Titelkarte: Linkbuilding für Arztpraxen – Branchen-Guide, Linkship

Linkbuilding für Arztpraxen: Quellen, Regeln und ein Sechs-Monats-Plan

Nach „SEO Arzt“ wird in Deutschland laut Google Ads rund 320-mal im Monat gesucht, nach „Praxismarketing“ rund 390-mal. Für „Linkbuilding Arztpraxis“ meldet Google Ads überhaupt kein Suchvolumen. Das passt ins Bild: Kaum eine Praxis denkt beim Marketing an Links – und kaum eine weiß, dass sie längst Quellen dafür hat.

Arztpraxen sind beim Linkaufbau in einer Sonderlage. Berufsordnung, Heilmittelwerbegesetz und Wettbewerbsrecht ziehen enge Grenzen, viele Wege aus anderen Branchen scheiden aus. Dafür gibt es Quellen, die nur Ärztinnen und Ärzten offenstehen: Berufsverbände, Fachgesellschaften, Lehrpraxis-Listen, Praxisnetze, Kliniken.

Wir haben am 25. Oktober 2026 elf dieser Quellentypen geprüft: Wird dort überhaupt auf Praxen verlinkt, und wenn ja, mit welchem Attribut? Daraus ist ein Plan für sechs Monate entstanden – samt Beispiel-Rechnung, was er kostet und was er bringt.

Kurz & knapp

  • Linkbuilding für Arztpraxen heißt vor allem: vorhandene Mitgliedschaften, Lehrtätigkeit und Kooperationen in Links verwandeln. Gekaufte Links ohne Kennzeichnung und Linktausch scheiden berufsrechtlich und nach Googles Richtlinien aus.
  • § 27 der (Muster-)Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte erlaubt „sachliche berufsbezogene Informationen“ und untersagt berufswidrige Werbung, insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende. Auch durch andere dürfen Ärztinnen und Ärzte solche Werbung weder veranlassen noch dulden.
  • In einer Linkship-Messung vom 25.10.2026 verlinkten 29 von 35 geprüften Praxisprofilen auf zwei Patientenportalen ärztlicher Berufsverbände nach außen, alle 85 Links ohne nofollow. Die Lehrpraxen-Liste der Würzburger Allgemeinmedizin enthielt 130 Praxislinks ohne nofollow.
  • Die bundesweite Arztsuche 116117 zeigt Praxis-Websites nur per JavaScript an; ihre Datenschnittstelle ist in der robots.txt für alle Crawler gesperrt. Als Ranking-Link taugt der Eintrag deshalb kaum, für korrekte Praxisdaten bleibt er wichtig.
  • Google zählt Gesundheit zu den YMYL-Themen, bei denen es Inhalte mit hohem E-E-A-T nach eigener Aussage stärker gewichtet. Links von Fachgesellschaften, Universitäten und Kliniken sind für Praxen deshalb mehr wert als jede gekaufte Platzierung.

Ausgangslage: Was Arztpraxen beim Linkaufbau anders macht

Ein Backlink ist ein Verweis von einer fremden Website auf Ihre. Google wertet ihn als Empfehlung. Für die KI-Suche – die Nennung in Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews, kurz GEO – genügt oft schon die Erwähnung des Praxisnamens. Beides ist für Praxen interessant, aber unter anderen Bedingungen als für einen Onlineshop.

Drei Dinge unterscheiden die Lage. Erstens das Werberecht: Ärztinnen und Ärzte dürfen informieren, aber nicht anpreisen. Zweitens das Thema: Google fasst Gesundheit unter „Your Money or Your Life“ (YMYL) zusammen. Auf seiner Seite zu hilfreichen Inhalten schreibt Google, seine Systeme gewichteten Inhalte mit hohem E-E-A-T bei solchen Themen „nochmal stärker“.

