Partner- und Lieferantenlinks: Hersteller, Händler, Dienstleister
Wer mit Herstellern, Händlern oder Softwareanbietern zusammenarbeitet, steht oft längst auf deren Website: in der Händlersuche, im Partnerverzeichnis, auf einer Referenzseite. Ob dort auch ein Link auf die eigene Website steht, hat dagegen meist nie jemand geprüft.
Wir haben es getan. Am 25. Oktober 2026 haben wir 26 Händler- und Partnerverzeichnisse bekannter deutscher Hersteller und Softwareanbieter abgerufen – einmal als reines HTML, einmal im Browser mit einer Suche nach Nürnberg. 19 von 24 auswertbaren Verzeichnissen verlinken auf die Website des Partners, 16 davon ohne nofollow.
Der Haken steckt im Detail: Bei sieben von acht Herstellern mit Link erscheint er erst, nachdem jemand eine Postleitzahl eingibt. Was das für Google bedeutet, wie Sie fehlende Einträge bei bestehenden Partnern anstoßen und wo die Grenze zum Linktausch verläuft, zeigen die folgenden Abschnitte.
Kurz & knapp
- Partner- und Lieferantenlinks sind Verweise, die eine bestehende Geschäftsbeziehung dokumentieren: Händlersuchen von Herstellern, Partnerverzeichnisse von Softwareanbietern, Zertifizierungslisten und Referenzseiten.
- In einer Linkship-Stichprobe vom 25. Oktober 2026 verlinkten 19 von 24 auswertbaren Händler- und Partnerverzeichnissen auf die Website des Partners, 16 davon ohne nofollow oder sponsored.
- Alle 10 geprüften Partnerverzeichnisse von Softwareanbietern lieferten den Link direkt im HTML aus. Bei 7 von 8 Herstellern mit Link erschien er erst nach einer Suche per JavaScript.
- Die Google Suche interagiert laut eigener Dokumentation nicht mit Seiten. Links, die erst nach Eingabe einer Postleitzahl erscheinen, findet der Crawler deshalb in der Regel nicht – Detail- oder Stadtseiten mit fester Adresse dagegen schon.
- Weil die Geschäftsbeziehung schon besteht, ist die Bitte um einen fehlenden Eintrag keine Kaltakquise, sondern Partnerpflege. Der Partner hat selbst ein Interesse an vollständigen Daten.
- Gegenseitige Nennung aus echter Zusammenarbeit ist unproblematisch. Reiner Linktausch zwischen Partnern und vertraglich verlangte Links stehen dagegen als Beispiele in Googles Link-Spam-Richtlinien.
Was es ist: Links aus Geschäftsbeziehungen
Partner- und Lieferantenlinks sind Verweise, die eine Geschäftsbeziehung sichtbar machen. Ein Hersteller listet seine Händler, ein Softwareanbieter seine Implementierungspartner, ein Lieferant seine Referenzkunden. Der Link ist dabei nicht der Zweck, sondern ein Nebenprodukt: Er hilft Kunden, den passenden Partner zu finden.
Fünf Quellen gehören dazu. Sie unterscheiden sich darin, wer wen verlinkt und was Sie mitbringen müssen, um überhaupt aufzutauchen:
| Quelle | Wer verlinkt wen | Typische Voraussetzung |
|---|---|---|
| Händlersuche, Store-Locator | Hersteller verlinkt Händler, Handwerker, Installateure | Vertriebsvertrag, Schulung, Mindestabnahme |
| Partner- und Integrationsverzeichnis | Softwareanbieter verlinkt Agenturen, Berater, Technologiepartner | Partnervertrag, Zertifizierung, funktionierende Schnittstelle |
| Zertifizierungs- und Fachbetriebsliste | Hersteller, Programm oder Förderstelle verlinkt geprüfte Betriebe | bestandene Prüfung, laufende Fortbildung |
| Referenzseite eines Lieferanten | Lieferant verlinkt Kunden im Anwenderbericht | gelungenes Projekt, Freigabe beider Seiten |
| Kundenreferenz | Kunde verlinkt Dienstleister oder Lieferanten | zufriedener Kunde, Bereitschaft zur Nennung |
Was B2B-Linkbuilding grundsätzlich ausmacht, steht in Linkbuilding für B2B. Die Besonderheiten von Integrationsverzeichnissen und Marketplaces für Softwareanbieter behandelt Linkbuilding für SaaS, Mitgliederlisten von Innungen und Kammern der Beitrag Verbände und Kammern als Linkquelle. Hier geht es um die Frage, die dort offenbleibt: Liefern die Verzeichnisse Ihrer Geschäftspartner tatsächlich einen Link – und wie kommen Sie hinein?
