Seriöse Linkbuilding-Anbieter erkennen: acht Prüfpunkte vor der Unterschrift
Es gibt im Linkaufbau keine Zulassung, keine Kammer und keine Prüfung. Jeder darf anbieten, und die Angebote sehen einander täuschend ähnlich: hochwertige Backlinks, White-Hat-Methoden, nachhaltiger Aufbau.
Die gute Nachricht: Unseriöse Angebote scheitern fast immer an denselben acht Punkten, und keiner davon verlangt Fachwissen. Sie brauchen nur die Bereitschaft, im Gespräch nachzuhaken statt höflich weiterzugehen.
Ein Hinweis zur Einordnung vorweg: Ein Anbieter, der eine Frage nicht beantwortet, ist nicht automatisch unseriös. Viele Häuser kalkulieren jedes Projekt einzeln und halten Listenpreise für irreführend – ein nachvollziehbares Argument. Der Nachteil liegt trotzdem bei Ihnen.
Kurz & knapp
- Die trennschärfste Frage ist die nach der Kennzeichnung bezahlter Platzierungen. Wer ausweicht, verkauft ein Richtlinienrisiko mit.
- Selbstauskünfte wie „wir arbeiten white hat“ sind nicht prüfbar und deshalb wertlos als Auswahlkriterium.
- Das eigene Linkprofil des Anbieters ist in dreißig Sekunden prüfbar – und verrät mehr als jede Referenzliste.
Die acht Prüfpunkte
| # | Frage | Gute Antwort | Warnsignal |
|---|---|---|---|
| 1 | In welchen Medien erscheint der Beitrag? | konkrete Titel, ggf. unter Vorbehalt | „vergleichbare Medien“, „aus unserem Netzwerk“ |
| 2 | Wie kommt der Link zustande? | Pitch, Buchung oder Vermittlung – benannt | „das ist unser Verfahren“ |
| 3 | Wird bezahlte Platzierung gekennzeichnet? | ja, mit rel="sponsored" | Ausweichen oder „das macht keiner“ |
| 4 | Was kostet eine einzelne Platzierung? | Spanne mit Begründung | nur Paketpreis für 50 Links |
| 5 | Was passiert, wenn ein Link verschwindet? | Ersatzregelung, Laufzeitangabe | überraschte Rückfrage |
| 6 | Wer schreibt den Text? | benannt, mit Freigabeschleife | unklar oder „das läuft automatisch“ |
| 7 | Drei Platzierungen der letzten zwölf Monate? | Medium und Anlass je Fall | nur Domainlisten und Kennzahlen |
| 8 | Wie berichten Sie? | Liste mit URL, Datum, Kosten | Sichtbarkeitskurve ohne Linkliste |
Der Punkt, an dem es rechtlich wird
Punkt 3 ist kein SEO-Detail. Bezahlte Links, die Rankings beeinflussen sollen und nicht gekennzeichnet sind, verstoßen gegen Googles Richtlinien – und in redaktionellen Medien berührt eine nicht gekennzeichnete Bezahlung auch das Wettbewerbs- und Presserecht. Das Risiko liegt bei Ihrer Domain und Ihrem Unternehmen, nicht beim Dienstleister.
Die saubere Antwort lautet: Bezahlte Platzierungen werden als Anzeige oder Sponsored Post gekennzeichnet und tragen rel="sponsored". Dass ein so gekennzeichneter Link keine Linkkraft weitergibt, ist kein Mangel des Anbieters, sondern der Preis der Regelkonformität. Was die Attribute bewirken, steht in Nofollow, Sponsored und UGC, die Richtlinien im Klartext in Googles Link-Spam-Richtlinien.
Die Dreißig-Sekunden-Prüfung, die niemand macht
Sehen Sie sich das Linkprofil des Anbieters selbst an. Wer Linkqualität verkauft, sollte sie auf der eigenen Domain anwenden. Der Domain-Check zeigt Domain Rank, verweisende Domains und Spam-Score in einer Abfrage.