E-E-A-T steht für Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Wie Links und Erwähnungen das belegen, erklärt E-E-A-T und Backlinks. Drittens die Quellen: Praxen sind in Strukturen eingebunden, die andere Branchen nicht haben – Kassenärztliche Vereinigung, Kammer, Fachgesellschaft, Berufsverband, Praxisnetz, Universität, Klinik. Jede dieser Organisationen führt irgendwo eine Liste. Die Frage ist, ob sie verlinkt.

Abgrenzung: Für Zahnarztpraxen gelten eigene Kammern, Suchen und Netzwerke – das steht in Linkbuilding für Zahnärzte. Die lokale Grundlage aus Unternehmensprofil, Bewertungen und Lokalpresse behandelt Local SEO für KMU; sie gilt für Praxen genauso und wird hier nicht wiederholt.

Kassenpraxis, Privatpraxis, MVZ

  • Kassenpraxis: Sie steht in der Regel in der Arztsuche ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und in der bundesweiten Suche 116117. Ihr Hebel dort sind korrekte Daten mit hinterlegter Website; die Linkwirkung ist gering, wie unsere Messung zeigt.
  • Privatpraxis: Die KV-Suchen fallen weg. Umso wichtiger werden Fachgesellschaften, Berufsverbände und Arztportale. Wer ästhetische Eingriffe anbietet, muss zudem die strengeren Werberegeln des HWG für Schönheitsoperationen beachten.
  • MVZ: Ein Medizinisches Versorgungszentrum hat oft eine GmbH als Träger, die selbst nicht Kammermitglied ist. Das Berufsrecht greift trotzdem: Die dort tätigen Ärztinnen und Ärzte dürfen berufswidrige Werbung durch andere „weder veranlassen noch dulden“. Bei mehreren Standorten sollten Links auf die jeweilige Standortseite zeigen, nicht nur auf die Startseite.

Was erlaubt ist: Berufsordnung, Heilmittelwerbegesetz und Google

Maßgeblich ist die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer. Sie folgt der (Muster-)Berufsordnung der Bundesärztekammer (MBO-Ä), deren aktuelle Fassung der 130. Deutsche Ärztetag am 13. Mai 2026 beschlossen hat. Der Werbeparagraf § 27 war von den Änderungen nicht betroffen. Erlaubt sind danach „sachliche berufsbezogene Informationen“; untersagt ist berufswidrige Werbung, „insbesondere eine anpreisende, irreführende oder vergleichende“.

Daneben gelten das Heilmittelwerbegesetz (HWG) für Werbung mit Behandlungen und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Für typische Linkquellen ergibt sich folgendes Bild:

MaßnahmeEinordnungGrundlage
Eintrag mit Website-Link in Arztsuche, Verbands- oder Fachgesellschaftslisteerlaubt – sachliche Information§ 27 Abs. 2 MBO-Ä
Qualifikationen und Tätigkeitsschwerpunkte im Profilerlaubt; Weiterbildungsbezeichnungen nur in zulässiger Form, Schwerpunkte nur bei nicht nur gelegentlicher Tätigkeit§ 27 Abs. 4 und 5 MBO-Ä
Fachbeitrag, Vortrag, Expertenzitat in Medienerlaubt, wenn sachlich; keine Erfolgsversprechen§ 27 Abs. 3 MBO-Ä, § 3 HWG
Bezahlter Beitrag oder Advertorialnur klar als Werbung erkennbar; Link mit rel="sponsored"§ 5a Abs. 4 UWG, § 11 Abs. 1 Nr. 9 HWG, Google
Sponsoring mit Logo-Link, etwa beim Laufvereinerlaubt; Link als sponsored kennzeichnen lassenGoogle-Spam-Richtlinien
Gegenseitige Verlinkung als „Empfehlung“heikel: Empfehlung ohne hinreichenden Grund untersagt, exzessiver Linktausch ist Link-Spam§ 31 Abs. 2 MBO-Ä, Google
Link oder anderer Vorteil für Zuweisungenunzulässig§ 31 Abs. 1 MBO-Ä
Vorher-Nachher-Bilder ästhetischer Eingriffeaußerhalb der Fachkreise verboten§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HWG

Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. § 31 Abs. 1 MBO-Ä verbietet, „für die Zuweisung von Patientinnen und Patienten“ ein Entgelt „oder andere Vorteile“ zu fordern oder zu gewähren. Ein Link als Teil einer Absprache über Überweisungen hat in einer Kooperation deshalb nichts zu suchen.

