Linkbuilding für Hotels und Tourismus: Verbände, Portale, Reiseblogs
Nach „SEO Hotel“ wird in Deutschland laut Google Ads rund 110-mal im Monat gesucht, nach „Hotelmarketing“ rund 260-mal, nach „Tourismusmarketing“ rund 170-mal. Für „Linkbuilding Hotel“ meldet Google Ads gar kein Suchvolumen. Dabei wird kaum eine Branche so oft gelistet wie die Hotellerie: vom Tourismusverband, vom Landesmarketing, vom Wanderverband, vom Convention Bureau.
Die Frage ist nur, welche dieser Listen auch verlinken. Wir haben am 26. Oktober 2026 21 Quellen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geprüft. Auf 13 Plattformen haben wir 47 Hotelprofile ausgelesen: 38 verlinkten die Website des Hauses, 31 davon ohne nofollow.
Hier steht, welche Quellen sich lohnen und was sie kosten, warum Booking.com keinen Link bringt, was bei Pressereisen mit Bloggern und Journalisten gilt – und wie ein Plan für sechs Monate aussieht, samt Beispiel-Rechnung.
Kurz & knapp
- Linkbuilding für Hotels heißt vor allem: die Einträge bei Tourismusorganisationen, Verbänden, Zertifizierern und Tagungsportalen mit Website-Link pflegen. Profile auf Buchungsportalen bringen keinen Link.
- In einer Linkship-Messung vom 26.10.2026 verlinkten 38 von 47 Hotelprofilen auf 13 Plattformen die Website des Hauses; 31 dieser Links trugen weder nofollow noch ugc.
- Die Gastgeberseiten der Tourismusorganisationen in Harz, Allgäu, Rügen und Tirol verlinkten in 14 von 15 geprüften Fällen ohne nofollow. Sechs weitere Hotel- und Gastgeberverzeichnisse zeigten im ausgelieferten HTML keinen einzigen Hotellink.
- Wer Journalisten oder Blogger zu einer Pressereise einlädt, muss mit einem Hinweis rechnen: Der Pressekodex verlangt, die Finanzierung kenntlich zu machen, und laut Leitfaden der Medienanstalten kann schon die Übernahme von Reisekosten eine Gegenleistung sein.
- Google nennt den „Austausch von Waren oder Dienstleistungen gegen Links“ ausdrücklich als Link-Spam. Eine Gratisübernachtung gegen einen Dofollow-Link fällt darunter.
Ausgangslage: Was Hotels beim Linkaufbau anders macht
Ein Backlink ist ein Verweis von einer fremden Website auf Ihre; Google wertet ihn als Empfehlung. Für die KI-Suche, also die Nennung in Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews, genügt oft schon die Erwähnung. Fachleute nennen das GEO (Generative Engine Optimization). Für Hotels zählt beides – aber unter Bedingungen, die andere Branchen nicht kennen.
Erstens die Konkurrenz: Bei Suchen nach Hotels stehen Häuser nicht nur neben dem Mitbewerber im Nachbarort, sondern neben Buchungsportalen, Metasuchen und Googles eigener Hotelsuche. Ein einzelnes Haus gewinnt dort selten über Linkmasse, eher über Ortsbezug, Spezialisierung und eine starke Marke.
Zweitens das Umfeld: Um jedes Hotel herum gibt es Organisationen, die Gastgeber ohnehin auflisten. Die wichtigste ist die DMO (Destination Management Organisation) – Tourismusverband, Tourist-Info oder Landesmarketing einer Region. Dazu kommen Verbände, Klassifizierungen, Themenzertifikate, Convention Bureaus und Hochzeitsportale. Jede dieser Listen ist eine mögliche Linkquelle.
Drittens die Währung: Hotels zahlen in der Kooperation selten mit Geld, oft mit Übernachtungen. Genau das macht Pressereisen und Blogger-Kooperationen rechtlich und für Google heikel, sobald ein Link Teil der Abmachung ist.
