Titelkarte: Nofollow, Sponsored und UGC – Grundlagen, Linkship

Nofollow, Sponsored, UGC: Was Link-Attribute heute wirklich bewirken

Kaum ein Thema im Linkbuilding produziert so viele falsche Entscheidungen wie die drei Link-Attribute. Wir erleben regelmäßig, dass Budgets ausschließlich in „dofollow“ fließen, dass Publisher unter Druck gesetzt werden, ein Attribut zu entfernen, und dass gleichzeitig bei bezahlten Platzierungen genau das Attribut fehlt, das dort hingehört.

Der Grund für die Verwirrung ist historisch. Zwischen 2005 und 2019 gab es nur eine Unterscheidung – Link mit nofollow oder ohne. Seit September 2019 sind es drei Attribute, und seit März 2020 behandelt Google alle drei nicht mehr als Anweisung, sondern als Hinweis. Viele Faustregeln aus der Zeit davor sind seither schlicht falsch.

Dieser Artikel sortiert das: was jedes Attribut tatsächlich bedeutet, wann es Pflicht ist, welche Kombination wann sinnvoll ist – und was ein nofollow-Link aus einem reichweitenstarken Magazin wirklich wert ist, verglichen mit einem dofollow-Link aus einem Netzwerk ohne Leser.

Kurz & knapp

  • Es gibt drei Link-Attribute: rel="nofollow" (2005 eingeführt gegen Kommentarspam), rel="sponsored" und rel="ugc" (beide im September 2019 von Google vorgestellt).
  • „Dofollow“ ist kein Attribut, sondern die Abwesenheit eines Attributs. Ein Link ohne rel-Wert ist der Normalzustand – es gibt kein Markup, mit dem man ihn zusätzlich verstärken könnte.
  • Seit dem 1. März 2020 behandelt Google alle drei Attribute als Hinweise („hints“) und nicht mehr als Direktiven. Google kann sie für Crawling, Indexierung und Ranking berücksichtigen, muss es aber nicht.
  • Bezahlte Links müssen laut Googles Richtlinien gekennzeichnet werden – mit sponsored oder nofollow. In Deutschland kommt unabhängig davon die medienrechtliche Kennzeichnungspflicht für Werbung hinzu, die sich an den Leser richtet, nicht an die Suchmaschine.
  • Ein nofollow-Link aus einem Magazin mit echter Reichweite liefert Referral-Traffic, Markenkontakte, Zitierfähigkeit in KI-Antworten und ein natürlicheres Linkprofil. Ein dofollow-Link ohne Leser liefert nichts davon.
  • Ein Linkprofil ganz ohne nofollow-Links ist auffällig. Organisch gewachsene Profile enthalten immer einen erheblichen Anteil attributierter Links aus Foren, Kommentaren, Social-Plattformen und Presseportalen.
Die 4 Linkzustände Kein Attribut (dofollow) Einsatz: redaktionelle Empfehlung, Linkkraft: voller Hinweis, Traffic: voll rel=nofollow Einsatz: nicht geprüfte Ziele, Linkkraft: Hinweis, keine Garantie, Traffic: voll rel=sponsored Einsatz: bezahlt und Affiliate, Linkkraft: Hinweis auf Werbung, Traffic: voll rel=ugc Einsatz: Kommentare und Foren, Linkkraft: Hinweis, ungeprüft, Traffic: voll
Die vier Linkzustände im Vergleich – die Traffic-Wirkung ist in allen vier Fällen identisch.

Die Geschichte in drei Schritten – und warum sie noch wirkt

Wer verstehen will, warum die Attribute heute so uneinheitlich eingesetzt werden, muss ihre Entstehung kennen. Sie wurden nie als sauberes System entworfen, sondern in zwei Wellen als Reaktion auf konkrete Probleme nachgerüstet.

2005: nofollow als Notlösung gegen Kommentarspam

Anfang 2005 stellte Google gemeinsam mit anderen Suchmaschinen rel="nofollow" vor. Der Anlass war Kommentarspam: Blogs, Gästebücher und Foren wurden massenhaft mit Links zugemüllt, weil jeder dieser Links damals Ranking-Wirkung entfaltete. Das Attribut war ein Werkzeug für Betreiber, um zu sagen: Für diesen Link stehe ich nicht ein.

