Titelkarte: Domain Rating vs. Domain Authority – Grundlagen, Linkship

Domain Rating vs. Domain Authority: Was die Metriken wirklich sagen

In fast jedem Linkbuilding-Angebot steht eine Zahl vorne: DR 62. DA 48. TF 31. Sie entscheidet über Preise, über Zu- und Absagen und in vielen Unternehmen darüber, ob ein Budget freigegeben wird. Erstaunlich wenige Menschen, die täglich mit diesen Werten arbeiten, könnten erklären, woher sie kommen.

Das ist kein Bildungsproblem, sondern ein Geschäftsmodell. Wer Links verkauft, profitiert davon, dass die Zahl als objektives Gütesiegel gelesen wird. Tatsächlich ist sie die Schätzung eines Anbieters auf Basis seines eigenen Index – und bei drei der fünf gängigen Metriken lässt sie sich mit überschaubarem Aufwand nach oben schieben.

Dieser Artikel sortiert die fünf Werte, die im deutschsprachigen Markt zählen, erklärt in groben Zügen, was jeder von ihnen misst, zeigt an einem Rechenbeispiel zweier Domains mit identischem DR 45, warum die Zahl allein wertlos ist – und liefert Ihnen eine Entscheidungsregel, die in der Praxis trägt.

Kurz & knapp

  • Domain Rating (Ahrefs), Domain Authority (Moz), Trust Flow und Citation Flow (Majestic), Authority Score (Semrush) und der Sichtbarkeitsindex (Sistrix) sind Kennzahlen der jeweiligen Tool-Anbieter. Sie werden aus deren eigenen Crawl-Daten berechnet und sind keine Google-Signale.
  • Google hat nie eine Kennzahl namens „Domain Authority“ veröffentlicht und deren Existenz mehrfach öffentlich verneint. Sitewide-Signale existieren dennoch – Google beschreibt in seinen Dokumentationen etwa seitenweit wirkende Qualitäts- und Spam-Bewertungen. Nur eben nicht als eine Zahl von 0 bis 100.
  • Vier der fünf Metriken bewerten Links, eine bewertet Rankings: Der Sistrix-Sichtbarkeitsindex kennt keine Backlinks, sondern rechnet Positionen für ein festes Keyword-Set nach Suchvolumen und erwarteter Klickrate hoch.
  • Alle Link-Metriken laufen auf logarithmischen Skalen. Der Sprung von DR 20 auf 30 ist mit wenigen Links machbar, der von DR 70 auf 80 kostet ein Vielfaches. Deshalb sagt die Differenz zwischen DR 45 und DR 52 in der Praxis fast nichts aus.
  • DR und DA sind manipulierbar, weil sie ausschließlich Links betrachten. Aufgeblasene Profile, 301-Weiterleitungen von Expired Domains und private Netzwerke erzeugen hohe Werte ohne jede Leserschaft.
  • Die Praxisregel lautet Metrik-Trio: Autoritätsmetrik plus organischer Traffic plus thematische Relevanz. Fällt eine der drei Prüfungen durch, kaufen Sie nicht – unabhängig davon, wie gut die anderen beiden aussehen.

Was diese Metriken sind – und was sie ausdrücklich nicht sind

Jede der fünf Kennzahlen ist ein Produkt. Ahrefs, Moz, Majestic, Semrush und Sistrix betreiben eigene Crawler, bauen daraus einen eigenen Index und berechnen darauf eine eigene Formel. Keiner dieser Anbieter hat Zugriff auf Googles Rankingsystem. Die Werte sind Modelle, die versuchen, von außen zu schätzen, wie stark eine Domain ist.

Das erklärt auch, warum dieselbe Domain bei zwei Anbietern deutlich unterschiedlich abschneiden kann. Unterschiedliche Crawl-Tiefen, unterschiedliche Aktualisierungszyklen, unterschiedliche Gewichtungen. Wenn Ihnen ein Anbieter „DR 58, aber DA nur 29″ präsentiert, ist keiner der beiden Werte falsch – sie messen schlicht Verschiedenes.

Google hat keine Domain Authority

Das ist der wichtigste Punkt dieses Artikels. Vertreter von Google haben über Jahre hinweg mehrfach und öffentlich verneint, dass es intern eine Kennzahl gebe, die einer „Domain Authority“ entspricht. Der Begriff stammt aus dem Marketing von Moz und ist dort auch als solcher gekennzeichnet.