Offene Firmen- und Branchenverzeichnisse, in die sich jedes Unternehmen eintragen kann, sind eine andere Kategorie. Partnerverzeichnisse sind exklusiver: Hinein kommt nur, wer tatsächlich Partner ist. Genau das macht sie glaubwürdig.
Für KI-Suchen zählt auch der Eintrag ohne Link. Linkbuilding braucht den Link als Ranking-Signal. Für GEO (Generative Engine Optimization, also die Sichtbarkeit in Antworten von ChatGPT & Co.) genügt oft die Nennung: Ein Herstellerverzeichnis, das Sie als zertifizierten Fachpartner in Ihrer Stadt führt, verknüpft Ihren Namen mit Produkt, Leistung und Ort. Den Unterschied erklärt der GEO-Leitfaden für den Mittelstand.
Wann es passt – und wann nicht
Die Taktik passt, wenn Ihr Geschäft in einer Lieferkette steckt. Je mehr Hersteller, Lieferanten, Softwarepartner und Gewerbekunden Sie haben, desto mehr mögliche Einträge gibt es.
- Handwerk und Fachhandel: Wer Heizungen, Elektroinstallation, Fenster, Küchen oder Werkzeug verkauft und einbaut, ist meist Partner mehrerer Hersteller – oft mit Anspruch auf einen Eintrag in deren Händlersuche.
- Agenturen und IT-Dienstleister: Shopsysteme, CMS, ERP- und Marketing-Software führen Partnerverzeichnisse. Jede Zertifizierung ist ein möglicher Eintrag.
- Zulieferer und Maschinenbau: Anwenderberichte von Lieferanten und Lieferantenseiten von Kunden, sofern beide Seiten der Nennung zustimmen.
- Softwareanbieter: als Technologiepartner in den Verzeichnissen anderer Anbieter, mit eigener Seite je Schnittstelle.
Wenig bringt sie Unternehmen ohne Partnerstruktur. Wer direkt an Endkunden verkauft und kaum Lieferanten hat, findet hier wenige Einträge. Dann sind lokale Links und Erwähnungen oder unverlinkte Markennennungen der bessere Startpunkt.
Und sie ersetzt keine redaktionellen Links. Ein Eintrag in einer Händlersuche zeigt, dass es Sie gibt und mit wem Sie arbeiten. Dass Sie in Ihrem Fach eine Adresse sind, belegen Fachbeiträge und Erwähnungen in Medien. Wo Partnerlinks im Gesamtbild stehen, ordnet Backlinks aufbauen: 12 Strategien ein.
Unsere Stichprobe: 26 Partnerverzeichnisse im Test
Geprüft haben wir am 25. Oktober 2026 14 Händler- und Fachpartnersuchen von Herstellern (Heizung, Elektro, Solar, Werkzeug, Küche, Fahrrad, Fenster, Tore und Sonnenschutz), 11 Partnerverzeichnisse von Softwareanbietern und die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes als Beispiel für eine Fachliste.