Der Effekt war doppelt. Der Spam-Anreiz sank tatsächlich – und zugleich wurde nofollow jahrelang zweckentfremdet, unter anderem für interne „PageRank-Sculpting“-Versuche, die Google 2009 ausdrücklich für wirkungslos erklärte. Vor allem aber wurde es zum Sammelbecken für alles, was ein Betreiber nicht empfehlen wollte: bezahlte Links, Nutzerinhalte, unsichere Ziele. Ein einziges Attribut für drei völlig verschiedene Sachverhalte.

September 2019: sponsored und ugc kommen dazu

Im September 2019 löste Google dieses Sammelbecken auf und führte zwei zusätzliche Werte ein: rel="sponsored" für bezahlte oder anderweitig kommerziell veranlasste Links und rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge. nofollow blieb bestehen, ausdrücklich auch als weiterhin gültige Option für beide Fälle.

Googles Begründung war datengetrieben: Man wollte den Grund für die Attributierung erfahren, nicht nur die Tatsache. Ein Kommentarlink unter einem Fachartikel und ein gekaufter Werbelink haben unterschiedliche Aussagekraft – bis 2019 waren sie im Markup nicht unterscheidbar.

Ab 1. März 2020: Hinweise statt Direktiven

Mit derselben Ankündigung kündigte Google eine zweite, weit folgenreichere Änderung an, die zum 1. März 2020 wirksam wurde: Alle drei Attribute werden seither als Hinweise behandelt, nicht als bindende Anweisungen. Für das Crawling galt die Umstellung bereits ab dem 10. September 2019.

Praktisch heißt das: Google kann einen mit nofollow ausgezeichneten Link crawlen, indexieren und in die Bewertung einbeziehen – oder eben nicht. Die Entscheidung liegt bei den Systemen von Google, nicht beim Seitenbetreiber. Nur bei robots.txt und dem noindex-Meta-Tag handelt es sich weiterhin um Direktiven, an die sich Google verbindlich hält.

Diese Umstellung entwertet fast jede Faustregel, die vor 2020 entstanden ist. Aussagen wie „nofollow vererbt keine Linkkraft“ sind seither nicht mehr belegbar – sie waren nie offiziell bestätigt und sind es heute erst recht nicht. Umgekehrt gilt aber genauso: Niemand kann garantieren, dass ein nofollow-Link Linkkraft überträgt. Wie Linkkraft überhaupt fließt und warum das Modell in der Praxis unscharf ist, ordnen wir im Beitrag zu Linkjuice ein.

„Dofollow“ gibt es nicht

Der Begriff steht in jedem zweiten Angebot, in Preislisten und in Tool-Oberflächen – ein rel="dofollow" existiert im HTML-Standard trotzdem nicht. Ein Link ohne rel-Attribut ist der Ausgangszustand. Es gibt kein Markup, mit dem sich ein Link zusätzlich aufwerten ließe.

Das ist keine Wortklauberei, sondern hat eine praktische Konsequenz für den Einkauf. Wer „dofollow“ bestellt, bestellt in Wahrheit „ohne Attribut“ – also die Abwesenheit einer Kennzeichnung, die bei bezahlten Platzierungen laut Googles Richtlinien vorgeschrieben wäre. Der Aufpreis, den viele Anbieter für „dofollow“ verlangen, ist damit ein Aufpreis für das Weglassen einer Pflichtangabe. Wir halten das für den Punkt, an dem viele Einkäufe kippen; ausführlich behandeln wir das im Beitrag zu Backlinks kaufen.

Die vier Linkzustände im direkten Vergleich

Technisch gibt es genau vier relevante Zustände, in denen ein externer Link ausgeliefert werden kann. Alles Weitere sind Kombinationen daraus.