Abgrenzung: Die lokale Grundlage aus Unternehmensprofil, Bewertungen und Lokalpresse steht in Local SEO für KMU, die einheitlichen Firmendaten in Local Citations aufbauen. Wie Mitgliedschaften allgemein zu Links werden, erklärt Verbände und Kammern als Linkquelle. Dieser Beitrag behandelt nur, was für Hotels, Gastgeber und Destinationen speziell gilt.
Unsere Messung: 21 Quellen, 47 Hotelprofile
Am 26. Oktober 2026 haben wir für 21 Quellen Seiten per curl geladen, also ohne JavaScript, so wie ein einfacher Crawler sie sieht. Bei 13 Plattformen haben wir je drei bis vier Hotelprofile ausgelesen und jeden Link auf die Website des Hauses samt rel-Attribut notiert. Ein Link ohne nofollow, ugc oder sponsored gibt Linkkraft weiter; was die Werte bewirken, erklärt Nofollow, Sponsored, UGC.
| Quelle | Typ | Profile mit Website-Link | Attribut |
|---|---|---|---|
| Harzer Tourismusverband (harzinfo.de) | DMO | 4 von 4 | ohne nofollow |
| Allgäu GmbH (allgaeu.de) | DMO | 3 von 4 | ohne nofollow |
| Tourismuszentrale Rügen (ruegen.de) | DMO | 3 von 3 | ohne nofollow |
| Tirol Werbung (tirol.at) | DMO | 4 von 4 | ohne nofollow |
| berlin.de, Hotelseiten | Stadtportal | 0 von 3 | Buchung nur über das Portal |
| Deutscher Wanderverband, Qualitätsgastgeber | Verband, Zertifikat | 4 von 4 | ohne nofollow |
| ADFC Bett+Bike | Verband, Zertifikat | 3 von 3 | nofollow |
| Certified Hotels, Hotelfinder | Zertifikat, Tagung | 4 von 4 | ohne nofollow |
| HotellerieSuisse, Branchenverzeichnis | Hotelverband | 4 von 4 | ohne nofollow |
| Convention Bureau Tirol | Tagung | 4 von 4 | ohne nofollow |
| German Convention Bureau, Partnerseiten | Tagung | 1 von 3 | ohne nofollow |
| tagungshotel.com | Tagungsportal | 0 von 3 | Anfrage nur über das Portal |
| hochzeits-location.info | Hochzeitsportal | 4 von 4 | überwiegend ugc |
| Summe | 38 von 47 | 31 ohne nofollow/ugc |
Acht weitere Quellen ließen sich so nicht auswerten. Die Hotelsuche der Deutschen Hotelklassifizierung, die G-Klassifizierung, die Sternehotel-Seite der WKO, „Reisen für Alle“ sowie die Unterkunftslisten von Graubünden und Erzgebirge laden ihre Einträge per JavaScript, nur über ein Suchformular oder gar nicht als Liste; im ausgelieferten HTML stand kein einziger Hotellink. Das Hotelverzeichnis der Österreichischen Hoteliervereinigung blockierte den Abruf mit einem Bot-Schutz. Auf der Startseite von Schwarzwald Tourismus fanden wir zwei Hotel-Teaser mit Kampagnenparametern, ohne rel-Attribut.
Was die Zahlen bedeuten
Die Gastgeberseiten der Tourismusorganisationen sind die stärkste Quelle: 14 von 15 Profilen verlinkten die Hotel-Website ohne Einschränkung, meist mit einem Knopf „Website“ oder „Homepage“. Ähnlich gut schneiden Wanderverband, Certified, HotellerieSuisse und das Convention Bureau Tirol ab. Die Attribute noopener und noreferrer, die etwa Certified und HotellerieSuisse setzen, steuern nur das Verhalten im Browser.
Wo ein Portal selbst verkauft oder vermittelt, fehlt der Link: berlin.de bucht über das eigene Hotelsystem, tagungshotel.com leitet Anfragen über das Portal. Bett+Bike setzt den Website-Link auf nofollow, den Knopf „Direktbuchung“ dagegen ohne Attribut – er führt je nach Haus auf die eigene Buchungsseite oder eine Buchungsmaschine. Und das Hochzeitsportal markiert die Links als ugc, also als nutzergenerierte Inhalte.