Jedes Verzeichnis haben wir zweimal abgerufen: erst per curl, also so, wie der Server das HTML ausliefert, dann in einem Chromium-Browser mit Cookie-Zustimmung und einer Suche nach Nürnberg. Gezählt haben wir Links auf die Websites der Partner und ihr rel-Attribut. Zwei Verzeichnisse (JUNG und d.velop) blockierten den automatisierten Abruf. Es bleiben 24.
| Befund | Hersteller (13) | Software (10) | Fachliste (1) | Gesamt (24) |
|---|---|---|---|---|
| Link zur Partner-Website im ausgelieferten HTML | 1 | 10 | 0 | 11 |
| Link erst nach Suche oder Formular | 7 | 0 | 1 | 8 |
| kein Link (nur Adresse, Telefon, Kontaktformular) | 5 | 0 | 0 | 5 |
Die Linkattribute sind erfreulich: 16 der 19 Verzeichnisse mit Link setzen weder nofollow noch sponsored. Shopware markiert die Partner-Website auf den geprüften Detailseiten mit nofollow, weclapp bei 10 von 12 geprüften Partnerseiten. DATEV SmartExperts verlinkt die Kanzlei-Website ohne Einschränkung, sofern sie hinterlegt ist, den Link zum Kanzlei-Impressum dagegen mit nofollow.
Bei den fünf Herstellern ohne Link sieht die Ergebnisliste anders aus: Name, Adresse, Telefonnummer, dazu ein Button wie „Angebot anfordern“ oder „Kontakt aufnehmen“, der beim Hersteller landet. Kärcher liefert in seiner Datenschnittstelle zwar ein Feld für Websites mit – bei den 33 Standorten rund um Nürnberg war es durchweg leer. VELUX führt keine öffentliche Liste, sondern vermittelt Handwerker über ein Anfrageformular.
Zur Einordnung: 26 Verzeichnisse, ein Testort, ein Stichtag. Wie ein Verzeichnis verlinkt, kann sich mit jedem Relaunch ändern. Herstellernamen nennen wir, weil die Verzeichnisse öffentlich sind; die gelisteten Betriebe nennen wir nicht. Alle URLs und Rohdaten liegen bei uns vor.
Im HTML oder per JavaScript: warum das den Unterschied macht
Sieben Hersteller verlinken ihre Partner, aber erst, nachdem jemand eine Postleitzahl eintippt. Die Ergebnisliste entsteht im Browser des Besuchers, nachgeladen per JavaScript aus einer Datenschnittstelle. Im HTML, das der Server ausliefert, steht keiner dieser Partner.
Für Besucher spielt das keine Rolle, für Suchmaschinen schon. JavaScript allein ist dabei nicht das Problem: Google rendert Seiten (Google: JavaScript-SEO-Grundlagen) und kann auch nachgeladene Links auswerten, solange es echte Ankerelemente mit href-Attribut sind (Google: Link-Best-Practices). Das Problem ist die Eingabe davor. In der Dokumentation zu Lazy Loading schreibt Google: „Das ist wichtig, da die Google Suche nicht mit deiner Seite interagiert.“ (Google: Lazy-Loading-Inhalte). Eine Liste, die es erst nach einer Postleitzahl gibt, bekommt der Crawler deshalb in der Regel nicht zu sehen.
Ein Indiz liefert der Backlink-Index von DataForSEO. Für 27 Paare aus Verzeichnis und gelisteter Partner-Website haben wir abgefragt, ob der Index den Verweis kennt:
- Softwareverzeichnisse mit Partnerlisten oder -seiten im HTML (Contao, TYPO3, JTL, CleverReach, Xentral): 10 von 10 Verweisen bekannt.
- Herstellersuchen, die erst nach einer Eingabe laden (Vaillant, SMA, Gira, nobilia, CUBE, Buderus): 0 von 13 Verweisen bekannt.
- Kermi mit statischen Stadtseiten: 0 von 4 – trotz Link im HTML. Ob die Seiten neu sind oder der Crawler sie noch nicht erfasst hat, können wir von außen nicht sagen.
