White-Label-Linkbuilding: Wie Agenturen Linkaufbau auslagern
Viele SEO- und Marketingagenturen bieten Linkaufbau an, ohne ihn selbst zu machen. Sie kaufen die Leistung bei einem spezialisierten Partner ein und verkaufen sie unter eigenem Namen weiter. Das nennt man White-Label-Linkbuilding. Der Partner bleibt für den Endkunden unsichtbar, die Agentur behält Kundenbeziehung, Reporting und Marge.
Das Modell ist verbreitet und sinnvoll, wenn eine Agentur keine eigene Outreach-Abteilung aufbauen will. Es hat aber einen Haken, der oft übersehen wird: Die Verantwortung für jeden Link liegt bei der Agentur, nicht beim Partner. Dieser Guide zeigt, wie White-Label-Linkbuilding funktioniert, wie Sie kalkulieren und welche Fragen Sie einem Partner stellen sollten.
Kurz & knapp
- Beim White-Label-Linkbuilding kauft eine Agentur Linkaufbau bei einem Partner ein und verkauft ihn unter eigenem Namen an ihre Kunden.
- Für den Kunden haftet die Agentur. Kauft der Partner riskante Links, trägt die Agentur das Risiko gegenüber dem Kunden, rechtlich wie wirtschaftlich.
- Die Marge entsteht zwischen Einkaufspreis, eigenem Aufwand für Abstimmung und Reporting und dem Preis für den Kunden. Ohne eigenen Aufwand einzurechnen, ist jede Kalkulation geschönt.
- Seriöse Partner liefern die Liste der Ziel-Seiten vor der Platzierung, ein Reporting ohne eigenes Branding und schriftliche Zusagen zu Kennzeichnung und Linkattribut.
- Prüfen Sie jeden Link selbst nach, bevor er ins Kundenreporting geht.
Wie White-Label-Linkbuilding funktioniert
Typische Leistungen eines White-Label-Partners sind Gastbeiträge und Sponsored Posts auf Fachseiten, Link-Insertions in bestehenden Artikeln, Digital-PR-Kampagnen und Content-Erstellung. Manche liefern nur einzelne Platzierungen, andere ganze Monatspakete mit Strategie. Was die einzelnen Formate leisten, steht in Link-Insertion kaufen, Presseartikel kaufen und Digital PR und Linkbuilding.
So kalkulieren Agenturen richtig
Die häufigste Fehlkalkulation: Einkaufspreis plus Aufschlag. Was fehlt, ist der eigene Aufwand für Abstimmung mit dem Kunden, Freigabe der Ziel-Seiten, Kontrolle der Links und Reporting. Das Schaubild rechnet ein Beispiel mit klar markierten Annahmen.
Die Zahlen sind Annahmen. Ihre eigenen Werte setzen Sie mit dem Linkbuilding-Budgetrechner ein. Marktspannen für einzelne Formate finden Sie in Linkbuilding-Kosten 2026.
Haftung: Warum die Agentur das Risiko trägt
Der Kunde hat einen Vertrag mit der Agentur, nicht mit dem Partner. Führen gekaufte Links zu einer manuellen Maßnahme von Google oder zu einer Abmahnung wegen fehlender Kennzeichnung, wendet sich der Kunde an die Agentur. Ob die Agentur sich das Geld beim Partner zurückholen kann, hängt vom Vertrag ab, und viele Partner schließen jede Haftung für Rankings und Google-Maßnahmen aus.
Deshalb gehört in jeden White-Label-Vertrag: welche Linkarten geliefert werden, wie gekennzeichnet wird, welches Attribut die Links tragen, wie lange sie stehen bleiben und was bei Entfernung passiert. Die rechtlichen Grundlagen fasst Ist Backlinks kaufen erlaubt? zusammen.
Zehn Fragen an einen White-Label-Partner
| Nr. | Frage | Gute Antwort |
|---|---|---|
| 1 | Bekommen wir die Ziel-Seiten vor der Platzierung zur Freigabe? | Ja, mit URL und Kennzahlen |
| 2 | Wie werden bezahlte Beiträge gekennzeichnet? | Konkreter Begriff, sichtbar am Anfang |
| 3 | Welches Linkattribut tragen die Links? | Schriftlich, je Platzierung |
| 4 | Woher kommen die Seiten? | Eigenes Netzwerk, Marktplätze, Outreach, offen benannt |
| 5 | Betreiben Sie eigene Seiten im Netzwerk? | Offenlegung, keine verdeckten Blognetzwerke |
| 6 | Wie lange bleiben Links stehen? | Konkrete Mindestlaufzeit |
| 7 | Was passiert, wenn ein Link verschwindet? | Ersatz oder Gutschrift |
| 8 | Ist das Reporting ohne Ihr Branding? | Ja, als Export oder Vorlage |
| 9 | Wer schreibt die Texte? | Muttersprachler mit Fachbezug |
| 10 | Welche Referenzen aus unserer Branche gibt es? | Konkrete Beispiele, keine Kundennamen nötig |
Für die Prüfung einzelner Seiten nutzen Sie Backlinks bewerten: 10 Kriterien mit Punktesystem.
Was das für Sie konkret heißt
Lassen Sie sich die ersten zehn Platzierungen eines neuen Partners vor Veröffentlichung zur Freigabe vorlegen und prüfen Sie jede Seite selbst. Erst wenn die Qualität stimmt, wechseln Sie auf Stichproben.
Rechnen Sie Ihren eigenen Aufwand pro Platzierung in den Preis ein und halten Sie Kennzeichnung, Attribut und Laufzeit im Vertrag mit dem Partner und mit dem Kunden fest.
Was dieser Guide nicht leistet
Das Rechenbeispiel beruht auf Annahmen, nicht auf erhobenen Marktpreisen. Haftungsfragen hängen vom einzelnen Vertrag ab; dieser Guide ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was ist White-Label-Linkbuilding?
Eine Agentur kauft Linkaufbau bei einem spezialisierten Partner ein und verkauft ihn unter eigenem Namen an ihre Kunden weiter. Der Partner bleibt für den Kunden unsichtbar.
Wer haftet bei schlechten Links aus White-Label-Linkbuilding?
Gegenüber dem Kunden die Agentur, weil sie Vertragspartner ist. Ob sie den Partner in Regress nehmen kann, regelt der Vertrag zwischen Agentur und Partner. Dies ist keine Rechtsberatung.
Wie viel Marge ist bei White-Label-Linkbuilding üblich?
Dafür gibt es keine verlässlichen Marktdaten. Entscheidend ist, den eigenen Aufwand für Abstimmung, Prüfung und Reporting einzurechnen. Im Rechenbeispiel dieses Guides bleiben 24 Prozent statt der scheinbaren 40.
Woran erkenne ich einen seriösen White-Label-Partner?
Er legt Ziel-Seiten vor der Platzierung offen, sagt Kennzeichnung und Linkattribut schriftlich zu, nennt eine Mindestlaufzeit und liefert ein Reporting ohne eigenes Branding.
Ist White-Label-Linkbuilding erlaubt?
Ja. Das Weiterverkaufen von Leistungen unter eigenem Namen ist üblich. Für jeden einzelnen Link gelten aber dieselben Regeln wie bei jedem Linkkauf: Kennzeichnung für Leser und passendes Attribut für Google.
