Hochschul-Links: Uni-Kooperationen statt .edu-Backlink-Mythos
In englischsprachigen Linkbuilding-Foren gelten Links von .edu-Domains als besonders wertvoll. Daraus ist ein ganzer Markt entstanden: „Edu-Backlinks“ im Paket, Profilseiten auf Uni-Servern, Artikel auf Studentenblogs. Für den deutschsprachigen Markt hat der Mythos zwei Schwächen. Google hat nie offiziell gesagt, dass eine Domainendung Links aufwertet. Und Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in aller Regel gar keine .edu-Adresse.
Interessant sind Hochschulen trotzdem. Ihre Domains sind alt und stark verlinkt, und sie nennen Unternehmen aus gutem Grund: als Praxispartner, Stipendiengeber, Arbeitgeber oder Forschungspartner. Wir wollten wissen, ob daraus tatsächlich Links entstehen, und haben am 25. Oktober 2026 Partner-, Förder- und Kooperationsseiten von 17 Hochschulen geprüft.
Das Ergebnis vorweg: Acht von 18 Seiten verlinken die genannten Organisationen, keine einzige setzt dabei nofollow oder sponsored. Die Listen der Deutschlandstipendium-Förderer dagegen nennen Unternehmen durchweg nur beim Namen. Welche Kooperation zu welchem Ergebnis führt, was das kostet und wo die rote Linie verläuft, zeigt dieser Strategie-Guide.
Kurz & knapp
- Google hat nie offiziell erklärt, dass Links von .edu-Domains mehr zählen. Für neue Domainendungen schrieb Google 2015, Schlüsselwörter in der Endung brächten weder Vor- noch Nachteile.
- .edu ist US-Hochschulen mit anerkannter institutioneller Akkreditierung vorbehalten. Hochschulen im DACH-Raum nutzen in aller Regel .de, .at, .ac.at oder .ch – der Wert eines Hochschul-Links entsteht dort aus der Kooperation, nicht aus der Endung.
- In einer Linkship-Stichprobe vom 25.10.2026 verlinkten 8 von 18 Partner- und Förderseiten von Hochschulen in DE, AT und CH die genannten Organisationen. Alle 404 gezählten Partnerlinks waren normale Links ohne nofollow, sponsored oder ugc.
- Keine der vier geprüften Förderlisten zum Deutschlandstipendium verlinkte die Förderer; sie nannten sie nur beim Namen. Career-Center-Partnerprogramme verlinkten dagegen in allen vier geprüften Fällen.
- Ein Deutschlandstipendium kostet Förderer 150 Euro im Monat, also 1.800 Euro im Jahr; der Bund legt denselben Betrag dazu. Eine Gegenleistung der Stipendiaten darf der Förderer nicht verlangen.
- Gekaufte Artikel auf Uni-Subdomains oder Studentenseiten sind Link-Spam. Googles Spam-Richtlinien nennen eine Bildungsseite mit gesponserten Fremdinhalten ausdrücklich als Beispiel für Missbrauch des Website-Rufs.
Was Hochschul-Links sind – und was nicht
Ein Hochschul-Link ist ein Verweis von der Website einer Universität, Fachhochschule oder Hochschule für angewandte Wissenschaften auf ein Unternehmen. Er entsteht, weil beide etwas miteinander zu tun haben: Das Unternehmen betreut Abschlussarbeiten, finanziert Stipendien, bildet dual Studierende aus, hält Gastvorträge oder forscht mit einem Institut.
Kein Hochschul-Link im Sinne dieses Guides ist ein Artikel, den jemand gegen Geld auf einem Studentenblog, einer Fachschafts-Subdomain oder einer verwaisten Uni-Seite platziert. Das ist gekaufter Linkplatz mit Hochschul-Etikett. Wo genau die Grenze verläuft, zeigt die Risiko-Ampel weiter unten.
Hochschulen sind dabei nur eine Quelle unter vielen aus dem echten Geschäftsumfeld. Einen schnellen Überblick über Verbände, Lieferanten, Regionalpresse und Hochschulen als kostenlose Quellen gibt Backlinks kostenlos: 15 Quellen, die wirklich existieren. Dieser Beitrag geht beim Thema Hochschule in die Tiefe: welche Kooperationsform zu einem Link führt, welche nur zu einer Nennung – und warum beides zählt.