Linkquellen mit Aufwand: zehn Quellentypen im Überblick
Die folgende Tabelle ordnet die Quellen nach Aufwand und Linkchance. Wo wir gemessen haben, steht der Befund dabei; die übrigen Einstufungen sind Erfahrungswerte aus Projekten.
| Quelle | Aufwand | Linkchance | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Gastgeberverzeichnis von DMO und Tourist-Info | gering | hoch (14 von 15 Profilen ohne nofollow) | Eintrag, oft Partner- oder Mitgliedsmodell |
| Themen-Zertifikate: Wandern, Rad, Barrierefreiheit, Tagung | mittel | hoch bis mittel (Bett+Bike: nofollow) | Kriterien erfüllen, Prüfung |
| Hotelverbände: HotellerieSuisse, DEHOGA, ÖHV | gering | gemischt (HotellerieSuisse 4 von 4) | Mitgliedschaft |
| Klassifizierung: Hotelsterne, G-Klassifizierung | mittel | gering (Suchen per JavaScript) | Klassifizierung, kostenpflichtig |
| Convention Bureaus und Tagungsportale | gering bis mittel | gemischt (4 von 4 bis 0 von 3) | Tagungsangebot, teils Partnerschaft |
| Hochzeits- und Eventportale | gering | Link meist ugc | Profil, oft Premium-Paket |
| Regionalportale, Stadtmagazine, Lokalpresse | mittel bis hoch | mittel | echter Anlass |
| Lokale Partner: Bergbahn, Weingut, Tourenanbieter | mittel | mittel | echte Zusammenarbeit |
| Reiseblogs und Reisemagazine | hoch | redaktionell selten; mit Einladung sponsored | Geschichte oder Einladung |
| Fachmedien der Hotellerie | mittel bis hoch | gering für Rankings, gut für Nennungen | Fachthema, Daten, Expertise |
Destination, Zertifikate, Verbände
Ob der DMO-Eintrag Geld kostet, regelt jede Region anders – mal über die Mitgliedschaft im örtlichen Tourismusverein, mal über ein Partnerpaket. Fragen Sie bei Ihrer Tourist-Info nach, wer die Daten pflegt und ob das Website-Feld befüllt ist. Nach unserer Erfahrung speist ein Datensatz oft mehrere Seiten: Ortsportal, Regionalportal, Landesmarketing.
Themen-Zertifikate lohnen sich nur, wenn das Angebot passt. Ein Wanderhotel gehört zu den Qualitätsgastgebern, ein Radhotel zu Bett+Bike, ein barrierefreies Haus zu „Reisen für Alle“. Bei der Hotelklassifizierung nennt der Kostenrechner der Deutschen Hotelklassifizierung für die Erstklassifizierung je nach Bundesland, Zimmerzahl und DEHOGA-Mitgliedschaft Beträge zwischen 395 und 2.100 Euro, teils zuzüglich einer Umlage je Zimmer. Für Links rechnet sich das nicht – die Sterne-Suche lädt ihre Treffer per JavaScript. Die Sterne selbst sind ein Vertrauens- und Datensignal.
Bei den DEHOGA-Landesverbänden fanden wir auf den Startseiten der vier erreichbaren Verbände keinen Link zu einem öffentlichen Mitgliederverzeichnis. HotellerieSuisse dagegen führt Hotels in seinem Branchenverzeichnis mit Website-Link und verweist zusätzlich auf das Profil bei MySwitzerland.
Tagung, Hochzeit, Fachmedien
Tagungshotels sollten das regionale Convention Bureau zuerst ansprechen: Das Convention Bureau Tirol verlinkte alle vier geprüften Tagungshotels ohne nofollow. Reine Anfrageportale vermitteln dagegen Leads, keine Links. Hochzeitsportale bringen vor allem Anfragen und Bewertungen.