Und § 11 Abs. 1 Nr. 9 HWG untersagt außerhalb der Fachkreise Werbung mit „Veröffentlichungen, deren Werbezweck mißverständlich oder nicht deutlich erkennbar ist“. Der ungekennzeichnete Kauf-Artikel ist für Praxen damit doppelt angreifbar: nach § 5a Abs. 4 UWG und nach dem HWG. Für Google zählt zusätzlich das Attribut – laut Spam-Richtlinien verstoßen bezahlte Links nicht gegen die Regeln, „solange sie qualifiziert sind“, also nofollow oder sponsored tragen.

Keine Rechtsberatung: Die Tabelle ordnet ein, sie ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Verbindlich ist die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer; bei Zweifeln helfen die Kammer oder eine Kanzlei für Medizinrecht. Wie gekaufte Links grundsätzlich zu bewerten sind, steht in Ist Backlinks kaufen erlaubt?.

Linkquellen mit Aufwand: zwölf Quellentypen im Überblick

Für elf der zwölf Quellentypen haben wir am 25. Oktober 2026 Beispielseiten geladen und jeden Link auf eine fremde Domain samt rel-Attribut ausgelesen. Ein Link ohne nofollow, sponsored oder ugc gibt Linkkraft weiter; was die Attribute bewirken, erklärt Nofollow, Sponsored, UGC. Die Stichproben sind klein und zeigen Muster, keine Vollerhebung. Aufwand und Voraussetzung sind Erfahrungswerte.

Wo Praxen verlinkt werden: acht Quellen im CheckLink gefundenAttributVoraussetzungVerbandsportale29 von 35 Profilenohne nofollowMitgliedschaftUni-Lehrpraxen(Würzburg)130 Praxislinksohne nofollowLehrpraxis seinArzt-Auskunft4 von 4 Profilenohne nofollowProfil pflegenFachgesellschaft(DMKG)10 Linksohne nofollowQualifikationPraxisnetze2 von 5 Listeneinmal nofollowNetzmitgliedKlinik-Partnerlisten1 von 3 PDFsLink im PDFKooperationjameda2 von 8 ProfilennofollowProfil pflegen116117 (KBV)nur per JavaScriptDaten-API gesperrtKassenzulassung
Die ergiebigsten Quellen setzen eine Mitgliedschaft oder Lehrtätigkeit voraus – die großen Suchportale bringen dagegen kaum Linkkraft.
QuelleBefund am 25.10.2026AufwandVoraussetzung
Patientenportale der Berufsverbände (Kinderärzte im Netz, Frauenärzte im Netz)29 von 35 Praxisprofilen verlinken nach außen, alle 85 Links ohne nofollowgeringMitgliedschaft im Verband
Lehrpraxis-Listen der UniversitätenWürzburg: 130 Praxislinks ohne nofollow; Dresden und Saarland ohne Links auf PraxenmittelLehrpraxis werden
Arzt- und Expertensuchen der FachgesellschaftenDMKG: 10 Links ohne nofollow; DDG: 559 von 609 Einträgen mit Website, Link per JavaScriptgeringMitgliedschaft, Qualifikation
Arzt-Auskunft (Stiftung Gesundheit)4 von 4 Profilen mit Website-Link, nur rel=“noopener“, also ohne nofollowgeringProfil anlegen und pflegen
jameda2 von 8 Profilen mit Website-Link, alle mit nofollowgeringProfil pflegen
Praxisnetze5 Mitgliederlisten: einmal ohne, einmal mit nofollow, dreimal ganz ohne LinksgeringMitglied im Netz
Kliniken (Kooperationspartner)3 Listen, alle als PDF; nur eine mit klickbaren Linksmittelechte Zusammenarbeit
KV-Arztsuche Baden-WürttembergWebsite-Links ohne rel-Attribut, aber nur in Trefferlisten mit SuchparameterngeringKassenzulassung
Arztsuche 116117 (KBV)Website nur per JavaScript, Datenschnittstelle per robots.txt gesperrtgeringKassenzulassung
LandesärztekammernHessen verweist auf die KV-Suche; die bayerische Kammer betreibt eine eigene Arztsuche (Frameset-Anwendung, Links nicht geprüft)geringKammermitgliedschaft
SelbsthilfeorganisationenDMSG und Deutsche ILCO verlinken Verzeichnisse und Zertifizierer, keine einzelnen PraxenmittelEngagement ohne Gegenforderung
Regionale Medien, Gesundheitstagenicht gemessen; Erwähnung wahrscheinlicher als Linkmittel bis hochAnlass, Fachwissen