DataForSEO ist nicht Google, und 27 Paare sind eine kleine Auswahl. Das Muster ist trotzdem deutlich: Ein Link, den ein Crawler nur nach einer Formulareingabe sehen würde, taucht in der Linkdatenbank nicht auf. Wir gehen davon aus, dass er auch für Googles Ranking wenig beiträgt. Belegen lässt sich das von außen nicht.
Unsere Empfehlung: Fragen Sie nicht nur, ob Sie in der Händlersuche stehen, sondern ob es zu Ihrem Eintrag eine eigene Seite mit fester Adresse gibt – eine Händler-Detailseite oder eine Stadtseite. Erst dann ist der Link für Suchmaschinen sicher auffindbar. Für Kunden, die einen Fachbetrieb in ihrer Nähe suchen, lohnt sich der Eintrag ohnehin.
Schritt für Schritt: fehlende Einträge anstoßen
Partnerlinks entstehen nicht durch Kampagnen, sondern durch Inventur. Die Beziehungen existieren bereits; es fehlt nur der Abgleich zwischen dem, was Sie mit Partnern vereinbart haben, und dem, was auf deren Websites steht.
- Beziehungen sammeln: Lassen Sie sich aus der Buchhaltung die Lieferanten und die größten Kunden der letzten zwei Jahre geben, dazu Zertifikate, Partnerverträge und Schulungsnachweise. Jeder Hersteller, dessen Produkte Sie verbauen oder verkaufen, ist ein Kandidat.
- Verzeichnis je Partner finden: Suchen Sie auf der Website jedes Partners nach „Händler“, „Fachpartner“, „Partner finden“, „Referenzen“ oder „Anwenderberichte“.
- Eintrag prüfen: Stehen Sie drin, mit richtigem Namen, Adresse und Leistungen? Ist die Website hinterlegt und verlinkt? Gibt es eine eigene Detailseite? Den Link prüfen Sie mit den Entwicklertools des Browsers oder mit dem Link-Checker.
- Die richtige Stelle anschreiben: nicht die allgemeine Info-Adresse, sondern Ihren Ansprechpartner im Außendienst oder das Partnermanagement. Viele Hersteller und Softwareanbieter lassen Partner ihren Eintrag im Partnerportal selbst pflegen.
- Das Linkziel wählen: Hat das Verzeichnis ein Feld für die Website, hinterlegen Sie die Seite, die zum Partner passt – die Seite zu Wärmepumpen statt der Startseite, die Integrationsseite statt der Produktübersicht.
- Nachhalten: Notieren Sie Verzeichnis, URL, Linkattribut und Datum in einer Liste und prüfen Sie zweimal im Jahr. Wie das mit Werkzeugen geht, steht in Backlink-Monitoring.
So formulieren Sie die Anfrage
Die Anfrage ist kurz und sachlich. Sie bitten nicht um einen Gefallen, sondern um die Korrektur eines Eintrags im Partnerprogramm:
Betreff: Unser Eintrag in Ihrer Fachpartnersuche
Guten Tag [Name],
wir sind seit [Jahr] zertifizierter Fachpartner für [Produktlinie].
In Ihrer Fachpartnersuche fehlt bei unserem Eintrag die Website.
Bitte ergänzen Sie: https://www.beispiel-betrieb.de/waermepumpen/
Außerdem hat sich unsere Telefonnummer geändert: [Nummer].
Vielen Dank und viele Grüße
[Name, Firma, Partnernummer]
Warum das kein Kaltakquise-Problem ist: Sie schreiben einem Unternehmen, mit dem Sie einen Vertrag haben, über einen Eintrag in dessen eigenem Partnerprogramm. Das ist Partnerpflege, keine Werbemail an Unbekannte. Und der Partner hat selbst ein Interesse an korrekten Daten, weil seine Händlersuche sonst Kunden an falsche Adressen schickt. Für Anfragen an fremde Websites gelten andere Regeln, die Outreach-Mails für Linkanfragen erklärt. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.