Abgrenzung zum Sponsoring: Wer eine Hochschulveranstaltung, einen Hackathon oder ein Sportteam der Uni finanziert und dafür als Sponsor erscheint, betreibt Sponsoring mit allen Regeln zu Kennzeichnung und Linkattribut. Das behandelt der Beitrag Sponsoring-Links. Hier geht es um Kooperationen, bei denen die Nennung Folge einer inhaltlichen Zusammenarbeit ist.
Der .edu-Mythos – und warum er im DACH-Raum nicht trägt
Die Idee hinter „Edu-Backlinks“: Bildungseinrichtungen seien vertrauenswürdig, also gebe Google ihren Links mehr Gewicht. Eine offizielle Aussage, die das stützt, gibt es nicht. Weder Googles Dokumentation zu Links noch die Spam-Richtlinien von Google Search Central behandeln eine Domainendung als Qualitätsmerkmal.
Die deutlichste offizielle Äußerung zu Domainendungen stammt aus dem Jahr 2015. Anlässlich der vielen neuen Endungen schrieb Google, die Systeme behandelten neue generische Endungen wie .com und .org; Schlüsselwörter in der Endung brächten weder Vor- noch Nachteile (Google Search Central Blog, Juli 2015). Über .edu sagt der Beitrag nichts Ausdrückliches. Wer daraus einen Bonus für .edu ableitet, stützt sich also nicht auf Google, sondern auf Hörensagen.
Plausibel ist etwas anderes: Viele Hochschul-Domains sind seit Jahrzehnten online und sehr häufig verlinkt. Ein Link von dort kann deshalb stark sein, aber wegen der Website und ihres Umfelds, nicht wegen der Endung. Ein Link von einer Unterseite, die niemand verlinkt und niemand pflegt, erbt von dieser Stärke wenig.
Im DACH-Raum gibt es kaum .edu-Adressen
.edu-Domains vergibt die US-Organisation EDUCAUSE nur an Hochschulen mit Sitz in den USA, die eine vom US-Bildungsministerium anerkannte institutionelle Akkreditierung haben. Deutsche Hochschulen nutzen .de (uni-hamburg.de, lmu.de), österreichische .at oder .ac.at (tuwien.at, uibk.ac.at), Schweizer .ch (zhaw.ch, unisg.ch). Einzelne Ausnahmen gibt es: Das MCI in Innsbruck führt neben mci4me.at auch die Adresse mci.edu.
Die Suchnachfrage spiegelt das: „edu backlinks“ kommt in Deutschland laut DataForSEO auf rund 10 Suchanfragen im Monat, „uni backlinks“ ebenfalls auf 10. Wer im deutschsprachigen Markt „Edu-Links“ angeboten bekommt, bekommt in aller Regel Links aus den USA oder von Seiten, deren Herkunft mit Lehre und Forschung wenig zu tun hat.
Unsere Stichprobe: 18 Hochschulseiten in DE, AT und CH
Wir haben per Websuche 36 öffentlich zugängliche Seiten von Hochschulen gesammelt, auf denen Förderer, Partnerunternehmen oder Kooperationspartner stehen könnten, und sie am 25. Oktober 2026 per curl geladen. Gezählt wurde jeder Link auf eine fremde Domain samt rel-Attribut; Navigation, Fußzeile, soziale Netzwerke und hochschuleigene Dienste haben wir herausgerechnet. Zusätzlich haben wir die Robots-Angaben der Seiten geprüft.
18 Seiten von 17 Hochschulen enthielten tatsächlich eine Liste oder Nennung von Unternehmen und Organisationen: sieben aus Deutschland, sechs aus Österreich, fünf aus der Schweiz. Die übrigen 18 waren reine Infoseiten ohne Liste, luden ihren Inhalt per JavaScript oder waren nicht abrufbar. Bei der BTU Cottbus-Senftenberg haben wir vier zufällig gewählte Partnerprofile als eine Seite gezählt.
| Seitentyp | Seiten | davon mit Links | Hochschulen (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| Förderlisten (Deutschlandstipendium, Förderkreis) | 5 | 0 | Marburg, Göttingen, Bremen, Hamburg, Innsbruck |
| Career-Center- und Partnerprogramme | 4 | 4 | LMU München, MCI Innsbruck, BTU, Universität St. Gallen |
| Kooperationspartner von Hochschule oder Institut | 6 | 4 | BHT Berlin, JKU Linz, ZHAW (2), TU Wien, TU Graz |
| Abschlussarbeiten, Praktika, Stellen | 3 | 0 | FHNW, ZHdK, FH Technikum Wien |
| Summe | 18 | 8 | 17 Hochschulen |
Auf den acht verlinkenden Seiten zählten wir 404 Links auf Partnerorganisationen. Kein einziger trug nofollow, sponsored oder ugc; die vorkommenden Werte noopener und noreferrer sind Browser-Anweisungen ohne Einfluss auf die Linkbewertung. Keine der Seiten stand per Meta-Robots-Angabe auf nofollow, keine der verlinkenden per HTTP-Header. Was die Attribute im Einzelnen bedeuten, erklärt Nofollow, Sponsored, UGC.