Was die Zahlen bedeuten

Die ergiebigsten Quellen sind die unscheinbarsten. Die Praxisseite im Patientenportal des eigenen Berufsverbands und der Eintrag in der Lehrpraxen-Liste kosten wenig Zeit und bringen einen thematisch passenden Link ohne Einschränkung. Laut dem Betreiber der Portale „Ärzte im Netz“ stehen die Angebote Mitgliedern der beteiligten Verbände offen.

Die KV-Suchen sind vor allem Datenpflege. Bei 116117 sieht der Besucher die Website, Google aber praktisch nicht: Die Praxisdaten kommen über eine Schnittstelle, die die robots.txt sperrt, und eigene Profiladressen gibt es nicht. OpenAIs Crawler GPTBot ist dort sogar ganz ausgeschlossen. Pflegen sollten Sie den Eintrag trotzdem, denn Patientinnen und Patienten suchen dort.

Kliniken und Praxisnetze sind gemischt. Viele Kliniken veröffentlichen ihre Kooperationspartner nur als PDF, oft ohne klickbare Adresse. Die freundliche Bitte, die Liste als Webseite mit Links zu führen, ist hier der wirksamste Hebel. Wie Sie Verbände ansprechen, zeigt Links von Verbänden und Kammern, für Universitäten Links von Hochschulen.

Fachmedien sind die Brücke zur KI-Suche. In unserer Erfassung von Fachmagazinen stehen 91 Titel zum Thema Gesundheit und Medizin, mit einem Domain Rank (DataForSEO, 0–100) von 52 im Median. Die meisten richten sich an Fachkreise, nicht an Patienten. Ein Fachbeitrag dort belegt Expertise, bringt aber kaum Termine. Für bezahlte Formate nennen 29 dieser Titel öffentlich einen Einstiegspreis, im Median 950 Euro.

Plan für 6 Monate: Monat für Monat

Der Plan setzt auf vorhandene Beziehungen und kommt ohne Linkkauf aus. Er ist für eine Praxis gedacht, in der das Praxismanagement die Organisation übernimmt und die Ärztin oder der Arzt etwa eine Stunde im Monat beisteuert.

