Presseportale und Backlinks: Was sie bringen – und was nicht
Es gibt in fast jedem Mittelstandsunternehmen diesen Vorgang: Jemand schreibt eine Pressemitteilung, jagt sie durch einen Verteiler, und zwei Tage später steht der Text wortgleich auf zwanzig Portalen, die niemand kennt. Im Reporting erscheint das als „20 neue Backlinks“. Im Ranking erscheint es gar nicht.
Das ist kein Zufall und auch kein Umsetzungsfehler. Google behandelt Links aus Pressemitteilungen seit Jahren ausdrücklich als Werbung – und erwartet, dass sie entsprechend gekennzeichnet werden. Wer trotzdem optimierte Ankertexte über Verteiler streut, betreibt kein Linkbuilding, sondern Linkspam mit Rechnung.
Trotzdem sind Presseportale nicht wertlos. Sie leisten nur etwas anderes, als der Prospekt verspricht. Dieser Beitrag trennt beides: was Sie realistisch erwarten dürfen, was die drei Portal-Typen kosten – und warum ein Anruf bei einer Fachredaktion regelmäßig mehr bringt als der komplette Verteiler.
Kurz & knapp
- Google nennt in den Spam-Richtlinien für die Google Suche ausdrücklich Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln und Pressemitteilungen, die über andere Websites verbreitet werden, als Beispiel für Linkspam. Links in Pressemitteilungen gehören deshalb mit
rel="nofollow"oderrel="sponsored"ausgezeichnet. - Presseportale sind keine Linkquelle. Rechnen Sie sie nie in ein Link-Budget ein und berichten Sie ihre Platzierungen nicht als Backlink-Erfolge – das führt zu Entscheidungen, die auf einer Kennzahl beruhen, die Google gar nicht wertet.
- Der reale Nutzen liegt woanders: Auffindbarkeit für recherchierende Journalisten, Chance auf Zweitverwertung durch echte Fachmedien, konsistente Entitäts-Signale und Erwähnungen, die in KI-Antworten auftauchen können.
- Über den Wert entscheidet der Anlass, nicht das Portal. Produktlaunch mit belegbarer Neuerung, eigene Datenauswertung, Personalie mit Branchenrelevanz, Standort- oder Investitionsentscheidung: ja. Relaunch der Website, Jubiläum, Zertifikatsverlängerung: nein.
- Dieselbe Meldung bringt über einen Gießkannen-Verteiler typischerweise gekennzeichnete Links auf Portalen ohne Leserschaft – über einen gezielten Pitch an drei passende Fachredaktionen dagegen im besten Fall einen redaktionellen Beitrag mit echtem Publikum.
- Unsere Empfehlung: Presseportale als günstige Ergänzung für Auffindbarkeit und KI-Sichtbarkeit einsetzen, mit korrekt gekennzeichneten Links – und das Linkbudget stattdessen in Fachmedien und Digital PR stecken.
Was Google zu Links in Pressemitteilungen sagt
Die Sache ist ungewöhnlich eindeutig dokumentiert. In der Aufzählung dessen, was Google als Link-Spam betrachtet, stehen Pressemitteilungen namentlich: Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln oder Pressemitteilungen, die über andere Websites verbreitet werden, gelten als Verstoß. Nicht als Grauzone, nicht als „nicht empfohlen“ – als Beispiel für Spam.
Der Grund liegt in der Logik der Verbreitung. Ein Link ist als Ranking-Signal nur deshalb etwas wert, weil jemand redaktionell entschieden hat, ihn zu setzen. In einer Pressemitteilung entscheidet das der Absender selbst, und das Portal veröffentlicht meist ungeprüft. Damit ist der Link eine selbst geschaltete Anzeige – und Anzeigen sollen laut Google gekennzeichnet werden.
Der Vervielfältigungseffekt macht es schlimmer, nicht besser
Verteiler werben mit Reichweite: eine Meldung, 200 Veröffentlichungen. Für Linkbuilding kehrt sich das ins Gegenteil. Sie erzeugen aus einem einzigen Vorgang Dutzende bis Hunderte identischer Ankertexte – exakt das Muster, das Google als auffällig beschreibt.
