Webseite bekannt machen: die ersten Verlinkungen ohne Budget
Eine neue Firmenwebsite ist zunächst für Google nicht vorhanden – nicht, weil sie schlecht wäre, sondern weil niemand auf sie verweist. Suchmaschinen erfahren von einer Seite vor allem über Links von anderen Seiten, und KI-Systeme zitieren nur, was sie irgendwo gelesen haben.
Der übliche Reflex lautet: Werbung schalten. Der wirkt sofort und hört ebenso sofort auf, wenn das Budget endet. Der zweite Weg dauert länger und bleibt: dafür sorgen, dass andere auf Sie verweisen.
Dieser Beitrag beschreibt vier Wochen ohne Werbebudget. Kein Trick, keine Abkürzung – aber ein Vorgehen, das in den meisten Unternehmen vier bis sechs verweisende Domains ergibt, weil die Beziehungen dafür bereits bestehen.
Kurz & knapp
- Die ersten Verweise entstehen fast immer aus bestehenden Geschäftsbeziehungen, nicht aus Outreach an Fremde.
- Erwähnungen des Firmennamens ohne Link gibt es in fast jedem Unternehmen – sie sind der schnellste Weg zu einem Verweis.
- Rechnen Sie mit rund sechs Stunden je Woche über vier Wochen. Das Ergebnis sind typischerweise vier bis sechs neue verweisende Domains.
Woche 1: Inventur
Legen Sie eine Liste an – Tabelle genügt – mit allen Organisationen, zu denen eine Beziehung besteht. Erfahrungsgemäß kommen dabei zwischen zehn und dreißig Einträge zusammen, oft mehr, als die Geschäftsführung erwartet:
- Innungen, Kammern, Fachverbände, Netzwerke
- Lieferanten und Hersteller mit Händler- oder Partnerverzeichnis
- Sponsorings: Verein, Feuerwehr, Schulfest, Laufveranstaltung
- Kooperationspartner und gemeinsame Projekte
- Hochschulen und Berufsschulen mit Praxispartnerliste
- Kommune, Wirtschaftsförderung, Standortportale
- ehemalige Arbeitgeber der Geschäftsführung, Referenzkunden
Zu jedem Eintrag zwei Spalten: Werden wir dort genannt? und Ist die Nennung verlinkt? Diese zweite Spalte ist die wertvollste Zahl der ganzen Woche.
Woche 2: die Nennungen ohne Link
Jede Zeile mit „genannt, aber nicht verlinkt“ ist eine Anfrage, die praktisch immer durchgeht – denn der Verweis kostet die andere Seite nichts, und sie hat sich für die Nennung bereits entschieden.
Die Mail bleibt kurz: Bezug auf die konkrete Seite, Bitte um Verlinkung des Firmennamens, korrekte Adresse mitschicken. Kein Anhang, keine Erklärung zu SEO. Wie Sie darüber hinaus Erwähnungen im ganzen Netz finden, steht in Unverlinkte Markennennungen.
Zur Erwartung: Nicht jede Anfrage führt zum Link, und manche Redaktion antwortet gar nicht. Bei bestehenden Geschäftsbeziehungen liegt die Trefferquote trotzdem deutlich höher als bei jeder anderen Methode – weil die Beziehung die Arbeit schon gemacht hat.
Woche 3: die Einträge, die noch fehlen
Jetzt die Zeilen mit „nicht genannt“. Mitgliederverzeichnisse, Händlersuchen, Sponsorenseiten und Praxispartnerlisten sind fast immer unvollständig, weil sich niemand darum kümmert. Eine Mail an die zuständige Stelle mit den vollständigen Firmendaten reicht in der Regel.
Parallel die Grundausstattung erledigen: Google-Unternehmensprofil und die fünf wichtigsten Verzeichnisse Ihrer Branche, alle mit identischen Angaben. Das Vorgehen steht in Google-Unternehmensprofil und Firmeneinträge.
Woche 4: der erste eigene Anlass
In der letzten Woche entsteht etwas Neues statt etwas Vorhandenes zu heben. Für einen Betrieb sind das meistens: ein Jubiläum, eine Auszeichnung, ein Neubau, eine Investition, der Ausbildungsstart, ein ungewöhnlicher Auftrag.
Daraus wird eine Meldung mit Zahl, Zitat und Foto – nicht länger als eine Seite – und geht an drei bis fünf lokale Redaktionen. Realistisch ist daraus ein Verweis. Aufbau und Vorlage stehen in Pressemitteilung schreiben, das Vorgehen für kleine Unternehmen in Pressearbeit für kleine Unternehmen.
Nach diesen vier Wochen stehen typischerweise vier bis sechs neue verweisende Domains – und, wichtiger, eine gepflegte Liste aller Beziehungen, aus der sich im nächsten Jahr weitere ergeben. Der ausführliche Plan mit fünfzehn Quellen steht in Backlinks kostenlos.
Was das für Sie konkret heißt
Beginnen Sie mit der zweiten Spalte der Inventurliste: Wo werden wir genannt, ohne verlinkt zu sein? Das sind die Anfragen mit der höchsten Trefferquote im ganzen Linkaufbau, und sie kosten eine Mail.
Notieren Sie vorher Ihre heutige Zahl der verweisenden Domains mit Datum – kostenlos im Domain-Check. In vier Wochen sehen Sie damit schwarz auf weiß, was die Arbeit gebracht hat.
Was das nicht leistet
Vier bis sechs verweisende Domains machen aus einer unbekannten Website keine bekannte. Sie machen aus einer Website ohne Verankerung eine mit Anfang – mehr nicht. Was danach kommt, braucht entweder Budget oder eigene Inhalte, auf die andere verweisen wollen.
Und das Vorgehen setzt voraus, dass es etwas zu verlinken gibt. Eine Website aus drei Seiten und einem Kontaktformular bekommt den Eintrag im Mitgliederverzeichnis, aber keine redaktionelle Erwähnung. Wenn die Seite dünn ist, ist sie die erste Investition.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Google die neue Website kennt?
Meist wenige Tage bis Wochen nach dem ersten Verweis von einer bereits bekannten Website. Beschleunigen lässt sich das mit der Search Console, in der Sie die Sitemap einreichen – was der Linkbericht dort zeigt, steht in Search-Console-Linkbericht.
Bringen Einträge in sozialen Netzwerken etwas?
Für das Ranking praktisch nichts, weil die Links dort gekennzeichnet sind. Für die Verbreitung eines Inhalts, den dann jemand anderes verlinkt, sehr wohl. Betrachten Sie sie als Verteilweg, nicht als Ziel.
Müssen wir dafür einen Dienstleister beauftragen?
Für diese vier Wochen nicht. Es sind Mails an Organisationen, mit denen Sie ohnehin zu tun haben – eine Agentur würde dieselben Mails schreiben und dafür Zeit abrechnen. Ab wann sich externe Hilfe lohnt, steht in Wer macht Linkaufbau?