In unserer Erfassung deutschsprachiger Fachmagazine (Stand 25. Oktober 2026) führen 67 Titel das Thema Tourismus, Hotellerie und Gastronomie, mit einem Domain Rank (DataForSEO, 0–100) von 49 im Median. Darunter sind Branchentitel wie ahgz, Tophotel oder HOGAPAGE, die Hoteliers erreichen, aber auch Publikumsmagazine wie Merian oder Bergwelten. Für bezahlte Beiträge auf der Website nennen 22 Titel einen Einstiegspreis in Euro: im Median 3.000 Euro, die Spanne reicht von 200 bis 9.400 Euro. Für ein Tagungshotel, das Firmenkunden erreichen will, kann ein Fachbeitrag dort trotzdem sinnvoll sein, für das Ferienhotel kaum.
Buchungsportale und Bewertungen: kein Link, aber Signale
In unserer Erfassung sind 38 Portale und Verbände mit Bezug zu Hotellerie und Tourismus, Gastronomie oder Hochzeiten enthalten, darunter 15 Buchungs- und Vermittlungsportale. Bei sieben ist dokumentiert, dass sie die eigene Website des Betriebs nicht verlinken: Booking.com, Airbnb, HRS mit hotel.de, FeWo-direkt, trivago, GetYourGuide und Lieferando. Das ist Geschäftsmodell – das Portal will die Buchung selbst abwickeln.
Wertlos sind die Profile trotzdem nicht. Sie tragen Name, Adresse, Ausstattung und vor allem Bewertungen. Ob Google oder KI-Systeme diese Daten als Signal für ein Haus nutzen, ist nicht offiziell dokumentiert. Plausibel ist aber: Wo dieselben Angaben auf vielen Plattformen übereinstimmen, wird ein Haus als eindeutige Einheit greifbar. Pflegen Sie die Profile deshalb so sorgfältig wie die Website, erwarten Sie aber keinen Link.
Einen direkten Kanal bietet Google selbst: Über kostenlose Buchungslinks kann die Buchungsseite eines Hotels in der Google-Hotelsuche erscheinen. Für Klicks fallen laut Google keine Kosten an, und Gebote haben keinen Einfluss auf das Ranking dieser Links. Wer ein Reservierungssystem nutzt, ist laut Google möglicherweise schon über einen Integrationspartner angebunden – fragen Sie dort nach. Ein Backlink ist das nicht, aber ein Weg zu mehr Direktbuchungen.
Für die KI-Suche argumentiert die Deutsche Hotelklassifizierung, dass geprüfte, strukturierte Sternedaten Hotels in KI-Antworten sichtbarer machen. Gemessen haben wir das für Hotels nicht. In unserer Stichprobe für lokale Dienstleister in Local SEO für KMU stammten 10 von 12 zitierten Quellen aus Verzeichnissen und Bewertungsportalen – ein Hinweis, dass gepflegte Einträge auch dort zählen.
Was erlaubt ist: Kennzeichnung bei Pressereisen und Kooperationen
Keine Rechtsberatung: Dieser Abschnitt ordnet die Lage in Deutschland für die Praxis ein. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln, siehe Backlinks in Österreich und der Schweiz. Bei konkreten Verträgen hilft eine Kanzlei für Wettbewerbsrecht.
Eine Pressereise ist eine Einladung an Journalisten, Blogger oder Influencer, das Haus oder die Region kennenzulernen – mit Übernachtung, oft mit Anreise und Programm. Drei Regelwerke greifen gleichzeitig.
- Wettbewerbsrecht: Nach § 5a Abs. 4 UWG muss der kommerzielle Zweck eines Beitrags erkennbar sein. Ob eine Gegenleistung geflossen ist, wird vermutet, bis der Veröffentlichende das Gegenteil glaubhaft macht.
- Medienaufsicht: Der Leitfaden der Medienanstalten zur Werbekennzeichnung (Stand Mai 2025) nennt die Übernahme von Reisekosten und die Einladung zu Events ausdrücklich als mögliche Gegenleistung. Auch ohne Vertrag kann eine Reiseeinladung ein kommerzieller Anreiz sein; dann ist der Beitrag Werbung und gehört mit „Werbung“ oder „Anzeige“ an den Anfang.
