen Link, weil sie schwerer zu verlinken sind.
  • Zu viele exakte Ankertexte. Der häufigste selbst verursachte Schaden. Sobald der Money-Anker das häufigste Muster im Profil ist, kippt das Signal von „relevant“ zu „manipuliert“.
  • Alles auf einmal. 60 Links in vier Wochen bei einer Domain, die vorher zwölf hatte, ist kein Wachstum, sondern ein Ausschlag. Verteilen Sie Aufbau über Monate.
  • Kein Ziel definiert. Ohne Antwort auf die Frage „Welche Seite soll für welches Keyword ranken?“ wird Linkbudget zu Streuverlust. Die Zielseite steht vor der Linkquelle fest, nie umgekehrt.

Backlinks und KI-Suche: das Zitations-Signal

2026 endet die Suche nicht mehr bei zehn blauen Links. Google liefert AI Overviews und einen KI-Modus, ChatGPT und Perplexity beantworten Fragen direkt und nennen dabei Quellen. Für Websites verschiebt sich damit das Ziel: Es geht nicht mehr nur um Position 3, sondern darum, in der Antwort als Quelle zitiert zu werden.

Links spielen dabei eine doppelte Rolle. Erstens speisen sich die zitierten Quellen in AI Overviews überwiegend aus dem organischen Index – wer dort nicht sichtbar ist, wird auch nicht zitiert. Zweitens bewerten diese Systeme, ob eine Marke im Web konsistent auftaucht: erwähnt in Fachbeiträgen, verlinkt aus thematisch passenden Quellen, wiedererkennbar über verschiedene Publikationen hinweg.

Damit verschiebt sich auch die Bewertung einzelner Linkarten. Ein nofollow-Link aus einem gelesenen Fachmagazin, der Ihre Marke im Fließtext nennt, ist als Zitations- und Entitätssignal wertvoller geworden – während ein technisch sauberer dofollow-Link aus einer Domain ohne Leserschaft in dieser Logik gar nicht existiert. Wie sich das praktisch nutzen lässt, zeigen wir in Digital PR im Linkbuilding.

Unsere Empfehlung: Bewerten Sie Platzierungen ab sofort nach zwei Kriterien gleichzeitig – klassischer Ranking-Beitrag und Sichtbarkeit als zitierfähige Quelle. Publikationen mit echter Leserschaft erfüllen beides, Linkfarmen keines von beidem.

Häufige Fragen

Wie viele Backlinks braucht eine Website?

Es gibt keine absolute Zahl. Der Bedarf ergibt sich aus dem Wettbewerb: Maßgeblich ist, wie viele thematisch passende verweisende Domains die Seiten haben, die aktuell für Ihr Zielkeyword ranken. In wenig umkämpften B2B-Nischen genügen oft 15 bis 30 gute Domains, in umkämpften Consumer-Märkten liegt die Schwelle um ein Vielfaches höher.

Sind nofollow-Links wertlos?

Nein. Google behandelt nofollow seit 2019 als Hinweis und nicht als absolute Anweisung, kann den Link also durchaus in die Bewertung einbeziehen. Unabhängig davon liefern nofollow-Links Traffic, Markenbekanntheit und Erwähnungen, die für KI-Suchsysteme als Quellensignal zählen. Planbar sind sie als Ranking-Maßnahme trotzdem nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Backlink und interner Verlinkung?

Ein Backlink kommt von einer fremden Domain, ein interner Link verbindet zwei Seiten innerhalb derselben Domain. Backlinks bringen neue Autorität ins Projekt, interne Links verteilen die vorhandene Autorität auf die richtigen Seiten. Beides ist nötig – ein starker Backlink verpufft, wenn die interne Verlinkung ihn nicht weiterleitet.

Wie schnell wirken Backlinks?

Ein Link muss zuerst gecrawlt und indexiert werden, was Tage bis Wochen dauern kann. Bis sich eine Rankingveränderung stabil zeigt, vergehen erfahrungsgemäß acht bis sechzehn Wochen. Wer nach zwei Wochen keine Bewegung sieht, hat kein schlechtes Linkbuilding, sondern zu früh gemessen.

Was ist Linkjuice?

„Linkjuice“ ist der umgangssprachliche Begriff für die Autorität, die ein Link von der verlinkenden auf die verlinkte Seite überträgt. Er beschreibt kein offizielles Google-Konzept, sondern das Modell dahinter: Ein Teil der Kraft geht verloren, der Rest verteilt sich auf alle ausgehenden Links des Dokuments.

Kann ich mit Backlinks meiner Website schaden?

Ja, aber seltener als befürchtet. Googles Systeme ignorieren einen Großteil offensichtlich manipulativer Links inzwischen einfach. Problematisch wird es bei erkennbaren Mustern in Eigenregie – gekaufte Linknetzwerke, massenhaft identische Money-Anker, PBNs. In diesen Fällen steht mit dem Disavow-Tool in der Google Search Console ein offizielles Korrektiv bereit.

Fazit

Backlinks sind kein Zahlenspiel, sondern eine Frage der Herkunft. Ein Link aus einem Beitrag, den Menschen tatsächlich lesen, auf einer Domain, die zu Ihrem Thema passt, in einem Text mit wenigen ausgehenden Verweisen – das ist der Standard, an dem sich jede Platzierung messen lassen muss. Alles andere ist Statistik fürs Reporting.

Unsere Empfehlung für den Einstieg: Definieren Sie zuerst zwei bis drei Zielseiten mit klarem Keyword. Prüfen Sie dann, welche verweisenden Domains die aktuellen Top-Ergebnisse haben. Bauen Sie über sechs bis zwölf Monate 15 bis 30 thematisch passende Domains auf, überwiegend mit Brand- und generischen Ankern. Und investieren Sie parallel in Inhalte, die überhaupt einen Grund zum Verlinken liefern – ohne die bleibt jedes Linkbudget ein Mietmodell.

Weiterlesen: Wenn Sie wissen wollen, was Platzierungen realistisch kosten und woran Sie unseriöse Anbieter erkennen, lesen Sie Backlinks kaufen. Für den systematischen Aufbau über mehrere Monate haben wir die Vorgehensweisen in Backlinks aufbauen: Strategien zusammengestellt. Und wer speziell auf Magazinplatzierungen setzt, findet die Details in Digital-Magazin-Linkbuilding.

Und weil Links heute nur die halbe Sichtbarkeit sind: Warum KI-Suchsysteme Marken auch ohne Link nennen und wo die Grenze zum Linkbuilding verläuft, erklärt GEO-Optimierung und Brand Mentions: Was KI-Suche von Linkbuilding unterscheidet.

Vertiefend zu den Grundlagen: wie Linkjuice fließt, was Nofollow, Sponsored und UGC heute bewirken und was Domain Rating und Domain Authority wirklich aussagen.

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