Der wichtigste Befund: Ob ein Unternehmen verlinkt wird, hängt am Seitentyp. Wo Recruiting im Spiel ist, verlinken Hochschulen, oft direkt auf die Karriereseite des Partners. Wo es um Förderung geht, danken sie mit Namen. Die LMU München etwa verlinkt 77 Arbeitgeber, jeweils mit dem Ankertext „Karriereseite“.
Wann Hochschulkooperationen passen – und wann nicht
Die Stärke der Domains ist real. Die 17 Hochschul-Domains der Stichprobe kommen im Median auf einen Domain Rank (DataForSEO, 0–100) von 71, die Spanne reicht von 51 bis 83. Zum Vergleich: Die 1.005 Fachmagazine mit Kennzahl in unserer Erfassung liegen im Median bei 52; nur 7,0 Prozent erreichen 70 oder mehr. Der Wert gilt allerdings für die ganze Domain, nicht für die tief verschachtelte Partnerseite.
Lohnend ist der Weg, wenn mindestens zwei dieser Punkte zutreffen:
- Sie suchen Fachkräfte mit Studium. Dann zahlt sich die Kooperation schon über Bewerbungen aus, der Link ist Zugabe.
- Ihr Thema hat eine Fachrichtung. Maschinenbau, Informatik, Pflege, Logistik, Lebensmitteltechnik: Es gibt einen Studiengang oder ein Institut, das zu Ihnen passt.
- Sie haben regionale Nähe. Praxispartner-Listen, Förderkreise und Career Center arbeiten vor allem mit Betrieben aus der Region.
- Sie haben einen Planungshorizont von mindestens einem Jahr. Stipendien laufen über mindestens zwei Semester, Abschlussarbeiten über Monate.
Wenig Sinn ergibt der Weg für Online-Shops ohne Bezug zu Lehre und Forschung oder für Unternehmen, die schnell einzelne Links brauchen. Für eine junge Website ohne jede Verlinkung sind andere Quellen schneller, siehe Backlinks für eine neue Website.
Was auch ohne Link zählt
Zehn der 18 Seiten nennen Unternehmen nur beim Namen. Für Ranking-Signale ist das zu wenig, für die Suche mit KI nicht. Linkbuilding braucht einen Link; für GEO, also die Nennung in Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Übersichten, genügt eine Erwähnung in einer glaubwürdigen Quelle. „Gefördert von Firma X an der Universität Y“ ist genau so ein Satz. Wie Nennungen in KI-Antworten wirken, ordnet Backlinks und KI-Suche ein.
Eine Einschränkung zeigt die Stichprobe auch: Die JKU Linz sperrt in ihrer robots.txt die Crawler von OpenAI (GPTBot), Anthropic (ClaudeBot) und Common Crawl (CCBot) sowie – ebenso wie die Universität Innsbruck – die Crawler der Backlink-Werkzeuge Ahrefs und Semrush. Links von solchen Hochschulen tauchen in Backlink-Werkzeugen womöglich nie auf, und ihre Inhalte gelangen nicht über diese Crawler zu den KI-Anbietern.
Schritt für Schritt zur Hochschulkooperation
- Bestand prüfen (1 Stunde). Suchen Sie mit
site:hochschule.de "Ihr Firmenname"nach bestehenden Nennungen: Praxispartner, ehemalige Abschlussarbeiten, Messeteilnahmen. Jede Nennung ohne Link ist ein Kandidat für eine freundliche Nachfrage, wie sie Unverlinkte Markennennungen beschreibt. - Passende Hochschulen auswählen. Zwei bis drei Hochschulen in Ihrer Region mit einem Studiengang, der zu Ihrem Fachgebiet passt.
- Den richtigen Eingang wählen. Career Center für Stellen, Praktika und Partnerprogramme; Fundraising oder Alumni-Büro für Stipendien; Transferstelle oder Lehrstuhl für Abschlussarbeiten und Forschung. Die Pressestelle ist für Kooperationen selten der richtige erste Ansprechpartner.