Wer also in einer Präsentation behauptet, ein Link „erhöht Ihre Domain Authority bei Google“, verkauft eine Kategorie, die es so nicht gibt. Was der Link tatsächlich tun kann: die Bewertung Ihrer Seiten durch Signale beeinflussen, die Google nie in einer einzelnen Zahl zusammenfasst.

Sitewide-Signale gibt es trotzdem

Aus „keine Domain Authority“ folgt nicht „alles ist rein seitenbezogen“. Google beschreibt in den Search Essentials und den zugehörigen Spam-Richtlinien mehrfach Bewertungen, die für eine ganze Website gelten: Spam-Einstufungen, die Behandlung von gehostetem Fremdinhalt, die Einordnung ganzer Domains bei Missbrauch der Reputation einer Website.

Auch manuelle Maßnahmen treffen häufig die gesamte Domain, nicht einzelne URLs. Und Kernupdates verschieben regelmäßig ganze Sites, nicht nur einzelne Seiten. Sitewide-Effekte sind also real. Sie sind nur kein Punktwert, den ein Tool auslesen könnte.

Wie die fünf Metriken grob rechnen

Die genauen Formeln sind Betriebsgeheimnisse, und niemand außerhalb der Anbieter kennt sie. Öffentlich dokumentiert ist aber jeweils, welche Datenbasis genutzt wird und welches Prinzip dahintersteht. Das genügt, um die Werte richtig zu lesen.

Ahrefs Domain Rating (DR)

DR bewertet ausschließlich das eingehende Linkprofil, und zwar auf Domain-Ebene. Vereinfacht zählt Ahrefs die Zahl der eindeutigen verweisenden Domains, gewichtet jede davon mit ihrer eigenen Stärke und berücksichtigt, auf wie viele Domains die verlinkende Seite selbst verweist. Eine Domain, die auf zehn andere zeigt, gibt pro Empfänger mehr weiter als eine, die auf zehntausend zeigt.

Nofollow-Links fließen nach Ahrefs‘ eigener Beschreibung nicht in die Berechnung ein. Das Ergebnis wird auf eine logarithmische Skala von 0 bis 100 abgebildet. Wie Linkkraft überhaupt weitergegeben wird, erklären wir ausführlich im Beitrag zu Linkjuice.

Moz Domain Authority (DA)

DA verfolgt einen anderen Zweck als DR. Moz beschreibt die Kennzahl als Vorhersagemodell: Ein Machine-Learning-Verfahren wird gegen echte Google-Suchergebnisse trainiert und schätzt, wie wahrscheinlich eine Domain gut rankt. Grundlage sind Merkmale aus dem Moz-Linkindex, darunter verweisende Domains und Gesamtzahl der Links.

Weil das Modell relativ funktioniert, kann Ihr DA sinken, obwohl Sie Links gewonnen haben – dann nämlich, wenn andere Domains im Index stärker zugelegt haben. DA eignet sich deshalb gut für Vergleiche zum Zeitpunkt X und schlecht für Verlaufsbetrachtungen.

Majestic Trust Flow und Citation Flow (TF/CF)

Majestic trennt bewusst zwei Dimensionen. Citation Flow misst die schiere Menge und Verbreitung der Links, Trust Flow die Nähe zu einem manuell geprüften Set vertrauenswürdiger Ausgangsseiten. Je kürzer der Linkpfad von einer dieser Seed-Seiten zu Ihrer Domain, desto höher der Trust Flow.

Interessant ist erst das Verhältnis der beiden. Ein Citation Flow von 45 bei einem Trust Flow von 8 bedeutet: viele Links, kaum vertrauenswürdige darunter. Das ist das klassische Muster gekaufter Masse. Bei redaktionellen Domains liegen die Werte üblicherweise näher beieinander.

Semrush Authority Score (AS)

Der Authority Score ist der einzige der vier Link-Werte, der nicht nur Links betrachtet. Semrush beschreibt ihn als zusammengesetzte Kennzahl aus drei Bereichen: Linkstärke, organischer Suchtraffic und Spam-Merkmale des Profils. Ein auffälliges Linkmuster kann den Wert also drücken, auch wenn die reine Linkmenge hoch ist.

In der Praxis macht ihn das schwerer manipulierbar als DR oder DA – aber auch schwerer zu interpretieren, weil Sie bei einem niedrigen Wert nicht sehen, welcher der drei Bestandteile ihn nach unten zieht.