Bei Referenzen läuft es umgekehrt: Bieten Sie Ihrem Lieferanten einen kurzen Anwenderbericht oder ein Zitat zu einem gelungenen Projekt an. Bei Gewerbekunden fragen Sie nach Projektabschluss, ob Sie auf deren Partner- oder Lieferantenseite genannt werden dürfen. In beiden Fällen gilt: Den Ankertext formuliert der Partner, nicht Sie.
Aufwand und Kosten
Partnerlinks kosten fast nur Arbeitszeit. Die Werte in der Tabelle sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten, keine Messwerte.
| Arbeitsschritt | Zeitaufwand | Externe Kosten | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Inventur der Beziehungen | 2 bis 4 Stunden | keine | Buchhaltung und Vertrieb einbinden |
| Prüfung je Verzeichnis | 10 bis 20 Minuten | keine | Detailseite und Linkattribut prüfen |
| Anfrage oder Pflege im Partnerportal | 15 bis 30 Minuten je Partner | keine | Zugang oft über den Außendienst |
| Anwenderbericht für einen Lieferanten | 4 bis 8 Stunden | eventuell Fotos | Freigabe des Kunden nötig |
| Neue Zertifizierung als Partner | mehrere Tage | Schulungsgebühren möglich | nur, wenn sich das Geschäft lohnt |
| Monitoring | etwa 1 Stunde pro Halbjahr | keine | Liste mit URL, Attribut, Datum |
Rechenbeispiel: zwölf Partner, elf Stunden
Hinweis: Das Beispiel ist erfunden. Es zeigt Ablauf und Größenordnungen, keinen echten Kunden und keine Zusage.
Ein Elektro- und SHK-Betrieb mit 25 Beschäftigten arbeitet mit sechs Herstellern zusammen, nutzt zwei Softwarelösungen mit Partnerprogramm und hat vier Gewerbekunden, die auf ihren Websites Partner nennen. Zusammen sind das zwölf Kandidaten.
Die Rechnung: Inventur 3 Stunden, Prüfung 12 × 15 Minuten = 3 Stunden, Anfragen bei acht lückenhaften Einträgen à 20 Minuten = knapp 3 Stunden, Nachfassen 2 Stunden. Zusammen rund 11 Stunden. Bei angenommenen internen Kosten von 60 Euro je Stunde sind das 660 Euro.
Realistisch bleibt nicht jeder Eintrag als Link übrig. In unserer Stichprobe bot nur einer von 13 Herstellern eine feste Seite mit Link, bei Softwareverzeichnissen waren es alle zehn. Angenommen, am Ende stehen fünf neue verweisende Domains: Dann kostet jede rund 130 Euro – aus Quellen, die thematisch exakt zu Ihrem Geschäft passen.
Risiko-Ampel: grün – mit zwei Ausnahmen
Partner- und Lieferantenlinks gehören zu den unbedenklichsten Links überhaupt. Sie dokumentieren eine echte Beziehung, und das ist an der verlinkenden Seite selbst ablesbar. Zwei Konstellationen schalten die Ampel trotzdem um.
| Konstellation | Ampel | Begründung |
|---|---|---|
| Eintrag in Händlersuche, Partner- oder Zertifizierungsliste | grün | dokumentiert eine bestehende Beziehung |
| Referenz- oder Anwenderbericht mit Link | grün | redaktioneller Anlass, Ankertext vom Partner |
| Gegenseitige Nennung bei echter Zusammenarbeit | grün | beide Seiten haben einen inhaltlichen Grund |
| Partnerprogramm verlangt Rücklink oder verlinktes Siegel | gelb | vertraglich geforderter Link ist ein Link-Spam-Beispiel |
| Kostenpflichtiger Premium-Eintrag mit Link | gelb | Geld gegen Platzierung, Link sollte sponsored tragen |
| Reiner Linktausch zwischen Partnern | rot | ausdrücklich in Googles Spam-Richtlinien genannt |
In den Spam-Richtlinien für die Google-Websuche führt Google unter Link-Spam „Exzessiver Linktausch („Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“) oder Partnerseiten zum ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung“ auf. Entscheidend ist das Wort „ausschließlich“: Eine Händlersuche existiert, damit Kunden einen Händler finden. Eine Liste mit 30 „Partnern“ ohne Zusammenarbeit existiert für Links. Warum Tausch fast immer schadet, steht in Linktausch: Warum er 2026 fast immer schadet.