Ein Betrieb, dessen Linkprofil über Jahre ruhig gewachsen ist, bekommt so innerhalb einer Woche einen senkrechten Ausschlag mit immer demselben kommerziellen Anker. Wie eine unauffällige Verteilung aussieht und warum Money-Anker in Serie das riskanteste Signal überhaupt sind, steht in unserem Beitrag zum Ankertext.
Was daraus praktisch folgt
Die Konsequenz ist unbequem, aber simpel: Links in Pressemitteilungen gehören ausgezeichnet. rel="nofollow" ist der Standardfall, rel="sponsored" die korrekte Wahl, wenn Sie für die Verbreitung bezahlen. Welches Attribut wann greift, ordnet unser Beitrag zu nofollow, sponsored und ugc ein.
In der Praxis nehmen Ihnen die meisten Portale diese Entscheidung ohnehin ab: Sie setzen Links pauschal auf nofollow, häufig zusätzlich über eine Weiterleitung. Wer nach Portalen sucht, die noch dofollow verlinken, sucht nach genau der Sorte Portal, die Google am ehesten entwertet – und kauft sich das Risiko einer manuellen Maßnahme ein, ohne den Nutzen zu erhöhen. Die Abstufungen zwischen erlaubt, Grauzone und Verstoß haben wir in den Google-Link-Spam-Richtlinien im Detail aufgeschlüsselt.
Wichtig ist dabei die richtige Grenze: Zwei bis drei Links in der Boilerplate am Ende der Meldung sind völlig unproblematisch, solange sie als Marken- oder URL-Anker formuliert sind. Gefährlich wird nicht der Link, sondern der optimierte Ankertext im Fließtext.
Die drei Typen von Presseportalen
„Presseportal“ ist ein Sammelbegriff für drei technisch und wirtschaftlich sehr unterschiedliche Angebote. Wer sie durcheinanderwirft, vergleicht Preise, die nichts miteinander zu tun haben.
Kostenlose Portale
openPR, PR-Inside, Firmenpresse und ähnliche Angebote nehmen Meldungen gratis oder gegen kleines Geld entgegen. Die Veröffentlichung erfolgt weitgehend ungeprüft, die Portale leben von Werbung und kostenpflichtigen Zusatzoptionen. Redaktionelle Auswahl findet nicht statt.
Genau das bestimmt ihren Wert. Eine Meldung ist dort auffindbar und indexiert, sie taucht bei einer Suche nach Ihrem Firmennamen auf. Ein Ranking-Signal ist sie nicht, und Zweitverwertung entsteht praktisch nie – Journalisten recherchieren nicht auf diesen Portalen.
Verteiler-Software
Dienste wie PR-Gateway sind keine Portale, sondern Werkzeuge: Sie schreiben die Meldung einmal und verteilen sie per Klick an dutzende Presseportale, Newsdienste und Social-Kanäle – dazu an Presseverteiler mit echten Redaktionsadressen.
Der Zeitgewinn ist real, gerade wenn Sie regelmäßig senden. Der Denkfehler beginnt dort, wo die Reichweiten-Kennzahl der Software mit Wirkung verwechselt wird. 150 Veröffentlichungen sind 150 Kopien desselben Textes, nicht 150 Redaktionen, die sich für Ihr Thema entschieden haben.
Premium-Verteiler
news aktuell mit presseportal.de gehört zur dpa-Gruppe und spielt in einer anderen Klasse: Die Meldungen laufen in Redaktionssysteme ein, in denen tatsächlich Journalisten arbeiten, und presseportal.de selbst ist eine etablierte, gut indexierte Quelle. International funktionieren Business Wire und vergleichbare Dienste nach demselben Prinzip.