Sistrix Sichtbarkeitsindex (SI)

Der Sichtbarkeitsindex fällt aus der Reihe, und genau deshalb gehört er in diese Liste. Er enthält keine Backlink-Komponente. Sistrix trackt ein festes, sehr großes Keyword-Set, prüft wöchentlich die Positionen einer Domain und verrechnet sie mit dem Suchvolumen des Keywords und der zu erwartenden Klickrate der jeweiligen Position.

Der SI misst also Ergebnis statt Ursache. Er hat keine Obergrenze von 100 und ist nur innerhalb eines Landes vergleichbar. Für die Bewertung einer Domain, auf der Sie einen Link platzieren wollen, ist er oft aussagekräftiger als jede Link-Metrik: Eine Domain mit stabilem Sichtbarkeitsindex hat echte Rankings und damit echte Leser.

Moz DA Majestic TF/CF Semrush AS Sistrix SI Linkprofil, 0–100 Ranking-Prognose Vertrauen vs. Menge Links + Traffic + Spam Rankings statt Links 5 Autoritätsmetriken im Überblick Ahrefs DR
Fünf Metriken, fünf Datenbasen – nur der Sistrix-Sichtbarkeitsindex kommt ganz ohne Backlink-Daten aus.

Die fünf Metriken im direkten Vergleich

MetrikDatenbasisSkalaStärkeSchwächeWofür geeignet
Domain Rating (Ahrefs)Eigener Linkindex, nur Dofollow-Links0–100, logarithmischGrößter Linkindex im Markt, sehr aktuellRein linkbasiert, damit gezielt aufblasbarSchnelle Vorsortierung großer Domainlisten
Domain Authority (Moz)Moz-Linkindex, ML-Modell gegen echte SERPs0–100, logarithmisch, relativZielt direkt auf RankingwahrscheinlichkeitRelative Skala, kleinerer Index, trägerVergleich mehrerer Domains zum selben Zeitpunkt
Trust Flow / Citation Flow (Majestic)Eigener Index, TF über geprüftes Seed-Setje 0–100Trennt Menge von VertrauenswürdigkeitZwei Werte, die nur im Verhältnis Sinn ergebenSpam-Verdacht prüfen, Linkfarmen entlarven
Authority Score (Semrush)Links, organischer Traffic, Spam-Merkmale0–100Bezieht Traffic und Spamsignale mit einBlackbox – Ursache eines Wertes nicht sichtbarPlausibilitätscheck gegen DR und DA
Sichtbarkeitsindex (Sistrix)Rankings für festes Keyword-Set, kein Link-Inputoffen nach oben, länderspezifischMisst tatsächliche Sichtbarkeit statt PotenzialKeine Aussage über die Linkkraft einer DomainPrüfen, ob eine Domain echte Leser erreicht

Warum die logarithmische Skala so oft falsch gelesen wird

Auf einer logarithmischen Skala sind gleich große Abstände nicht gleich viel wert. Von DR 20 auf DR 30 kommen viele Websites mit einer Handvoll ordentlicher Platzierungen. Von DR 70 auf DR 80 kommen Sie nur mit einer Größenordnung mehr an Linkkraft – im Bereich von Faktoren, nicht von Prozenten.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Unterschiede im mittleren Bereich sind Rauschen. Zwischen einer Domain mit DR 45 und einer mit DR 52 sollten Sie nie den Preis entscheiden lassen. Zweitens: Der eigene DR ist ein miserables Ziel für ein Linkbuilding-Projekt, weil er nach den ersten Erfolgen fast stillsteht, während Ihre Rankings weiter steigen.

Warum DR und DA beim Linkkauf manipulierbar sind

Eine Metrik, die nur Links zählt, lässt sich mit Links steuern. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern ein Geschäftszweig. Wer Platzierungen verkauft, hat einen direkten finanziellen Anreiz, die Zahl zu heben, die im Angebot steht. Drei Verfahren begegnen uns dabei regelmäßig.

  • Aufgeblasene Profile. Die Domain sammelt in kurzer Zeit hunderte Links aus Verzeichnissen, Profilseiten, Kommentarbereichen, Widget-Einbindungen und automatisiert erzeugten Seiten. Für DR zählt jede neue verweisende Domain, unabhängig davon, ob je ein Mensch dort gelesen hat. Ergebnis: DR 50 bei null Rankings.
  • 301-Tricks mit Expired Domains. Jemand kauft eine ausgelaufene Domain mit historisch gutem Linkprofil – etwa eine ehemalige Vereins- oder Verlagsseite – und leitet sie per 301 auf das eigene Projekt weiter. In Link-Tools wandert ein Teil der Kraft mit, und der DR springt binnen Wochen. Ob Google die Weiterleitung genauso bewertet, ist eine völlig andere Frage.
  • Private Netzwerke. Ein Betreiber kontrolliert 30 bis 300 Domains, die sich gegenseitig verlinken. Jede einzelne erreicht damit einen respektablen DR, und aus Sicht eines Tools sieht das Profil breit aus. Verräterisch sind identische Hoster, ähnliche Themes, dieselben Impressumsdaten und ein Linkumfeld, das sich im Kreis dreht.