- Ein konkretes Angebot machen. Ein Thema für eine Bachelorarbeit, ein Gastvortrag mit Praxisfall, ein Stipendium für Studierende eines bestimmten Fachs. Nicht: „Wir würden gern auf Ihrer Website erscheinen.“
- Erst die Zusammenarbeit, dann die Seite. Fragen Sie nach Abschluss, ob die Hochschule Partner oder Förderer öffentlich nennt und ob dabei auf Ihre Karriereseite verwiesen werden kann. Einen Link vertraglich zur Bedingung zu machen, ist der falsche Weg (siehe Risiko-Ampel).
- Eigene Seite anlegen. Dokumentieren Sie die Kooperation auf Ihrer Website: Studienpartnerschaft, betreute Arbeiten, Stipendium. Das gibt der Hochschule ein sinnvolles Linkziel und Ihnen Material für die Pressearbeit.
Bei den Partnerprogrammen der Career Center läuft es umgekehrt: Dort ist die Profilseite mit Link Teil des Angebots. Prüfen Sie vor der Buchung, ob die Profilseite überhaupt eigenständig indexierbar ist. Bei der BTU tragen alle geprüften Partnerprofile dieselbe canonical-Adresse ohne Parameter; Google dürfte sie deshalb als eine Seite behandeln, und der einzelne Profillink verliert an Gewicht.
Aufwand und Kosten
Die direkten Kosten sind bei den meisten Wegen gering. Teuer ist die Zeit, die jemand aus dem Fachbereich investiert. Die Tabelle trennt belegte Preise von Erfahrungswerten.
| Kooperationsform | Direkte Kosten | Zeitaufwand (Erfahrungswert) | Link in der Stichprobe |
|---|---|---|---|
| Deutschlandstipendium | 1.800 € je Stipendium und Jahr (150 € im Monat) | 2–4 Std. für Vereinbarung, dazu Vergabefeier | 0 von 4 Förderlisten |
| Career-Center-Partnerprogramm | z. B. BTU: 150 € netto im Jahr; anderswo auf Anfrage | 1–2 Std. für Profil | 4 von 4 Programmseiten |
| Praxispartner duales Studium | Vergütung der dual Studierenden | laufend, wie Ausbildung | abhängig von der Partnerliste |
| Abschlussarbeit in Kooperation | meist keine; ggf. Vergütung als Werkstudent | 20–40 Std. Betreuung über mehrere Monate | 0 von 3 Seiten zu Abschlussarbeiten, Praktika, Stellen |
| Gastvortrag | keine | 4–8 Std. inkl. Vorbereitung | gelegentlich in Veranstaltungsankündigungen |
| Forschungsprojekt mit Institut | Eigenanteil je nach Förderprogramm | Monate bis Jahre | 4 von 6 Kooperationsseiten von Hochschule oder Institut |
Zum Deutschlandstipendium: 150 Euro des monatlichen Stipendiums von 300 Euro tragen private Förderer, die anderen 150 Euro der Bund. Förderer können bis zu zwei Drittel der Stipendien einer Hochschule an eine Fachrichtung binden und die Förderung nach § 10b EStG steuerlich geltend machen (Deutschlandstipendium: Häufige Fragen der Fördernden). Nach Angaben des Programms waren 2021 rund 8.370 Förderer beteiligt.
Wichtig für die Erwartung: Nach § 5 Abs. 2 Stipendienprogramm-Gesetz darf das Stipendium nicht von einer Gegenleistung für den Förderer abhängen. Eine Nennung wie „Deutschlandstipendium, gefördert von Firma X“ ist laut Programm zulässig und erwünscht. Eine Benennung des Stipendiums nach dem Förderer kann aber die steuerliche Einordnung als Spende oder Sponsoring berühren. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung; dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Risiko-Ampel: gelb – grün bei echter Kooperation, rot beim Linkkauf
Hochschul-Links tragen gesamt die Farbe Gelb, weil unter demselben Etikett zwei völlig verschiedene Dinge verkauft werden.
Grün: Nennung als Folge echter Zusammenarbeit
Praxispartner-Listen, Förderer-Seiten, betreute Abschlussarbeiten, Forschungsprojekte, Gastvorträge, Stellenportale der Career Center. Die Hochschule entscheidet selbst, ob und wie sie Sie nennt. Hier gibt es kein Google-Problem, weil kein Link gekauft wurde, sondern eine Leistung erbracht.