Dafür zahlen Sie deutlich mehr, und auch hier gilt: Die Links sind gekennzeichnet. Was Sie kaufen, ist die Chance, dass eine echte Redaktion die Meldung aufgreift – nicht ein Ranking-Signal.
| Typ | Kosten-Größenordnung | Link-Attribut | Typische Zweitverwertung | Nutzen fürs Linkbuilding | Nutzen für Sichtbarkeit & GEO |
|---|---|---|---|---|---|
| Kostenlose Portale (openPR, PR-Inside, Firmenpresse) | 0 Euro bis niedriger zweistelliger Bereich je Meldung für Zusatzoptionen | Fast durchgehend nofollow, teils über Weiterleitung | Praktisch keine; im besten Fall Aggregatoren | Keiner. Nicht ins Linkbudget rechnen | Gering bis mittel: Meldung ist auffindbar und indexiert |
| Verteiler-Software (z. B. PR-Gateway) | Niedriger bis mittlerer zweistelliger Monatsbetrag im Abo, Pakete je nach Umfang darüber | Vom Zielportal bestimmt, überwiegend nofollow | Selten; abhängig vom mitgebuchten Redaktionsverteiler | Keiner als Ranking-Signal; Risiko bei optimierten Ankern | Mittel: viele konsistente Erwähnungen in einem Rutsch |
| Premium-Verteiler (news aktuell / presseportal.de, Business Wire) | Mittlerer bis hoher dreistelliger Bereich je Meldung, Jahreskontingente im vierstelligen Bereich | nofollow bzw. sponsored | Realistisch: Fach- und Regionalmedien greifen auf | Indirekt – über aufgreifende Medien, nicht über das Portal selbst | Hoch: etablierte Quelle, saubere Entitätsdaten, gute Zitierchance |
Wo der eigentliche Wert liegt
Wenn Links ausscheiden, bleibt die Frage, wofür man das Geld dann ausgibt. Es gibt vier Antworten, und drei davon sind gute.
Auffindbarkeit für Journalisten
Recherche beginnt selten beim Unternehmen und fast immer bei einer Suche. Wer als Fachjournalist wissen will, wer in Deutschland Sonderanfertigungen für einen bestimmten Anwendungsfall produziert, sucht – und findet Meldungen, auch acht Monate alte.
Deshalb lohnt es sich, Meldungen so zu formulieren, dass sie zu Rechercheanfragen passen, nicht zu Ihren Wunsch-Keywords. „Marktführer für innovative Lösungen“ findet niemand. „Hersteller von Streckmetall für Fassadenverkleidungen in Nürnberg“ schon.
Zweitverwertung durch Fachmedien
Das ist der einzige Weg, auf dem aus einer Pressemitteilung doch noch ein wertvoller Link wird – nur nicht vom Portal, sondern von der Redaktion, die die Meldung aufgreift und einen eigenen Beitrag daraus macht. Dieser Link ist redaktionell gesetzt, meist dofollow und für Google ein echtes Signal.
Die Wahrscheinlichkeit dafür hängt aber kaum am Verteiler und fast vollständig am Nachrichtenwert. Und sie steigt drastisch, wenn Sie die Redaktionen kennen, statt sie zu bestreuen. Welche deutschsprachigen Fachmedien für Ihr Thema überhaupt in Frage kommen, welche Gastbeiträge annehmen und wie sie im Domain Rank (DataForSEO, 0–100) stehen, finden Sie in unserem Verzeichnis der über 440 deutschsprachigen Fachmagazine – zwanzig Minuten dort ersetzen ein Jahresabo Gießkanne.
Entitäts-Signale und KI-Suche
Hier liegt 2026 der interessanteste Effekt. Damit KI-Systeme eine Marke korrekt nennen, brauchen sie konsistente Angaben aus mehreren Quellen: identischer Firmenname, gleiche Rechtsform, gleicher Standort, dieselbe Kurzbeschreibung, dieselben Zahlen. Pressemitteilungen liefern genau das – wenn die Boilerplate über alle Meldungen hinweg wortgleich bleibt.
Ein Link ist dafür hilfreich, aber nicht notwendig; eine reine Erwähnung genügt. Das ist der Punkt, an dem Presseportale ihre Berechtigung haben: Sie sind für Linkbuilding wertlos und für die Entitätsbildung günstig. Wie sich Linkbuilding und Generative Engine Optimization grundsätzlich unterscheiden, erklärt GEO und Brand Mentions; die Taktiken für Erwähnungen sammelt Brand Mentions aufbauen.
Erwarten Sie davon keine Wunder: In unseren Auswertungen zur KI-Sichtbarkeit sind Presseportale selten die zitierte Quelle – Fachmedien, Wikipedia und Foren liegen deutlich davor. Sie stützen aber das Bild, das ein Modell von Ihrer Marke hat, und kosten wenig.