Alle drei Muster erzeugen Domains, die auf dem Datenblatt gut aussehen und Ihnen nichts bringen. Google gibt in seinen Richtlinien ausdrücklich an, Link-Spam automatisiert zu erkennen und die betroffenen Links zu neutralisieren. Sie zahlen dann für ein Signal, das nie ankommt. Wie Sie solche Muster im eigenen Profil aufspüren, beschreibt unser Leitfaden zum Backlink-Audit.

Die vier Prüfungen, die jede Metrik ergänzen müssen

Gegen alle drei Manipulationen hilft dieselbe Gegenprüfung: Schauen Sie sich an, was die Domain leistet, nicht nur, was auf sie zeigt. Vier Werte genügen, und Sie holen sie in weniger als fünf Minuten pro Domain.

  • Organischer Traffic. Die härteste Kennzahl überhaupt, weil sie sich weder kaufen noch simulieren lässt. Eine Domain mit DR 50 und 300 geschätzten organischen Besuchern im Monat ist ein Warnsignal. Setzen Sie eine Untergrenze und halten Sie sie ein.
  • Ranking-Keywords. Prüfen Sie nicht nur die Anzahl, sondern die Zusammensetzung. Wenn eine Domain fast ausschließlich für den eigenen Markennamen rankt, hat sie keine thematische Autorität, sondern nur eine Adresse.
  • Themen-Relevanz. Passt der Link ins inhaltliche Umfeld? Ein Beitrag über Instandhaltung in einem Fachportal für Gebäudetechnik ist für einen Industrie-Shop wertvoller als ein Platz in einem generischen „Wirtschaftsmagazin“ mit doppeltem DR.
  • Outbound-Link-Anteil. Zählen Sie, wie viele externe Links pro Beitrag herausgehen und wohin. Fünf kommerzielle Links pro Artikel, davon zwei in Casino- oder Kredit-Nischen, entwerten jede Metrik. Eine ausführliche Bewertungsmatrix mit sieben Kriterien und Punktesystem finden Sie im Qualitäts-Score für Digital-Magazine.

Rechenbeispiel: zwei Domains, beide DR 45

Der Fall ist aus unserer Beratungspraxis, die Zahlen sind gerundet und anonymisiert. Ein Kunde aus dem B2B-Handel bekommt zwei Angebote. Beide Domains haben DR 45. Domain A kostet 1.400 Euro für ein redaktionelles Advertorial, Domain B 320 Euro für einen Gastbeitrag. Ohne Zusatzprüfung wirkt B wie das bessere Geschäft.

ZusatzmetrikDomain A (Fachmagazin)Domain B (Linkfarm)
Organischer Traffic pro Monatca. 41.000ca. 600
Ranking-Keywordsca. 8.400, thematisch breitca. 120, fast nur Marke
Trust Flow / Citation Flow28 / 346 / 41
Externe Links pro Beitrag2–3, überwiegend Quellen7–9, überwiegend kommerziell
Themen-Relevanz zum Kundenhoch (Branchenfachtitel)keine (Themenmix ohne Fokus)

Fünf Prüfungen, fünfmal ein klares Bild. Besonders aufschlussreich ist das Verhältnis von Trust Flow zu Citation Flow: Domain B hat mehr Links als Domain A, aber praktisch keine vertrauenswürdigen darunter. Genau dieses Muster – hoher CF, niedriger TF – ist die Signatur eines gekauften Profils.

Rechnen Sie es in Kosten pro erreichbarem Leser: Domain A kostet bei 41.000 monatlichen Besuchern rund 3,4 Cent pro potenziellem Kontakt, Domain B bei 600 Besuchern rund 53 Cent. Der „günstige“ Link ist um den Faktor 15 teurer – und trägt zusätzlich das Risiko, dass Google die Domain als Teil eines Linknetzwerks einstuft und der Link ohnehin wirkungslos bleibt.