- Presseethik: Für Journalistinnen und Journalisten gilt der Pressekodex. Richtlinie 15.1 sagt: „Wenn über Pressereisen berichtet wird, zu denen eingeladen wurde, ist die Finanzierung kenntlich zu machen.“
- Google: Die Spam-Richtlinien nennen den „Austausch von Waren oder Dienstleistungen gegen Links“ als Link-Spam. Ist ein Link Teil der Abmachung, gehört
rel="sponsored"oderrel="nofollow"daran.
| Situation | Hinweis für Leser | Link |
|---|---|---|
| Journalistin reist auf Einladung, Bericht in einer Zeitung | Finanzierung nennen (Pressekodex 15.1) | Entscheidung der Redaktion, kein Anspruch |
| Blogger übernachtet gratis, Beitrag ist vereinbart | „Werbung“ oder „Anzeige“ am Anfang | sponsored oder nofollow |
| Blogger übernachtet gratis, ohne Absprache | Werbung, wenn die Einladung den Beitrag beeinflusst | sponsored empfohlen |
| Blogger zahlt selbst und schreibt aus eigenem Antrieb | kein Hinweis nötig | redaktioneller Link |
| Hotel bezahlt Beitrag in einem Reisemagazin | „Anzeige“ oder „Werbung“ | sponsored |
| Übernachtung gegen Dofollow-Link | Werbung, verschleiert | Link-Spam laut Google |
Unsere Empfehlung: Halten Sie bei jeder Einladung schriftlich fest, was das Haus übernimmt, dass der Beitrag gekennzeichnet wird und dass Links das Attribut sponsored tragen. Der Wert einer Pressereise liegt in Reichweite, Bildern und der Nennung des Hauses, nicht in der Linkkraft. Wie Sie Blogger für dauerhafte Kooperationen gewinnen, steht in Blogger Relations.
Plan für 6 Monate: Monat für Monat
Der Plan setzt auf Beziehungen, die ein Hotel ohnehin hat, und kommt ohne Linkkauf aus. Er ist für ein Haus gedacht, in dem eine Person aus Rezeption oder Verwaltung rund drei Stunden pro Woche übernimmt.
- Monat 1 – Inventur: Alle Profile auflisten: Tourist-Info, Regionalportal, Landesmarketing, Buchungsportale, Google-Unternehmensprofil. Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich schreiben, wie in Google-Unternehmensprofil und Firmeneinträge beschrieben. Ausgangswert notieren: Wie viele Websites verlinken heute auf das Haus?
- Monat 2 – Destination: Mit der Tourist-Info klären, wer den Datensatz pflegt, das Website-Feld befüllen und prüfen, auf welchen Portalen er erscheint. Themenseiten der Region abfragen, etwa Wander-, Rad- oder Familienunterkünfte.
- Monat 3 – Zertifikate und Verbände: Nur Zertifikate, die zum Angebot passen. Im Verband prüfen, ob es ein öffentliches Mitgliederverzeichnis gibt und ob der Eintrag verlinkt.
- Monat 4 – Tagung, Hochzeit, Partner: Convention Bureau und passende Portale anfragen. Lokale Partner wie Bergbahn, Weingut oder Tourenanbieter um einen Eintrag auf der Partnerseite bitten, wenn die Zusammenarbeit echt ist; mehr dazu in Partner- und Lieferantenlinks.
- Monat 5 – eigene Geschichte: Einen echten Anlass für die Lokal- und Fachpresse aufbereiten, etwa Umbau, Jubiläum oder eine Zahl aus dem eigenen Haus. Das Handwerkszeug steht in Pressearbeit für kleine Unternehmen. Eine Pressereise nur mit schriftlicher Absprache zur Kennzeichnung.
- Monat 6 – Kontrolle: Neue Links mit dem Link-Checker prüfen, Erwähnungen ohne Link nachfassen, Bilanz gegen den Ausgangswert ziehen.