Für den gelben Bereich zählt ein weiterer Punkt derselben Liste: die „Anforderung eines Links im Rahmen von Nutzungsbedingungen, eines Vertrags oder einer ähnlichen Vereinbarung, ohne dass Dritte, die Inhaber von Inhaltsrechten sind, den ausgehenden Link kennzeichnen können“. Schreibt Ihr Partnerprogramm ein verlinktes Siegel auf Ihrer Website vor, setzen Sie den Link mit rel="nofollow". Das erfüllt die Vereinbarung und hält Ihr Profil sauber. Was die Attribute bewirken, erklärt Nofollow, Sponsored, UGC.
Unsere Empfehlung: Verlinken Sie Ihre Partner dort, wo es für Ihre Kunden einen Grund gibt – auf der Seite zur Leistung, im Projektbericht, bei der Produktauswahl. Eine Sammelseite „Unsere Partner“ mit Dutzenden Logos und Links brauchen Sie nicht.
Beispiel aus dem DACH-Markt: ein Betrieb, vier Hersteller
Ein Nürnberger Fachbetrieb für Elektro-, Sanitär- und Heizungstechnik tauchte in unserer Stichprobe gleich viermal auf: in den Fachpartnersuchen von Vaillant, Buderus und Gira sowie auf der Nürnberger Stadtseite von Kermi. Alle vier verlinken seine Website ohne nofollow.
Im Backlink-Index von DataForSEO stand am 25. Oktober 2026 keiner dieser vier Verweise. Bekannt war ein anderer: der Link von der Website der örtlichen Elektro-Innung. Drei der Herstellerlinks erscheinen nur nach einer Suche, der vierte steht auf einer statischen Seite, die der Index noch nicht erfasst hat.
Für den Betrieb heißt das: Vier Hersteller bestätigen öffentlich seine Partnerschaft – als Ranking-Signal kommt davon nach heutigem Stand wenig an. Die Innung mit ihrer schlichten Mitgliederseite liefert mehr. Für Kunden, die in der Herstellersuche nach einem Fachbetrieb suchen, ist er trotzdem viermal sichtbar.
Wenn der Hersteller umbaut: das STIHL-Beispiel
Dass sich so etwas auch in die andere Richtung bewegen kann, zeigt STIHL. Laut DataForSEO verlinkte der Hersteller seine Fachhändler bis mindestens November 2025 auf eigenen Händlerseiten unter fachhandel.stihl.de – mit festen Adressen nach dem Muster /fachhaendler/nuernberg/… und Links ohne nofollow. Am 25. Oktober 2026 liefern diese Adressen den Status 404, die Subdomain leitet auf die neue Händlersuche weiter. Dort stehen die Händler-Websites weiterhin, aber erst nach einer Suche.
Für die Händler ist ein solcher Umbau ein stiller Linkverlust, den niemand meldet. Wer seine Partnerlinks in einer Liste führt, bemerkt ihn beim nächsten Halbjahres-Check und kann beim Hersteller fragen, ob es wieder Detailseiten geben wird. Wie Sie verlorene Links systematisch aufspüren, zeigt Link Reclamation.