AttributSeitEinsatzWirkung auf LinkkraftWirkung auf TrafficPflicht?
kein Attribut
(„dofollow“)
immerRedaktionelle Empfehlung, die der Betreiber freiwillig setzt und für die er einstehtVoller Hinweis auf eine echte Empfehlung – der Standardfall, den Googles Bewertung erwartetVoll, abhängig allein von Reichweite und PlatzierungNein, aber unzulässig bei bezahlten Links
rel=“nofollow“Januar 2005Sammelwert: nicht redaktionell geprüfte oder nicht empfohlene Ziele, weiterhin gültig für bezahlt und UGCHinweis, den Link nicht als Empfehlung zu werten – seit 2020 keine Garantie mehr in beide RichtungenVoll, unverändertNein, aber Mindeststandard bei bezahlten Links
rel=“sponsored“September 2019Werbung, Advertorials, bezahlte Platzierungen, Affiliate-Links, Sponsoring, ProduktkooperationenHinweis auf kommerzielle Veranlassung – die präziseste verfügbare AngabeVoll, unverändertJa bei bezahlten Links (Google-Richtlinien)
rel=“ugc“September 2019Kommentare, Forenbeiträge, Bewertungen, Profillinks – alles, was Nutzer selbst einstellenHinweis, dass kein redaktioneller Prüfschritt stattgefunden hatVoll, unverändertNein, aber dringend empfohlen für offene Bereiche
Alle Aussagen zur Linkkraft sind seit März 2020 Hinweise, keine garantierten Wirkungen. Die Traffic-Spalte ist dagegen eindeutig: Kein Attribut beeinflusst, ob ein Mensch klickt.

Die letzte Spalte ist die, die in der Praxis am häufigsten übersehen wird. Kein Attribut verändert das Verhalten eines Browsers. Der Link bleibt klickbar, die Zielseite lädt normal, der Referrer wird übertragen und der Besuch taucht in Ihrer Analytics-Auswertung auf. Attribute sind ausschließlich ein Signal an Maschinen.

Kombinationen: rel=“sponsored nofollow“

Das rel-Attribut nimmt mehrere Werte auf, getrennt durch Leerzeichen. rel="sponsored nofollow" ist damit gültig und in der Praxis die sicherste Variante für bezahlte Links: Suchmaschinen, die sponsored noch nicht auswerten, verstehen zumindest nofollow.

Google hat mehrfach klargestellt, dass mehrere Werte gleichzeitig zulässig sind und nicht in Konflikt geraten. Sinnvolle Kombinationen sind sponsored nofollow für Werbung und ugc nofollow für Kommentarbereiche, in denen zusätzlich Spam-Risiko besteht. Sinnlos ist dagegen sponsored ugc: Ein Link ist entweder bezahlt oder von einem Nutzer eingestellt, beides zugleich ist ein Widerspruch – außer bei bezahlten Beiträgen von Nutzern, was für Ihre Website ein Moderationsproblem und kein Markup-Problem ist.

Zwei weitere Werte begegnen Ihnen häufig im Quelltext, gehören aber nicht in diese Systematik: noopener und noreferrer. Beide sind Sicherheits- und Datenschutzangaben für den Browser. Entscheidend für Sie: noreferrer unterdrückt die Referrer-Information – ein Klick über einen solchen Link landet in Ihrer Analyse unter „Direct“. Wenn Sie den Erfolg einer Platzierung messen wollen, arbeiten Sie deshalb besser mit UTM-Parametern.

Wann welches Attribut Pflicht ist

Es gibt zwei voneinander unabhängige Regelwerke, die hier greifen. Sie werden ständig vermischt, obwohl sie unterschiedliche Adressaten haben.

Googles Richtlinien: gerichtet an die Suchmaschine

Google beschreibt in seinen Spam-Richtlinien den Kauf und Verkauf von Links zu Ranking-Zwecken als Verstoß, wenn die Links nicht gekennzeichnet sind. Als Kennzeichnung akzeptiert Google sponsored oder nofollow. Bezahlung ist dabei weit gefasst: Geld, Sachleistungen, kostenlose Produkte im Tausch gegen einen Link, Rabatte, Reisen. Wer ein Produkt zum Test überlässt und dafür eine Verlinkung erwartet, hat einen bezahlten Link.

Affiliate-Links fallen ebenfalls darunter. Google nennt sie ausdrücklich als Anwendungsfall für sponsored. Wer ein Vergleichsportal betreibt und Provisionslinks setzt, sollte diese systemseitig attributieren – nicht manuell pro Beitrag, weil das erfahrungsgemäß innerhalb weniger Monate lückenhaft wird.

Deutsche Kennzeichnungspflicht: gerichtet an den Leser

Unabhängig von Google gilt in Deutschland eine wettbewerbs- und medienrechtliche Pflicht, Werbung als solche erkennbar zu machen. Diese Pflicht richtet sich an den Menschen vor dem Bildschirm, nicht an den Crawler – ein rel="sponsored" im Quelltext erfüllt sie deshalb nicht. Erforderlich ist eine für den Leser sichtbare Kennzeichnung, üblicherweise als „Anzeige“, „Werbung“ oder „Sponsored Post“ am Beitragsanfang.