Die Reihenfolge folgt dem Aufwand: erst Einträge, die nur ein Formular brauchen, dann Gespräche, zuletzt eigene Inhalte. Welche Strategien Unternehmen allgemein offenstehen, ordnet der Überblick Backlinks aufbauen: 12 Strategien ein.
Was Sie nicht tun sollten
- Übernachtungen gegen Links tauschen. Ein Zimmer gegen einen Dofollow-Link ist nach Googles Spam-Richtlinien Link-Spam und nach dem UWG verschleierte Werbung, wenn der Hinweis fehlt. Wie korrekte Kennzeichnung aussieht, zeigt Gekaufte Links richtig kennzeichnen.
- Links mit Partnerbetrieben tauschen. Google nennt „Partnerseiten zum ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung“ als Link-Spam. Eine Partnerseite braucht eine echte Zusammenarbeit dahinter; mehr in Linktausch: Warum er fast immer schadet.
- Bewertungen kaufen oder schreiben lassen. Die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Verbraucherbewertungen ist nach Nr. 23c des Anhangs zu § 3 Abs. 3 UWG stets unzulässig.
- Für jeden Nachbarort eine Landingpage bauen. Fast gleiche Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, wertet Google als Brückenseiten. Eine Seite je Zielgruppe mit eigenem Inhalt, etwa Tagung oder Wandern, ist sinnvoller.
- Verzeichnispakete kaufen, ohne den Link zu prüfen. In unserer Messung zeigten sechs Hotel- und Gastgeberverzeichnisse ihre Einträge nur per JavaScript. Fragen Sie vor jeder Zahlung, ob ein Website-Link enthalten ist und welches Attribut er trägt.
- Pressereisen ohne Absprache. Wer einlädt und schweigt, riskiert einen ungekennzeichneten Beitrag, für den im Streitfall auch das einladende Hotel in Anspruch genommen werden kann. Klären Sie Kennzeichnung und Attribut vorher.
Beispiel-Rechnung: ein Landhotel in sechs Monaten
Hinweis: Das Beispiel ist erfunden. Stundensatz, Gebühren, Zimmerkosten und erwartete Links sind Annahmen und Erfahrungswerte, keine Zusage.
Ein familiengeführtes Landhotel mit 40 Zimmern in einer Wanderregion, Tagungsraum für 30 Personen. Verweisende Domains, also verschiedene Websites, die auf das Haus verlinken: sechs. Eine Mitarbeiterin aus der Verwaltung übernimmt drei Stunden pro Woche.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Arbeitszeit | 26 Wochen × 3 Stunden × 40 Euro | 3.120 Euro |
| Themen-Zertifikat Wandern (Annahme) | Prüfgebühr | 400 Euro |
| Pressereise für zwei Blogger | 2 Personen × 2 Nächte × 90 Euro Selbstkosten | 360 Euro |
| Summe | 3.880 Euro |
| Quelle | Erwartete neue Domains | Attribut |
|---|---|---|
| Tourist-Info, Regionalportal, Landesmarketing | 1 bis 2 | meist ohne nofollow |
| Wander-Zertifikat | 1 | ohne nofollow |
| Convention Bureau, Tagungsportal | 0 bis 1 | gemischt |
| Lokale Partner | 1 bis 2 | meist ohne nofollow |
| Lokalpresse, Regionalportal | 0 bis 2 | Erwähnung wahrscheinlicher |
| Zwei Blogs nach der Pressereise | 1 bis 2 | sponsored |
| Summe | 4 bis 10 |
Die Rechnung: 3.880 Euro geteilt durch 4 bis 10 neue verweisende Domains ergibt 388 bis 970 Euro je Domain. Ein einziger bezahlter Beitrag in einem Tourismus- oder Gastro-Fachmedium kostet im Median 3.000 Euro Einstiegspreis, trägt als gekennzeichneter Link keine Linkkraft und erreicht vor allem Hoteliers, nicht Gäste.