Die vierte Antwort ist die ehrlichste: Ein Teil aller Pressemitteilungen im Mittelstand entsteht, weil die Geschäftsführung etwas veröffentlicht sehen will. Das ist legitim, sollte aber nicht als Marketingmaßnahme verbucht werden – sonst verwechselt man irgendwann Belegexemplare mit Wirkung.
Praxisbeispiel: dieselbe Meldung, zwei Wege
Ein typischer Fall aus unserer Projektarbeit, als Muster nachgezeichnet: Ein Hersteller bringt eine Produktvariante auf den Markt, die beim Kunden einen Verarbeitungsschritt einspart. Es gibt Messwerte, ein Referenzprojekt und einen Techniker, der es erklären kann. Der Anlass taugt – die Frage ist, wohin damit.
Weg A: über den Verteiler
Die Meldung geht als Standardtext an ein Verteilerpaket. Aufwand: etwa vier Stunden für Text, Freigabe und Versand, plus die anteiligen Abo-Kosten. Ergebnis: Veröffentlichungen auf einer zweistelligen Zahl von Portalen, alle Links gekennzeichnet, eine Handvoll Aufrufe je Portal.
Was bleibt: Die Meldung ist auffindbar, der Firmenname steht in mehreren indexierten Quellen. In den Link-Reports erscheinen neue verweisende Domains, die im Ranking nichts bewegen – und die Sie erklären müssen, wenn jemand fragt, warum die Kurve gestiegen ist und die Sichtbarkeit nicht.
Weg B: drei gezielte Pitches
Dieselbe Substanz, andere Verpackung. Sie wählen drei Fachmedien aus, die genau diese Zielgruppe bedienen, schauen sich an, welche Rubriken sie führen, und schreiben drei unterschiedliche, kurze Anschreiben an namentlich bekannte Redakteure. Angeboten wird nicht die Meldung, sondern das, was Redaktionen wirklich brauchen: die Messwerte als Tabelle, Bildmaterial in Druckauflösung, den Techniker für ein Telefonat.
Aufwand: etwa sechs bis acht Stunden, davon der größte Teil Recherche. Realistisches Ergebnis: zwei Absagen oder gar keine Antwort, ein redaktioneller Beitrag im Fachmedium – mit einem redaktionell gesetzten Link, echter Leserschaft aus der Zielgruppe und einer Quelle, die auch von KI-Systemen herangezogen wird.
Die Rechnung ist damit eindeutig. Weg A kostet weniger Zeit und liefert Auffindbarkeit. Weg B kostet gut das Doppelte an Zeit und liefert das, wofür Linkbudgets eigentlich da sind. Wer beides parallel macht – erst pitchen, nach zwei Wochen über den Verteiler nachschieben –, verliert nichts und nimmt beide Effekte mit. Wie eine solche Kampagne von der Idee bis zum Pitch aufgebaut wird, steht in unserem Leitfaden zu Digital PR für Linkbuilding.
Wann sich eine Pressemitteilung lohnt – und wann nicht
Die Frage entscheidet sich vor dem ersten Satz. Nachrichtenwert lässt sich nicht herbeischreiben, und keine Verteilerbreite gleicht sein Fehlen aus.
- Lohnt sich: eigene Daten. Auswertungen aus Ihrem Geschäftsbetrieb, die niemand sonst hat – Auftragszahlen einer Branche, Preisentwicklungen, Auswertungen aus Ihrer Anlagentechnik. Das ist der einzige Anlass, der zuverlässig Zweitverwertung erzeugt, weil Redaktionen dafür keine Alternative haben. Wie daraus eine ganze Kampagne wird, zeigt unser Beitrag zur Datenstudie als Linkmagnet.
- Lohnt sich: echter Produktlaunch. Eine Neuerung mit belegbarem Nutzen, idealerweise mit Zahlen und einem Anwendungsfall. Entscheidend ist, ob ein Redakteur den Nutzen in einem Satz erklären kann, ohne Ihr Marketingvokabular zu übernehmen.