Die Entscheidung: Domain A, ohne Diskussion. Und die eigentliche Lehre lautet: Der identische DR 45 war die einzige Information, die für beide Domains gleich war – und die einzige, die nichts zur Entscheidung beigetragen hat. Mehr zu realistischen Preisen und Risiken lesen Sie im Beitrag zu Backlinks kaufen.

Die Praxisregel: das Metrik-Trio

Damit das im Alltag funktioniert, braucht es eine Regel, die auch dann noch angewendet wird, wenn dreißig Angebote auf dem Tisch liegen. Wir arbeiten mit dem Metrik-Trio: Autoritätsmetrik plus organischer Traffic plus Themen-Relevanz. Alle drei müssen erfüllt sein, es gibt keine Verrechnung untereinander.

  • Autoritätsmetrik. Nehmen Sie eine – DR, DA oder AS – und bleiben Sie dabei, damit Ihre Werte über Monate vergleichbar sind. Setzen Sie eine Untergrenze, nicht ein Ziel: alles unterhalb fällt raus, alles darüber ist gleichwertig.
  • Organischer Traffic. Definieren Sie eine Mindestzahl passend zur Nische. In Nischen-B2B können 3.000 monatliche Besucher völlig ausreichen, im Consumer-Bereich sind 20.000 eine sinnvolle Schwelle. Wichtig ist, dass die Zahl vorher festgelegt wird und nicht pro Angebot neu verhandelt.
  • Themen-Relevanz. Die weichste, aber wichtigste Prüfung. Fragen Sie sich, ob Ihre Zielgruppe diesen Beitrag lesen würde. Wenn die ehrliche Antwort nein lautet, ist der Link ein reines SEO-Konstrukt – und genau die Kategorie, die Suchmaschinen zunehmend gut erkennen.

Die Schnittmenge der drei Kreise ist das, was wir „kaufwürdiger Link“ nennen. In der Praxis überleben davon je nach Nische zwischen 10 und 25 Prozent der Angebote, die man Ihnen schickt. Das fühlt sich streng an, spart aber Budget und verhindert die Platzierungen, die Sie später im Audit wiederfinden.

Zielgerichtete Besucher Organischer Traffic Besuchen von autoritativen Quellen Autoritative Relevanz Vertrauenswürdige Inhalte Zielgerichtete Relevanz Besucher finden passende Inhalte Themen-Relevanz Passende Inhalte Autoritätsmetrik Vertrauenswürdigkeit und Einfluss Das Metrik-Trio für Kaufwürdige Links Vertrauenswürdiger Traffic
Nur wo alle drei Prüfungen zusammentreffen, ist eine Platzierung den Preis wert.

Ergänzen Sie das Trio um eine vierte Gewohnheit: Halten Sie die Werte zum Zeitpunkt des Kaufs fest. Metriken verändern sich, und wenn eine Domain zwei Jahre später abstürzt, wollen Sie wissen, ob Sie damals falsch entschieden haben oder ob sich die Domain schlicht verändert hat. Wie Sie das systematisch aufsetzen, zeigt unser Beitrag zum Backlink-Monitoring.

KI-Suche: Zitations-Häufigkeit als neue Autorität

2026 kommt eine Ebene dazu, die keine der fünf Metriken abbildet. Google liefert Antworten über AI Overviews und den KI-Modus aus, ChatGPT und Perplexity nennen Quellen. Für die Sichtbarkeit einer Marke wird damit relevant, wie oft und in welchem Zusammenhang sie in diesen Antworten auftaucht.

Diese Zitations-Häufigkeit verhält sich nicht wie DR. Sie hängt weniger an der reinen Linkkraft als daran, ob eine Quelle zu einem Thema konsistent, aktuell und eindeutig zuordenbar Aussagen macht. Domains, die zu einem engen Themenfeld regelmäßig publizieren, werden häufiger herangezogen als generalistische Portale mit hoher Domain-Metrik.

Für Ihre Linkauswahl heißt das: Die Kriterien verschieben sich in dieselbe Richtung, in die das Metrik-Trio ohnehin zeigt. Ein Link in einem Fachtitel, der zu Ihrem Thema laufend zitiert wird, hat einen zweiten Nutzen neben dem klassischen Ranking-Effekt. Ein Link auf einer Domain, die außerhalb von Link-Tools niemand kennt, hat auch diesen nicht.

Eine belastbare Standardmetrik für Zitations-Häufigkeit gibt es noch nicht – die verfügbaren Werkzeuge messen Stichproben von Prompts, keine Gesamtheiten. Behandeln Sie solche Werte deshalb als Trendindikator, nicht als Zielgröße. Genau denselben Fehler haben wir mit DR und DA schon einmal gemacht.