Wir sind keine Rechtsberater und ersetzen keine anwaltliche Prüfung; die Details hängen vom Einzelfall und vom jeweiligen Format ab. Für die Praxis genügt aber eine einfache Merkregel: Bei einer bezahlten Platzierung brauchen Sie beides – die sichtbare Kennzeichnung für den Leser und das Attribut für die Suchmaschine. Publisher, die beides zuverlässig liefern, sind ein Qualitätsmerkmal und kein Problem. Worauf wir bei der Auswahl solcher Medien achten, steht im Pillar zum Digital-Magazin-Linkbuilding.

Die drei teuersten Fehler in der Praxis

nofollow auf internen Links

Der Klassiker aus der PageRank-Sculpting-Ära: Interne Links auf Impressum, Login oder Filterseiten werden mit nofollow versehen, um „Linkkraft zu sparen“. Google hat schon 2009 erklärt, dass das nicht funktioniert – die Kraft wird nicht umgeleitet, sondern verfällt. Seit 2020 ist das Attribut zusätzlich nur ein Hinweis, was die Methode endgültig unbrauchbar macht.

Drei Attributfehler, die Geld kostennofollow internInterne Links auf Impressum oder Filtermit nofollowKraft wird nicht umgeleitet, sondernverfälltSteuerung gehört in robots.txt undNavigationsponsored vergessenAffiliate-Links über Jahre ohne AttributDie ersten fünfzig Beiträge sauber, dienächsten nichtEine Regel für alle Affiliate-Domainsschließt die Lückeugc auf Redaktionellemugc pauschal auf alle ausgehenden LinksErklärt die eigene Redaktion zuNutzerinhaltBezahlt heißt sponsored, nicht ugc
Alle drei sind Einstellungsfehler, keine Strategiefehler – und alle drei lassen sich technisch in Stunden beheben.

Wir finden solche Reste regelmäßig in gewachsenen Shops, oft aus Plugin-Voreinstellungen. Für Crawling-Steuerung nutzen Sie robots.txt, kanonische URLs und eine saubere Navigationsstruktur – interne Links attributieren Sie im Normalfall gar nicht.

sponsored bei Affiliate-Links vergessen

Der häufigste Fehler auf Content-Websites mit Monetarisierung. Typisch ist ein Blog, der über Jahre Produktempfehlungen mit Provisionslinks veröffentlicht hat und dabei die Attributierung nie automatisiert hat. Die ersten fünfzig Beiträge sind sauber, die nächsten dreihundert nicht.

Die Lösung ist technisch und dauert wenige Stunden: eine Regel, die alle ausgehenden Links auf bekannte Affiliate-Domains und Tracking-Redirects automatisch mit rel="sponsored nofollow" ausliefert. Das schließt die Lücke rückwirkend für den gesamten Bestand.

ugc auf redaktionellen Links

Die spiegelbildliche Variante: Ein Betreiber setzt ugc pauschal auf alle ausgehenden Links – auch auf die Quellen und Fachverweise, die die Redaktion selbst gesetzt hat. Damit erklärt er seine eigene redaktionelle Arbeit zu ungeprüftem Nutzerinhalt und verschenkt die Aussagekraft, die eine bewusste Verlinkung hat.

Ein verwandter Fall betrifft Gastbeiträge: Manche Redaktionen behandeln externe Autoren pauschal als UGC. Wenn ein Beitrag redaktionell geprüft und freigegeben wurde, ist er kein Nutzerkommentar. War er dagegen bezahlt, gehört sponsored hin – nicht ugc.

Was ein nofollow-Link trotzdem bringt

Hier liegt der eigentliche Denkfehler der Attribut-Debatte. Ein Link hat vier Wirkungen, und die Attribute betreffen nur eine davon – und selbst die seit 2020 nur noch als Hinweis.