- Lohnt sich: Personalie mit Branchenrelevanz. Ein Wechsel in der Geschäftsführung interessiert Fachmedien und Regionalpresse tatsächlich – vorausgesetzt, die Person oder das Unternehmen ist in der Branche bekannt. Für Teamleitungen gilt das nicht.
- Lohnt sich: Standort, Investition, Arbeitsplätze. Der klassische Anlass für Regionalmedien und Wirtschaftsredaktionen. Konkrete Zahlen zu Investitionssumme, Fläche und Stellen entscheiden, ob die Meldung durchgeht.
- Lohnt sich nicht: Website-Relaunch, Jubiläen, Zertifikate. Diese Meldungen bekommen Redaktionen wöchentlich und veröffentlichen sie nie. Über den Verteiler landen sie auf Portalen ohne Leser, kosten Zeit und Geld und verwässern das Bild Ihrer Meldungen bei den Redaktionen, die Sie später wirklich brauchen.
- Lohnt sich nicht: die Meldung, die nur wegen des Links entsteht. Wenn im Briefing das Ziel-Keyword vor dem Anlass steht, ist die Antwort nein. Das ist der Ausgangspunkt fast jeder Presseportal-Enttäuschung.
Checkliste: So muss eine Pressemitteilung gebaut sein
Fachredaktionen entscheiden in unter dreißig Sekunden. Die folgenden Punkte sind kein Stilideal, sondern die Reihenfolge, in der ein Redakteur eine Meldung überfliegt.
- Betreffzeile als Nachricht, nicht als Werbung. Wer, was, welcher Effekt – in maximal zwölf Wörtern. Enthält die Zeile ein Adjektiv wie „innovativ“, „führend“ oder „revolutionär“, ist die Meldung in der Regel schon aussortiert.
- Die Nachricht steht im ersten Absatz, vollständig. Kein Anlauf, keine Marktbeschreibung, keine Geschichte des Unternehmens. Wer den ersten Absatz allein liest, muss die Meldung verstanden haben – das ist zugleich das Format, das KI-Systeme sauber zitieren können.
- Mindestens eine belegbare Zahl. Prozentwert, Stückzahl, Investitionssumme, Messwert. Ohne Zahl gibt es nichts zu berichten, und Redaktionen merken das sofort.
- Ein Zitat, das etwas sagt. Kein Geschäftsführer, der sich „sehr freut“. Ein Satz, der eine Einordnung liefert oder eine Konsequenz benennt – ideal ist ein Zitat, das eine Redaktion unverändert übernehmen kann.
- Bildmaterial in Druckauflösung, korrekt beschriftet. Mit Bildunterschrift, Rechteangabe und Nennung der abgebildeten Personen. Fehlendes Bildmaterial ist einer der häufigsten Gründe, warum eine brauchbare Meldung nicht erscheint.
- Namentlicher Ansprechpartner mit Durchwahl. Keine info@-Adresse. Redaktionen arbeiten unter Zeitdruck; wer nicht erreichbar ist, wird nicht zitiert.
- Boilerplate wortgleich über alle Meldungen. Firmenname mit Rechtsform, Gründungsjahr, Standort, Mitarbeiterzahl, Tätigkeit in einem Satz. Diese Konstanz ist der Teil, der für Entitäts- und KI-Signale tatsächlich zählt.
- Links sparsam, markenbezogen und gekennzeichnet. Zwei bis drei Links, als Marken- oder URL-Anker formuliert, mit
rel="nofollow"bzw.rel="sponsored". Keine Keyword-Anker im Fließtext, keine Deeplinks auf Kategorieseiten mit kommerziellem Ankertext.
Unsere Empfehlung: Legen Sie diese Checkliste als Freigabekriterium fest. Eine Meldung, die weniger als sechs der acht Punkte erfüllt, geht nicht raus – sie kostet sonst mehr Reputation bei Redaktionen, als sie an Sichtbarkeit bringt.
Häufige Fragen
Bringen Backlinks aus Presseportalen etwas fürs Ranking?
Als direktes Ranking-Signal praktisch nichts. Google nennt Links mit optimiertem Ankertext in verbreiteten Pressemitteilungen ausdrücklich als Beispiel für Linkspam und erwartet eine Kennzeichnung mit nofollow oder sponsored. Wert entsteht erst indirekt, wenn ein echtes Medium die Meldung aufgreift und aus eigenem Entschluss verlinkt.