Sechs Monate Linkaufbau für eine PraxisRund drei Stunden pro Woche, verteilt auf Praxismanagement und Ärztin oder Arzt1InventurMonat 1KV-Daten prüfenPortalprofileAusgangswerte2VerbändeMonat 2BerufsverbandFachgesellschaftZertifikate3Lehre & NetzMonat 3Lehrpraxis-ListePraxisnetzWeiterbildung4KlinikenMonat 4PartnerseitenPDF zu HTMLkein Tausch5Wissen teilenMonat 5Vortrag, MedienFachbeitragGesundheitstag6KontrolleMonat 6Links prüfentote Linksnächste Runde
Erst Einträge, die nur ein Formular brauchen, dann Gespräche, zuletzt eigene Inhalte.
  1. Monat 1 – Inventur: Daten bei KV, 116117, Arzt-Auskunft und jameda prüfen, Website hinterlegen, Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich schreiben. Wie das bei Profil und Firmeneinträgen geht, steht in Google-Unternehmensprofil und Firmeneinträge. Ausgangswert notieren: Wie viele verweisende Domains hat die Praxis heute?
  2. Monat 2 – Verbände und Fachgesellschaften: Alle Mitgliedschaften auflisten. Gibt es ein Patientenportal mit Praxisseite, eine Arzt- oder Expertensuche, eine Liste zertifizierter Einrichtungen? Eintragen, Website-Feld ausfüllen, Zusatzqualifikationen in der zulässigen Form angeben.
  3. Monat 3 – Lehre und Netz: Ist die Praxis Lehr- oder Weiterbildungspraxis, beim Institut nach einem Listeneintrag mit Link fragen. Im Praxisnetz prüfen, ob die Mitgliederliste verlinkt – und wenn nicht, einen Link anregen, statt einen zu tauschen.
  4. Monat 4 – Kliniken und Kooperationen: Kliniken, Zentren und Pflegeeinrichtungen durchgehen, mit denen eine fachlich oder vertraglich begründete Zusammenarbeit besteht. Liegt die Partnerliste nur als PDF vor, um eine Webseite mit Links bitten.
  5. Monat 5 – Wissen teilen: Einen Vortrag bei einem Gesundheitstag oder einer Selbsthilfegruppe anbieten, der Lokalredaktion als Ansprechpartnerin für ein Fachthema zur Verfügung stehen, einen Fachbeitrag schreiben. Ziel ist die Nennung mit Fachgebiet, der Link ist Zugabe. Wie Expertenanfragen laufen, zeigt Expertenplattformen und HARO-Alternativen.
  6. Monat 6 – Kontrolle: Alle neuen Links mit einem Link-Checker prüfen, verwaiste Verweise suchen, Bilanz gegen den Ausgangswert ziehen und die nächste Runde planen.

Die Reihenfolge folgt dem Aufwand: erst Einträge, die nur ein Formular brauchen, dann Gespräche, zuletzt eigene Inhalte. Welche Strategien sich für Unternehmen allgemein eignen, ordnet der Überblick Backlinks aufbauen: 12 Strategien ein.

Was Sie nicht tun sollten

  • Links kaufen und verschweigen. Ein bezahlter Artikel ohne Werbehinweis verstößt gegen § 5a Abs. 4 UWG und außerhalb der Fachkreise gegen § 11 Abs. 1 Nr. 9 HWG. Ein bezahlter Link ohne sponsored-Attribut ist nach Googles Spam-Richtlinien Link-Spam. Wie Sie korrekt kennzeichnen: Gekaufte Links richtig kennzeichnen.
  • Links tauschen. Google nennt exzessiven Linktausch nach dem Muster „Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“ ausdrücklich als Link-Spam. Für Praxen kommt § 31 Abs. 2 MBO-Ä hinzu: Wer Physiotherapie, Apotheke oder Kollegen „ohne hinreichenden Grund“ empfiehlt, handelt berufswidrig. Mehr dazu in Linktausch: Warum er fast immer schadet.
  • Links an Überweisungen koppeln. Die Klinik verlinkt, die Praxis überweist – sobald das eine vom anderen abhängt, ist § 31 Abs. 1 MBO-Ä berührt. Eine Kooperationsseite muss auf echter Zusammenarbeit beruhen, nicht auf einer Gegenleistung.
  • Anpreisen. „Beste Hausarztpraxis der Stadt“ im Gastbeitrag oder im Ankertext ist anpreisende und vergleichende Werbung im Sinne von § 27 Abs. 3 MBO-Ä. Das gilt auch für Texte Dritter, die Sie veranlasst haben.
  • Heilversprechen in Fachbeiträgen. Formulierungen, die einen sicheren Erfolg nahelegen, gelten nach § 3 Satz 2 Nr. 2 Buchst. a HWG als irreführend. Schreiben Sie über Methoden, Studienlage und Grenzen, nicht über Heilungsaussichten.
  • Selbsthilfe als Werbefläche nutzen. Der gemeinsame Monitoring-Ausschuss der BAG Selbsthilfe und des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen im Paritätischen erinnert an den Grundsatz: „Selbsthilfeorganisationen informieren über Angebote, beteiligen sich aber nicht an der Werbung.“ Bitten Sie dort nicht um einen Link. Ein Vortrag ohne Gegenforderung ist richtig; ob daraus eine Erwähnung wird, entscheidet die Gruppe.
  • Alte Links vergessen. In unserer Stichprobe verwiesen 6 von 20 Praxisprofilen auf die Domain eines regionalen Praxisnetzes, unter der inzwischen eine allgemeine Ratgeberseite ohne Impressum und mit WhatsApp-Kontaktknopf steht. Solche Links schicken Patientinnen und Patienten zu Fremden. Wie Sie verlorene Links zurückholen, zeigt Link Reclamation.