Zur Einordnung: Über 193 der 197 Anbieterdomains im Linkship-Verzeichnis liegt ein Spam-Score vor. Die Spanne reicht von 1 bis 62, der Median liegt bei 14. 27 Anbieter liegen über 35. Das ist kein Beweis für schlechte Arbeit beim Kunden – aber ein guter Anlass für eine Rückfrage. Die vollständige Auswertung steht in Wer sein eigenes Linkprofil sauber hält.
Wichtig zur Fairness: Der Spam-Score ist eine Kennzahl von DataForSEO, kein Urteil von Google. Ein hoher Wert kann viele Ursachen haben – eine alte Domain mit gewachsener Historie, Negative-SEO, ein Relaunch mit Altlasten. Fragen Sie danach, statt daraus ein Urteil zu machen.
Was kein Auswahlkriterium ist
- „White Hat“ im Angebot. Eine Selbstauskunft, die niemand prüfen kann. Sie steht in Anbieterprofilen deshalb unter Hinweisen, nicht in der Bewertung.
- Google-Bewertungen. Liegen im Linkship-Verzeichnis nur für 9 von 197 Anbietern vor – eine Auswahl darauf zu stützen hieße, über fünf Prozent des Marktes zu urteilen.
- Garantierte Positionen. Niemand kann Google-Platzierungen zusagen. Wer es tut, verkauft entweder Begriffe ohne Wettbewerb oder eine Behauptung.
- Die Zahl der Links im Paket. Fünfzig Links aus Standardlisten sind weniger wert als drei aus Fachmedien Ihrer Branche.
Was das für Sie konkret heißt
Drucken Sie die acht Fragen aus und nehmen Sie sie ins nächste Gespräch mit. Schreiben Sie die Antworten mit – nicht, um den Anbieter zu prüfen, sondern um zwei Angebote später vergleichen zu können.
Wenn Sie sehen möchten, wie offen Anbieter im Markt tatsächlich sind: Wer seine Preise wirklich nennt wertet aus, wer Preis, Mindestbudget und Abrechnungsmodell öffentlich nennt – 90 von 197 tun es, 107 nicht.
Was das nicht leistet
Acht beantwortete Fragen sagen, dass ein Anbieter sauber arbeiten kann und will. Sie sagen nicht, dass Ihre Kampagne funktioniert. Ob es in Ihrem Markt etwas zu erzählen gibt und ob Ihre Zielseite den Link verdient, entscheidet mehr über das Ergebnis als die Wahl des Dienstleisters.
Außerdem prüfen die acht Punkte den Verkaufsprozess. Wer in der Anbahnung sauber antwortet und in der Umsetzung nachlässt, fällt erst im dritten Monat auf. Dagegen hilft nur eine Berichtspflicht mit Linkliste – Punkt 8.
Häufige Fragen
Ist ein Anbieter ohne Preisangabe unseriös?
Nein. Viele kalkulieren jedes Projekt einzeln und halten Listenpreise für irreführend. Der Nachteil liegt bei Ihnen: Sie brauchen mehr Gespräche für dieselbe Einordnung.
Was ist von Paketen mit fester Linkzahl zu halten?
Sie sind einfach zu vergleichen und deshalb beliebt – und genau deshalb kommen die Links fast immer aus standardisierten Domainlisten. Teilen Sie den Paketpreis durch die Zahl der Links und fragen Sie, in welchen Medien diese Links stehen.
Sollen wir eine Agentur mit Erfolgsgarantie nehmen?
Erfolgsgarantien im Linkaufbau beziehen sich in der Regel auf die Lieferung von Links, nicht auf Rankings – das steht dann im Kleingedruckten. Lassen Sie sich zeigen, worauf sich die Garantie bezieht, bevor Sie sie bewerten.