Häufige Fragen

Was ist besser: Domain Rating oder Domain Authority?

Keine der beiden ist besser, sie beantworten verschiedene Fragen. DR schätzt die Stärke des Linkprofils, DA die Wahrscheinlichkeit, in Google gut zu ranken. Wählen Sie eine Metrik nach dem Tool, das Sie ohnehin nutzen, und bleiben Sie dabei – Konsistenz über die Zeit ist wertvoller als die Wahl des vermeintlich besseren Werts.

Nutzt Google Domain Rating oder Domain Authority?

Nein. Beide Werte stammen von SEO-Tool-Anbietern und werden aus deren eigenen Crawl-Daten berechnet. Google hat keinen Zugriff darauf und hat die Existenz einer eigenen „Domain Authority“ mehrfach öffentlich verneint. Sitewide wirkende Bewertungen gibt es bei Google durchaus, aber nicht als eine auslesbare Zahl.

Ab welchem DR lohnt sich ein Backlink?

Es gibt keine allgemeingültige Schwelle, weil der Wert ohne Kontext nichts aussagt. Sinnvoller ist eine Untergrenze passend zu Ihrer Nische – häufig zwischen DR 25 und DR 35 – kombiniert mit einer Mindestanforderung an organischen Traffic und thematischer Passung. Eine Domain mit DR 30 und echten Lesern schlägt eine mit DR 60 ohne Rankings.

Warum ist mein Domain Rating gesunken, obwohl ich Links gewonnen habe?

Dafür gibt es drei häufige Gründe. Erstens sind alte Links weggefallen, etwa weil Seiten gelöscht oder umgebaut wurden. Zweitens haben verlinkende Domains selbst an Stärke verloren. Drittens arbeiten die Skalen relativ: Wenn andere Domains stärker zulegen, rutschen Sie ab, ohne selbst etwas verloren zu haben.

Was sagt das Verhältnis von Trust Flow zu Citation Flow aus?

Es zeigt, ob Menge und Vertrauenswürdigkeit zusammenpassen. Liegen beide Werte nah beieinander, spricht das für ein organisch gewachsenes Profil. Ist der Citation Flow deutlich höher als der Trust Flow – etwa 40 zu 8 – hat die Domain viele Links aus Umfeldern, die weit von vertrauenswürdigen Quellen entfernt sind. Das ist ein typisches Linkfarm-Muster.

Ist der Sistrix-Sichtbarkeitsindex mit DR vergleichbar?

Nein, die beiden messen grundsätzlich Verschiedenes. Der Sichtbarkeitsindex berechnet sich aus tatsächlichen Rankings für ein festes Keyword-Set und enthält keine Backlink-Daten, DR betrachtet ausschließlich Links. Nutzen Sie beide nebeneinander: DR als Schätzung des Potenzials, den Sichtbarkeitsindex als Beleg dafür, dass eine Domain dieses Potenzial auch einlöst.

Fazit

Domain Rating, Domain Authority, Trust Flow, Authority Score und Sichtbarkeitsindex sind nützliche Werkzeuge – als Filter, nicht als Urteil. Sie helfen Ihnen, aus 200 Domains 40 zu machen. Die Entscheidung, welche 12 davon Sie kaufen, treffen sie nicht.

Unsere Empfehlung: Legen Sie sich auf eine Autoritätsmetrik fest, definieren Sie dazu eine Untergrenze für organischen Traffic und prüfen Sie jede Domain zusätzlich auf thematische Passung. Dieses Trio ist in fünf Minuten pro Domain abgearbeitet und filtert zuverlässig die Angebote heraus, deren einziger Vorzug eine schöne Zahl im Datenblatt ist. Wer nur auf DR kauft, kauft am Ende genau die Domains, die für den DR-Verkauf gebaut wurden.

Weiterlesen: Wie Linkkraft technisch weitergegeben wird und warum die Zahl der ausgehenden Links zählt, erklären wir im Beitrag zu Linkjuice. Die vollständige Bewertungsmatrix für redaktionelle Titel steht im Pillar zum Digital-Magazin-Linkbuilding. Und wenn Sie bei den Grundlagen neu einsteigen, beginnen Sie mit Was sind Backlinks?.

Welches Tool welche Metrik liefert und warum die Zahlen auseinandergehen, zeigt der Backlink-Checker-Vergleich.

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