Beispiel-Rechnung: was sechs Monate kosten und bringen

Hinweis: Das Beispiel ist erfunden. Zeitaufwand, Stundensätze und erwartete Links sind Annahmen und Erfahrungswerte, keine Zusage.

Eine hausärztliche Gemeinschaftspraxis mit Kassenzulassung in einer Stadt mit rund 150.000 Einwohnern: Mitglied im Berufsverband, akademische Lehrpraxis, Mitglied eines Praxisnetzes. Verweisende Domains – also verschiedene Websites, die auf die Praxis verlinken – heute: neun. Die Praxismanagerin übernimmt drei Stunden pro Woche, eine Ärztin eine Stunde im Monat.

PostenRechnungBetrag
Praxismanagement26 Wochen × 3 Stunden × 45 Euro3.510 Euro
Ärztin6 Stunden × 150 Euro900 Euro
Sponsoring Lauftreffläuft ohnehin, keine Zusatzkosten0 Euro
Summe4.410 Euro
QuelleErwartete neue DomainsAttribut
Patientenportal des Berufsverbands1meist ohne nofollow
Lehrpraxen-Liste der Universität0 bis 1je nach Institut
Arzt-Auskunft, jameda, weitere Portale1 bis 2gemischt
Fachgesellschaft0 bis 1gemischt
Praxisnetz0 bis 1gemischt
Klinikkooperation0 bis 1oft nur PDF
Sponsoring Lauftreff1sponsored
Lokalmedien, Gesundheitstag0 bis 2Erwähnung wahrscheinlicher
Summe3 bis 10

Die Rechnung: 4.410 Euro geteilt durch 3 bis 10 neue verweisende Domains ergibt 441 bis 1.470 Euro je Domain. Das liegt in der Größenordnung eines bezahlten Beitrags in einem Gesundheits-Fachmedium mit 950 Euro Einstiegspreis im Median. Nur muss dieser Beitrag gekennzeichnet sein, gibt als sponsored-Link keine Linkkraft weiter und erreicht vor allem Fachkreise.

Der eigentliche Vorteil liegt woanders. Die neuen Links kommen von Verband, Universität, Netz und Klinik – genau den Quellen, die bei einem YMYL-Thema Vertrauen belegen. Sie bleiben, solange die Beziehung besteht. Aus neun verweisenden Domains werden 12 bis 19.

Für die KI-Suche zählen zusätzlich die Erwähnungen ohne Link: die Nennung als zertifizierte Einrichtung, als Lehrpraxis, das Zitat in der Lokalzeitung. Ob ChatGPT oder Googles AI Overviews eine Praxis danach häufiger nennen, haben wir für Arztpraxen nicht gemessen. Wie Sie das selbst prüfen, steht im GEO-Leitfaden.

Was das für Sie konkret heißt

Legen Sie heute eine Liste aller Organisationen an, in denen Ihre Praxis oder Ihre Ärztinnen und Ärzte Mitglied sind: Berufsverband, Fachgesellschaften, Praxisnetz, Universität, Kooperationskliniken. Daneben drei Spalten: Gibt es dort eine Liste oder Suche? Steht die Praxis drin? Ist die Website verlinkt?