Sind Links aus Pressemitteilungen gefährlich für meine Domain?
Gekennzeichnete Links mit Marken- oder URL-Anker sind unproblematisch und müssen auch nicht entwertet werden. Riskant wird es, wenn Sie über Verteiler in kurzer Zeit viele identische, kommerziell optimierte Ankertexte erzeugen – dieses Muster ist genau das, was Google als manipulativ beschreibt. Ein Disavow ist trotzdem selten nötig; Google ignoriert solche Links in der Regel einfach.
Was kostet eine Pressemitteilung über einen Verteiler?
Kostenlose Portale nehmen Meldungen gratis an, Zusatzoptionen liegen im niedrigen zweistelligen Bereich. Verteiler-Software wird meist im Abo oder über Guthabenpakete abgerechnet, üblich sind niedrige bis mittlere zweistellige Monatsbeträge. Premium-Verteiler wie news aktuell liegen je Meldung im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich. Alle Angaben sind Größenordnungen, Stand September 2026 – bitte beim Anbieter prüfen.
Sollte ich Presseportale ganz weglassen?
Nein, aber Sie sollten sie richtig verbuchen. Als Linkquelle sind sie wertlos, als günstiger Baustein für Auffindbarkeit, Entitätskonsistenz und Erwähnungen sinnvoll. Die Faustregel: Wenn ein echter Anlass vorliegt, verteilen Sie zusätzlich – niemals stattdessen.
Wie oft sollte ein Mittelständler Pressemitteilungen veröffentlichen?
Nach Anlass, nicht nach Kalender. Vier bis sechs Meldungen im Jahr mit echtem Nachrichtenwert wirken deutlich besser als eine monatliche Pflichtübung. Ein fester Redaktionsrhythmus führt fast zwangsläufig dazu, dass Meldungen ohne Substanz entstehen, und die verbrauchen genau die Aufmerksamkeit bei Redaktionen, die Sie beim nächsten wichtigen Thema brauchen.
Helfen Pressemitteilungen bei der Sichtbarkeit in ChatGPT und AI Overviews?
Etwas, aber weniger als oft behauptet. KI-Systeme greifen bevorzugt auf Quellen zurück, die sie als vertrauenswürdig einstufen – Fachmedien, Nachschlagewerke, Foren. Presseportale sind selten die zitierte Quelle, liefern aber konsistente Angaben zu Ihrem Unternehmen, die das Bild der Entität stabilisieren. Der größere Hebel bleibt die Zweitverwertung durch ein echtes Fachmedium.
Fazit
Presseportale sind ein brauchbares Werkzeug mit falschem Etikett. Sie werden als Linkquelle verkauft und sind keine – nicht weil die Portale schlecht wären, sondern weil ein selbst gesetzter Link in einem selbst geschriebenen Text nie leisten kann, was ein redaktioneller Link leistet.
Was bleibt, ist trotzdem etwas wert: Ihre Meldungen sind auffindbar, Ihre Unternehmensangaben stehen konsistent in mehreren indexierten Quellen, und im günstigen Fall greift eine Fachredaktion auf. Für den Preis ist das ein faires Geschäft – solange Sie es nicht mit Linkbuilding verwechseln.
Unsere Empfehlung in drei Sätzen: Prüfen Sie jede geplante Meldung zuerst am Nachrichtenwert und erst danach am Kanal. Pitchen Sie die Meldung an drei bis fünf gezielt ausgewählte Fachredaktionen, bevor sie in irgendeinen Verteiler geht. Und führen Sie zwei getrennte Kennzahlen: verweisende Domains aus redaktionellen Platzierungen auf der einen Seite, Erwähnungen und Entitäts-Signale auf der anderen – Presseportale zahlen ausschließlich auf die zweite ein.
Weiterlesen: Wie aus einem Anlass eine Kampagne mit echten Medienplatzierungen wird, zeigt Digital PR für Linkbuilding. Welche Taktiken systematisch Erwähnungen erzeugen, sammelt Brand Mentions aufbauen. Und wer die Reihenfolge im Linkbuilding sucht, startet im Grundlagen-Lernpfad.