Gelb: bezahlte Partnerprogramme
Bei der BTU gehört der Link ausdrücklich zum Leistungsumfang der Unternehmenspartnerschaft für 150 Euro netto im Jahr (BTU Cottbus-Senftenberg: Partnerunternehmen werden). Auch das MCI und die Universität St. Gallen schreiben, dass ein Teil der gelisteten Partner finanziell unterstützt. Alle diese Links waren normale Links. Nach Googles Spam-Richtlinien sind bezahlte Links nur dann unproblematisch, wenn sie mit sponsored oder nofollow gekennzeichnet sind. Der Hauptzweck solcher Programme ist Recruiting, nicht Ranking. Buchen Sie sie deshalb für Bewerber, nicht für den Link, und bestehen Sie nicht auf einem Link ohne Attribut.
Rot: gekaufte Links auf Uni-Subdomains und Studentenseiten
- Artikel auf Fachschafts-, Projekt- oder Studentenblogs gegen Geld. Das ist Kauf von Links zu Ranking-Zwecken, also Link-Spam.
- Eingeschleuste Fremdinhalte auf Hochschul-Servern. Google nennt in seinen Spam-Richtlinien als Beispiel für Missbrauch des Website-Rufs ausdrücklich eine Bildungsseite, die gesponserte Fremdtexte über Kurzzeitkredite veröffentlicht. Seit dem 30. August 2026 wirken manuelle Maßnahmen wegen dieser Richtlinie für Suchende im EWR anders: Der betroffene Bereich kann von der übrigen Website getrennt bewertet werden (Google Search Central Blog, 28.08.2026). Ziel bleibt in beiden Fällen, dass solche Seiten nicht vom Ruf der Hochschule profitieren.
- Link als Vertragsbedingung. Google zählt Verträge, die einen Link verlangen, ohne dem Betreiber die Wahl des Attributs zu lassen, ausdrücklich zu Link-Spam.
- „Edu-Pakete“ von Linkverkäufern. Meist US-Profilseiten, Kommentare oder gehackte Unterseiten. Wie man solche Muster erkennt, zeigt Googles Link-Spam-Richtlinien.
Wissenschaftsfreiheit gilt auch für die Website. Forschung und Lehre sind nach Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz frei, und Hochschulen achten auf ihre Neutralität. Redaktionelle Links verkaufen sie nicht. Wer eine Pressestelle oder einen Lehrstuhl mit einem Linkkauf-Angebot anschreibt, beschädigt im Zweifel genau die Beziehung, aus der später eine echte Kooperation hätte werden können.
Beispiel aus dem DACH-Markt: Was Unternehmen auf Hochschulseiten bekommen
Drei Beobachtungen aus der Stichprobe zeigen die Bandbreite. Die LMU München listet im Career Service Partnerunternehmen mit je einem Link auf deren Karriereseite und einem auf das LinkedIn-Profil. Das MCI Innsbruck führt rund 170 Partnerdomains mit Adresse und Link, meist auf die Karriereseite. Die FHNW dankt auf der Seite zu Bachelorarbeiten mehr als 200 Partnern aus Industrie und Wirtschaft, alle ohne Link.
Die Universitäten Marburg, Göttingen, Bremen und Hamburg nennen ihre Deutschlandstipendium-Förderer, darunter viele GmbHs, Banken und Stiftungen, ausschließlich als Text. Wer dort fördert, bekommt eine Nennung auf einer starken Domain, aber keinen Link.
Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen
Nehmen wir einen Maschinenbauer mit 120 Beschäftigten in Franken, der Ingenieure sucht. Er plant für zwölf Monate:
| Maßnahme | Kosten | Erwartung (Annahme) |
|---|---|---|
| 2 Deutschlandstipendien Maschinenbau | 3.600 € | Nennung auf der Förderliste, Kontakt zu 2 Studierenden |
| Career-Center-Partnerschaft bei 2 Hochschulen | 300–1.000 € | 2 Profillinks, Stellenanzeigen |
| 2 betreute Abschlussarbeiten | rund 60 Std. intern | 1 Link aus einer Institutsliste, 2 mögliche Bewerber |
| 1 Gastvortrag | rund 6 Std. intern | Nennung in der Ankündigung, eventuell mit Link |
Ergebnis der Annahme: drei bis vier Links von Hochschul-Domains und mehrere Nennungen für etwa 4.000 bis 4.600 Euro plus rund 66 Stunden. Als reiner Linkpreis wäre das teuer. Gerechnet gegen eine einzige Ingenieurseinstellung ohne Personalvermittlung sieht die Rechnung anders aus. Genau darin liegt die Logik des Wegs: Der Link ist Nebenprodukt einer Maßnahme, die sich ohnehin lohnen muss. Weitere Wege mit derselben Logik sammelt der Überblick Backlinks aufbauen: 12 Strategien.