Jede Zeile mit „steht drin, aber ohne Website“ ist eine Aufgabe von wenigen Minuten. Beginnen Sie mit dem Patientenportal Ihres Berufsverbands – in unserer Messung die Quelle mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis.

Was das nicht leistet

Links ersetzen keine gute Website. Ohne Seiten zu Leistungen, Sprechzeiten und Team, die Patientinnen und Patienten wirklich weiterhelfen, verpufft jede Empfehlung. Und eine Praxis, die keine neuen Patienten aufnimmt, braucht keinen Linkaufbau, sondern korrekte Daten.

Unsere Messung ist eine Stichprobe vom 25. Oktober 2026: wenige Seiten je Quellentyp, überwiegend aus Bayern und Baden-Württemberg. Attribute ändern sich nach Relaunches, und die Berufsordnungen der Landesärztekammern können von der Musterfassung abweichen. Prüfen Sie die Quellen in Ihrer Region selbst und klären Sie rechtliche Fragen mit Kammer oder Fachanwalt.

Häufige Fragen

Dürfen Ärztinnen und Ärzte überhaupt Linkbuilding betreiben?

Ja. § 27 MBO-Ä erlaubt sachliche berufsbezogene Informationen, und ein Eintrag mit Website-Link in einer Arztsuche, Verbandsliste oder Lehrpraxen-Liste ist genau das. Unzulässig sind anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung, ungekennzeichnete bezahlte Beiträge und Vorteile für Zuweisungen. Verbindlich ist die Berufsordnung der jeweiligen Landesärztekammer.

Bringt der Eintrag bei 116117 einen Backlink?

Kaum. In unserer Prüfung vom 25.10.2026 erschien die Praxis-Website dort nur per JavaScript, und die Datenschnittstelle ist in der robots.txt für alle Crawler gesperrt. Pflegen sollten Sie den Eintrag trotzdem, weil Patientinnen und Patienten ihn nutzen.

Welche Linkquellen sind für Arztpraxen am ergiebigsten?

In unserer Stichprobe die Patientenportale der Berufsverbände (29 von 35 Praxisprofilen mit Link, alle ohne nofollow), Lehrpraxen-Listen von Universitäten und Arztsuchen von Fachgesellschaften. Alle setzen Mitgliedschaft, Qualifikation oder Lehrtätigkeit voraus – genau deshalb sind sie wertvoll.

Darf eine Praxis Links mit Physiotherapie oder Apotheke tauschen?

Davon raten wir ab. Google wertet exzessiven Linktausch als Link-Spam, und § 31 Abs. 2 MBO-Ä untersagt, Patienten ohne hinreichenden Grund bestimmte Anbieter gesundheitlicher Leistungen zu empfehlen. Ein Link aus echter fachlicher Zusammenarbeit ist etwas anderes als ein Tausch.

Lohnt sich ein bezahlter Artikel in einem Gesundheitsmagazin?

Für Rankings selten. Bezahlte Beiträge müssen als Werbung erkennbar sein (§ 5a Abs. 4 UWG, § 11 Abs. 1 Nr. 9 HWG), der Link sollte rel="sponsored" tragen. Bei den Gesundheits-Fachmedien in unserer Erfassung liegt der öffentliche Einstiegspreis im Median bei 950 Euro, und die meisten erreichen Fachkreise statt Patienten.

Was unterscheidet Kassenpraxis, Privatpraxis und MVZ beim Linkaufbau?

Kassenpraxen stehen in der Regel in den Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen, Privatpraxen nicht – sie sind stärker auf Fachgesellschaften, Verbände und Portale angewiesen. Im MVZ gilt das Berufsrecht über die dort tätigen Ärztinnen und Ärzte; bei mehreren Standorten sollten Links auf die jeweilige Standortseite zeigen.

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