  • Referral-Traffic. Menschen klicken auf Links, ohne den Quelltext zu lesen. Ein Beitrag in einem Fachmagazin mit engagierter Leserschaft bringt Besucher, die bereits im Thema stehen – und die konvertieren erfahrungsgemäß deutlich besser als anonymer Suchtraffic.
  • Markenbekanntheit. Jeder Sichtkontakt in einem seriösen Umfeld zahlt auf die Marke ein, auch ohne Klick. Wer dreimal in einem Jahr in derselben Fachpublikation genannt wird, ist für diese Zielgruppe ein bekannter Anbieter. Diese Wirkung ist attributunabhängig.
  • Zitationen in KI-Antworten. Nach unserer Einschätzung sind Link-Attribute für LLM-Crawler weitgehend irrelevant. Diese Systeme sammeln Text, Kontext und Entitätsbezüge – ein rel-Wert ist für sie kein Ausschlusskriterium. Was zählt, ist, dass Ihre Marke in einem Text vorkommt, den ein Modell als belastbare Quelle heranzieht.
  • Profil-Natürlichkeit. Organisch gewachsene Linkprofile enthalten immer attributierte Links: aus Foren, Kommentaren, Social-Plattformen, Wikis, Presseportalen. Ein Profil mit 98 Prozent unattributierten Links ist kein Qualitätsbeweis, sondern ein Muster, das nur durch gezielten Einkauf entsteht.

Rechenbeispiel: Magazin-nofollow gegen Netzwerk-dofollow

Rechnen wir den Vergleich einmal durch, den wir in Beratungsgesprächen fast wöchentlich führen. Auf der einen Seite ein Beitrag in einem Fachmagazin mit 200.000 Besuchern pro Monat, in dem der Markenlink mit rel="sponsored nofollow" ausgezeichnet ist. Auf der anderen Seite ein unattributierter Link aus einem Blognetzwerk, dessen Seiten praktisch keine Leser haben.

Für die Magazin-Seite rechnen wir konservativ: Ein einzelner Beitrag erreicht in der Regel deutlich unter einem Prozent der Monatsreichweite des Gesamtangebots. Wir setzen 1.500 Leser im ersten Monat an, danach 400 pro Monat aus Suche und internen Verweisen – über zwölf Monate rund 5.900 Leser. Von diesen klickt erfahrungsgemäß ein niedriger einstelliger Prozentsatz auf einen kontextuellen Link im Fließtext; wir rechnen mit drei Prozent.

Kennzahl (12 Monate)nofollow im Fachmagazindofollow im Blognetzwerk
Leser des Beitragsca. 5.900nahezu 0
Klicks auf den Link (3 %)ca. 1770
Gegenwert bei 1,80 € CPCca. 319 €0 €
Markenkontakte ohne Klickca. 5.9000
Zitierfähigkeit für KI-Antwortenhoch – Text wird gecrawlt und zitiertpraktisch null
Ranking-HinweisHinweis, den Google werten kannWird laut Spam-Richtlinien häufig entwertet
Typischer Preis600 bis 1.500 €40 bis 120 €
Risikogering bei sichtbarer KennzeichnungMuster, das Google gezielt erkennt
Modellrechnung mit konservativen Annahmen, keine Messwerte aus einem konkreten Projekt. Der CPC-Vergleichswert dient nur der Einordnung der Größenordnung.

Die Magazin-Platzierung liefert also allein über Referral-Traffic einen Mediawert von rund 320 Euro – und zwar bevor irgendeine Ranking-Wirkung überhaupt in die Rechnung eingeht. Dazu kommen fast 6.000 Sichtkontakte in einem redaktionellen Umfeld und ein Text, den KI-Systeme als Quelle heranziehen können.

Der Netzwerk-Link liefert davon nichts. Sein einziger Wert liegt in einer Ranking-Wirkung, die Google nach eigenen Angaben gezielt zu neutralisieren versucht. Selbst wenn er ein Zehntel der Kosten verursacht, ist er nicht günstiger – er ist schlicht wertlos, und im schlechteren Fall Teil eines Musters, das im Linkprofil auffällt.

Attribute prüfen: drei Wege

Vor der Abnahme einer Platzierung gehört die Attributprüfung zum Standard. Sie dauert keine Minute – vorausgesetzt, Sie prüfen an der richtigen Stelle.