Was das für Sie konkret heißt
Suchen Sie heute mit site:-Abfragen auf den Domains der zwei bis drei Hochschulen in Ihrer Nähe nach Ihrem Firmennamen. Jede bestehende Nennung ohne Link ist eine Nachfrage wert, jede fehlende Nennung trotz bestehender Zusammenarbeit (Praktika, duale Studierende, Abschlussarbeiten) ebenfalls.
Danach wählen Sie einen einzigen Einstieg: Career Center, wenn Sie Personal suchen; Deutschlandstipendium, wenn Sie sichtbar fördern wollen und keinen Link brauchen; Lehrstuhl, wenn Sie ein fachliches Thema haben. Ein Termin mit der richtigen Stelle bringt mehr als zwanzig Mails an Pressestellen.
Was das nicht leistet
Unsere Stichprobe ist eine Momentaufnahme vom 25. Oktober 2026 und nicht repräsentativ: 18 Seiten von 17 Hochschulen, gefunden per Websuche, gemessen am ausgelieferten HTML. Seiten, die ihre Listen per JavaScript nachladen, fehlen. Ob Google einen bestimmten Hochschul-Link wertet, lässt sich von außen nicht messen; der Domain Rank (DataForSEO) beschreibt die Domain, nicht die einzelne Partnerseite.
Die Kostenangaben zu Zeitaufwand und Erwartung sind Erfahrungswerte bzw. Annahmen. Belegt sind nur die Beträge des Deutschlandstipendiums und der BTU-Partnerschaft. Zu Spende, Sponsoring und Vertragsgestaltung ersetzt dieser Beitrag keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Zählen .edu-Backlinks bei Google mehr?
Dafür gibt es keine offizielle Aussage von Google. Zu neuen Domainendungen schrieb Google 2015, Schlüsselwörter in der Endung brächten weder Vor- noch Nachteile. Stark kann ein Hochschul-Link wegen der Website und ihrer Verlinkung sein, nicht wegen der Endung.
Haben deutsche Universitäten .edu-Domains?
In aller Regel nicht. .edu wird nur an US-Hochschulen mit anerkannter institutioneller Akkreditierung vergeben. Hochschulen in Deutschland nutzen .de, in Österreich .at oder .ac.at, in der Schweiz .ch.
Bekomme ich als Deutschlandstipendium-Förderer einen Backlink?
Meist nicht. In unserer Stichprobe vom 25.10.2026 nannte keine der vier geprüften Förderlisten die Unternehmen mit Link, nur mit Namen. Die Nennung ist trotzdem wertvoll, etwa für die Sichtbarkeit in KI-Antworten. Eine Gegenleistung der Stipendiaten dürfen Förderer nicht verlangen.
Welche Hochschulseiten verlinken Unternehmen am ehesten?
Partnerprogramme der Career Center und Kooperationslisten von Instituten. In unserer Stichprobe verlinkten alle vier Partnerprogramm-Seiten und vier von sechs Kooperationsseiten ihre Partner, insgesamt 404 Links ohne nofollow oder sponsored.
Darf ich einen Link auf einer Uni-Website kaufen?
Ein bezahlter Artikel auf einer Uni-Subdomain oder einem Studentenblog mit normalem Link ist nach Googles Spam-Richtlinien Link-Spam. Google nennt Bildungsseiten mit gesponserten Fremdinhalten zudem ausdrücklich als Beispiel für Missbrauch des Website-Rufs. Seriöse Hochschulen verkaufen keine redaktionellen Links.
Was kostet eine Hochschulkooperation?
Ein Deutschlandstipendium kostet Förderer 1.800 Euro im Jahr, ein Career-Center-Partnerprogramm bei der BTU Cottbus-Senftenberg 150 Euro netto im Jahr. Abschlussarbeiten und Gastvorträge kosten vor allem Zeit, nach Erfahrungswerten 4 bis 40 Stunden je Maßnahme.