Was das für Sie konkret heißt
Öffnen Sie heute die Händler- oder Partnersuche Ihrer drei wichtigsten Hersteller oder Softwareanbieter und suchen Sie sich selbst. Notieren Sie für jeden Eintrag: Steht die Website drin? Ist sie verlinkt? Gibt es eine eigene Seite mit fester Adresse?
Wo die Website fehlt, schreiben Sie Ihrem Ansprechpartner eine Mail nach dem Muster oben. Wo es nur eine Suche ohne Detailseiten gibt, fragen Sie nach, ob der Partner solche Seiten plant – und stecken Ihre Zeit vorerst in Partner, deren Verzeichnisse den Link direkt im HTML ausliefern.
Was das nicht leistet
Unsere Stichprobe umfasst 26 Verzeichnisse, einen Testort und einen Stichtag. Sie zeigt, wie Verzeichnisse Links ausliefern, nicht, wie Google sie gewichtet. Der Abgleich mit DataForSEO ist ein Indiz, kein Beweis: Der Index ist nicht der von Google, und 27 Paare sind wenig.
Partnerlinks wachsen außerdem nur mit dem Geschäft. Mehr Einträge gibt es nur über mehr Partnerschaften, und eine Zertifizierung allein wegen des Links rechnet sich selten. Für Sichtbarkeit in Ihrem Fachgebiet brauchen Sie zusätzlich redaktionelle Erwähnungen, etwa in Fachmedien.
Häufige Fragen
Was sind Partnerlinks?
Partnerlinks sind Verweise, die eine Geschäftsbeziehung dokumentieren: der Eintrag in der Händlersuche eines Herstellers, im Partnerverzeichnis eines Softwareanbieters, in einer Zertifizierungsliste oder auf der Referenzseite eines Lieferanten. Sie entstehen aus der Zusammenarbeit, nicht aus einer Linkanfrage an Fremde.
Zählt ein Link aus einer Händlersuche für Google?
Steht er als normales Ankerelement mit href auf einer Seite, die Google ohne Eingabe erreicht, zählt er wie jeder andere Link. Erscheint er erst nach Eingabe einer Postleitzahl, sieht Google ihn in der Regel nicht, weil die Google Suche laut eigener Dokumentation nicht mit Seiten interagiert. In unserer Stichprobe betraf das 7 von 8 Herstellern mit Link.
Ist gegenseitige Verlinkung mit Partnern Linktausch?
Nicht, wenn eine echte Zusammenarbeit dahintersteht und jeder Link einen inhaltlichen Grund hat. Google nennt in seinen Spam-Richtlinien exzessiven Linktausch und Partnerseiten zum ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung. Wo die Grenze verläuft, zeigt der Beitrag zum Linktausch.
Darf ein Hersteller einen Link zurück verlangen?
Vertraglich kann er das vereinbaren. Google zählt die Anforderung eines Links per Vertrag oder Nutzungsbedingungen aber zu den Link-Spam-Beispielen, wenn der Link nicht gekennzeichnet werden kann. Setzen Sie ein vorgeschriebenes Partnersiegel deshalb mit rel="nofollow".
Wie frage ich nach einem fehlenden Eintrag?
Schreiben Sie Ihrem Ansprechpartner im Außendienst oder im Partnermanagement, nennen Sie Ihre Partnerschaft und bitten Sie konkret um die Ergänzung der Website-Adresse. Viele Hersteller und Softwareanbieter lassen den Eintrag auch im Partnerportal selbst pflegen. Weil die Geschäftsbeziehung besteht, ist das Partnerpflege und keine Kaltakquise.
Sind Partnerlinks für KI-Suchen relevant?
Für Nennungen in KI-Antworten genügt oft eine Erwähnung ohne Link. Ein Herstellerverzeichnis, das Sie als zertifizierten Fachbetrieb führt, verbindet Ihren Namen mit Produkt, Leistung und Ort. Ob ein bestimmtes KI-System diese Quelle nutzt, lässt sich vorab nicht sagen.