Browser-DevTools – der verlässlichste Weg

Rechtsklick auf den Link, „Untersuchen“ beziehungsweise „Element untersuchen“ wählen. Im markierten <a>-Tag steht das rel-Attribut mit allen Werten. Wichtig: Nutzen Sie die DevTools, nicht die reine Quelltextansicht. Viele Redaktionssysteme ergänzen Attribute erst per JavaScript – im ausgelieferten HTML fehlen sie dann, im gerenderten DOM sind sie da.

Browser-Erweiterungen für den schnellen Überblick

SEO-Erweiterungen markieren attributierte Links farbig direkt auf der Seite. Das ist praktisch, wenn Sie eine Seite mit vielen Links sichten oder eine Publisher-Liste vorqualifizieren wollen. Für die Abnahme einer einzelnen bezahlten Platzierung verlassen wir uns trotzdem lieber auf die DevTools – Erweiterungen unterscheiden nicht immer sauber zwischen den drei Werten.

Ahrefs und andere Backlink-Tools für den Bestand

Für die Auswertung des gesamten Profils führt kein Weg an einem Backlink-Tool vorbei. In Ahrefs filtern Sie im Backlink-Bericht über die Link-Typen nach nofollow, sponsored, ugc und unattributierten Links; vergleichbare Filter bieten die meisten Wettbewerber. So sehen Sie in wenigen Sekunden Ihre Attributverteilung.

Ein Richtwert aus unseren Projekten: Gesunde, überwiegend organisch gewachsene Profile im deutschsprachigen Mittelstand liegen typischerweise bei 20 bis 40 Prozent attributierten Links. Werte unter 10 Prozent sind ein Hinweis auf systematischen Einkauf, Werte über 70 Prozent ein Hinweis darauf, dass kaum redaktionelle Erwähnungen entstehen. Wie Sie diese Verteilung dauerhaft im Blick behalten, beschreiben wir beim Backlink-Monitoring.

Wie Sie mit Publishern über Attribute sprechen

Die häufigste Frage aus Kundenprojekten lautet: „Können wir nicht darauf bestehen, dass der Link ohne Attribut gesetzt wird?“ Die kurze Antwort: bei einer bezahlten Platzierung nicht.

Wer eine Redaktion drängt, bei einem bezahlten Beitrag das Attribut wegzulassen, verlangt einen Richtlinienverstoß – und zwar einen, dessen Risiko vollständig beim Publisher liegt. Seriöse Medien lehnen das ab, und die Anfrage beschädigt die Beziehung für künftige Platzierungen. Wer zustimmt, macht es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für alle anderen Kunden. Genau daran erkennen Sie Umfelder, in denen Sie eher nicht erscheinen wollen.

Produktiver ist ein anderes Gespräch. Fragen Sie nicht nach dem Attribut, sondern nach den Faktoren, die den Wert tatsächlich bestimmen: Wie viele Leser erreicht ein Beitrag in dieser Rubrik typischerweise? Wird er im Newsletter ausgespielt? Bleibt er dauerhaft online oder wird er nach zwölf Monaten depubliziert? Steht der Link im Fließtext oder in einer Autorenbox am Ende?

Anders sieht es aus, wenn keine Bezahlung im Spiel ist. Wenn ein Journalist Ihre Daten, Ihre Studie oder Ihr Zitat verwendet, ist der Link redaktionell – und dann ist eine höfliche Rückfrage legitim, warum er attributiert wurde. Häufig steckt keine Absicht dahinter, sondern eine pauschale Systemeinstellung für alle externen Links. Wir haben schon mehrfach erlebt, dass eine sachliche Nachfrage die Redaktion dazu bewegt hat, die Regel für Quellenlinks generell zu ändern. Was solche verdienten Erwähnungen ausmacht, erklärt unser Grundlagen-Guide Was sind Backlinks?.

Häufige Fragen

Bringen nofollow-Links Rankings?

Eine belastbare Antwort gibt es nicht – und das ist selbst die Antwort. Seit März 2020 behandelt Google alle Link-Attribute als Hinweise, kann sie also für Ranking und Indexierung berücksichtigen oder ignorieren. Wer Ihnen sagt, nofollow-Links wirkten garantiert nicht auf Rankings, argumentiert mit einer Regel, die seit über fünf Jahren nicht mehr gilt.

Was ist der Unterschied zwischen sponsored und nofollow?

sponsored benennt den Grund für die Attributierung – der Link ist kommerziell veranlasst. nofollow sagt nur, dass der Betreiber nicht für den Link einsteht, ohne einen Grund zu nennen. Für bezahlte Links akzeptiert Google beides, empfiehlt aber sponsored als präzisere Angabe. Die Kombination rel="sponsored nofollow" ist die sicherste Variante.