Aus sechs verweisenden Domains werden 10 bis 16. Wichtiger als die Zahl ist die Herkunft: Region, Wanderverband, Partner und Presse sind genau die Quellen, die zum Haus passen. Sie bleiben, solange die Beziehung besteht.
Was das für Sie konkret heißt
Rufen Sie diese Woche Ihre Tourist-Info an und fragen Sie zwei Dinge: Wer pflegt unseren Gastgeber-Datensatz? Und auf welchen Portalen erscheint er? Öffnen Sie danach Ihr Profil auf der Regionalseite und prüfen Sie, ob ein Knopf „Website“ zu Ihrem Haus führt.
Fehlt er, ist das die erste Aufgabe von wenigen Minuten. In unserer Messung verlinkten die Gastgeberseiten der Tourismusorganisationen in 14 von 15 Fällen ohne nofollow – keine andere Quelle hat ein besseres Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis.
Was das nicht leistet
Links machen aus einem Haus mit schwacher Website und wenigen Bewertungen kein gut gebuchtes Hotel. Gegen die Reichweite der Buchungsportale kommt ein einzelnes Haus über Links nicht an; es gewinnt über Ort, Spezialisierung und Direktbuchung.
Unsere Messung ist eine Stichprobe vom 26. Oktober 2026: drei bis vier Profile je Plattform, ohne JavaScript. Attribute ändern sich nach Relaunches, und Quellen, die per JavaScript laden, können für Google anders aussehen als für curl. Die Wirkung einzelner Links auf Rankings und KI-Antworten haben wir nicht gemessen.
Häufige Fragen
Was ist Linkbuilding für Hotels?
Linkbuilding für Hotels ist der Aufbau von Verweisen anderer Websites auf die Website eines Hauses. Die ergiebigsten Quellen sind Gastgeberverzeichnisse von Tourismusorganisationen, Themen-Zertifikate, Convention Bureaus und lokale Partner. In einer Linkship-Messung vom 26.10.2026 verlinkten 38 von 47 Hotelprofilen auf 13 Plattformen die Website des Hauses.
Bringt ein Profil bei Booking.com einen Backlink?
Nein. Booking.com, Airbnb, HRS mit hotel.de, FeWo-direkt und trivago verlinken laut unserer Erfassung die eigene Website des Betriebs nicht. Die Profile sind trotzdem wichtig für Buchungen, Bewertungen und einheitliche Hoteldaten.
Muss eine Pressereise gekennzeichnet werden?
In der Regel ja. Der Pressekodex verlangt in Richtlinie 15.1, die Finanzierung von Pressereisen kenntlich zu machen. Laut Leitfaden der Medienanstalten kann die Übernahme von Reisekosten eine Gegenleistung sein, dann ist der Beitrag Werbung. Links aus solchen Kooperationen sollten rel="sponsored" tragen.
Welche Linkquellen sind für Hotels am ergiebigsten?
In unserer Stichprobe die Gastgeberseiten der Tourismusorganisationen: 14 von 15 Profilen in Harz, Allgäu, Rügen und Tirol verlinkten ohne nofollow. Gut schnitten auch der Deutsche Wanderverband, Certified, HotellerieSuisse und das Convention Bureau Tirol ab, jeweils 4 von 4 Profilen.
Lohnt sich die Hotelklassifizierung für SEO?
Als Linkquelle kaum: Die Hotelsuche der Deutschen Hotelklassifizierung lädt ihre Treffer per JavaScript, im HTML fanden wir keine Hotellinks. Die Sterne sind aber ein Vertrauenssignal für Gäste. Laut Kostenrechner kostet die Erstklassifizierung je nach Bundesland, Zimmerzahl und Mitgliedschaft zwischen 395 und 2.100 Euro.
Hilft Linkbuilding auch in ChatGPT und anderen KI-Suchen?
Teilweise. Für KI-Antworten genügt oft eine Erwähnung des Hauses, für Google-Rankings braucht es den Link. Gepflegte Einträge in Verzeichnissen, Bewertungsportalen und Regionalportalen zahlen auf beides ein; die Wirkung für Hotels haben wir nicht eigens gemessen.