Muss ich Affiliate-Links kennzeichnen?

Ja, in doppelter Hinsicht. Google nennt Affiliate-Links ausdrücklich als Anwendungsfall für rel="sponsored". Zusätzlich gilt in Deutschland die medienrechtliche Pflicht, kommerzielle Kommunikation für den Leser sichtbar zu kennzeichnen – ein Attribut im Quelltext erfüllt diese Pflicht nicht. Setzen Sie die Attributierung technisch automatisiert um, nicht manuell pro Beitrag.

Wie hoch sollte mein nofollow-Anteil sein?

Es gibt keinen Zielwert, den Google veröffentlicht hätte. Als Erfahrungswert liegen organisch gewachsene Profile im deutschsprachigen Mittelstand bei etwa 20 bis 40 Prozent attributierten Links. Ein Profil, das fast ausschließlich unattributierte Links enthält, entsteht praktisch nur durch gezielten Einkauf – und genau dieses Muster ist auffällig.

Zählen Link-Attribute für ChatGPT, Perplexity und AI Overviews?

Nach unserer Einschätzung weitgehend nicht. Keiner der großen Anbieter dokumentiert eine Auswertung von rel-Werten, und die Systeme arbeiten primär mit Text, Kontext und Entitätsbezügen. Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten zählt deshalb, ob Ihre Marke in einem Text vorkommt, den das Modell als Quelle heranzieht – nicht, welches Attribut am Link steht.

Sollte ich für nofollow-Links weniger zahlen?

Der Preis sollte sich an Reichweite, Redaktionsqualität, Platzierung im Text und Verweildauer der Publikation orientieren, nicht am Attribut. Ein attributierter Link in einem Magazin mit echter Leserschaft ist mehr wert als ein unattributierter Link ohne Leser. Wenn ein Anbieter einen Aufpreis für „dofollow“ verlangt, verkauft er Ihnen das Weglassen einer Pflichtkennzeichnung.

Fazit

Die Attribut-Frage ist im Linkbuilding deutlich unwichtiger geworden, als sie in Angeboten und Preislisten noch behandelt wird. Seit März 2020 sind alle drei Werte Hinweise, keine Anweisungen – damit ist die harte Trennlinie zwischen „wertvoll“ und „wertlos“ verschwunden, auf der ein Großteil der Branchenlogik aufgebaut war.

Unsere Empfehlung: Kennzeichnen Sie auf Ihrer eigenen Website konsequent und automatisiert – sponsored nofollow für alles Bezahlte inklusive Affiliate, ugc für alle offenen Bereiche, kein Attribut für redaktionelle Verweise, und niemals nofollow auf internen Links. Beim Einkauf bewerten Sie Platzierungen nach Reichweite, Umfeld und Position im Text. Wenn das Angebot mit „dofollow“ wirbt und der Preis auffallend niedrig ist, kaufen Sie in aller Regel ein Muster, das Google gezielt entwertet.

Und akzeptieren Sie ein attributiertes Angebot ohne Preisnachlass, wenn die Reichweite stimmt. Ein nofollow-Link aus einem gelesenen Magazin schlägt einen unattributierten Link ohne Leser in jeder Kennzahl, die sich messen lässt – Traffic, Markenkontakte, Zitierbarkeit. 2026 gilt das mehr denn je: Wo Menschen Ihren Namen lesen, lesen ihn auch die Systeme mit, die Antworten generieren.

Weiterlesen: Wie Links grundsätzlich wirken und welche Arten es gibt, erklärt unser Grundlagen-Guide Was sind Backlinks?. Was Platzierungen tatsächlich kosten und woran Sie unseriöse Angebote erkennen, steht im Beitrag zu Backlinks kaufen. Und wenn Sie selbst in Fachmedien veröffentlichen wollen, führt Sie unser Leitfaden zum Gastbeitrag schreiben durch Pitch, Text und Abstimmung mit der Redaktion.

Für die KI-Suche ist das Attribut zweitrangig, die Erwähnung selbst zählt: Mehr dazu in GEO-Optimierung und Brand Mentions: Was KI-Suche von Linkbuilding unterscheidet.

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