Titelkarte: Linksammlungen: Wo es sie noch gibt – Strategien & Taktiken, Linkship

Linksammlungen und Ressourcenseiten: Wo es sie im DACH-Raum noch gibt

Im englischsprachigen Linkbuilding gehört die „Resource Page“ zum Standardrepertoire: eine Seite, deren einziger Zweck es ist, gute Quellen zu einem Thema zu sammeln. Im deutschsprachigen Web sucht man den Begriff fast vergeblich. Das Format gibt es trotzdem – es heißt nur anders: Linksammlung, Linkliste oder schlicht „Nützliche Links“.

Wir wollten wissen, wer solche Seiten heute noch betreibt und in welchem Zustand sie sind. Dafür haben wir am 25. Oktober 2026 mit 42 Suchabfragen 57 deutschsprachige Kandidaten gesammelt und jede Seite per Skript geprüft: Betreiber, Pflege, Linkattribute, Aufnahmeweg und tote Links.

Das Ergebnis vorweg: 33 der 37 echten Linksammlungen betreiben Behörden, Hochschulen, Schulen, Bibliotheken, Kammern, Vereine oder Kommunen. Fast alle verlinken ohne nofollow – und fast keine sagt, wie man hineinkommt. Was daraus für Ihren Linkaufbau folgt, steht in den folgenden Abschnitten.

Kurz & knapp

  • Eine Ressourcenseite – im Deutschen meist Linksammlung, Linkliste oder „Nützliche Links“ – ist eine Seite, deren Hauptzweck das Verlinken weiterführender Quellen zu einem Thema ist.
  • In einer Linkship-Stichprobe vom 25. Oktober 2026 stammten 33 von 37 deutschsprachigen Linksammlungen von Institutionen wie Behörden, Hochschulen, Bibliotheken, Kammern, Vereinen und Kommunen.
  • Von 878 externen Links in diesen 37 Linksammlungen trugen 11 das Attribut nofollow (1,3 %); sponsored oder ugc kam nicht vor.
  • 27 der 37 Linksammlungen (73 %) zeigten kein erkennbares Aktualisierungsdatum, 19 (51,4 %) enthielten mindestens einen nachweislich toten Link.
  • Nur 2 der 37 Linksammlungen nannten einen Weg, Links vorzuschlagen; alle anderen boten lediglich den allgemeinen Kontakt.
  • Eine kuratierte Linksammlung ist kein Webkatalog: Aufnahme erfolgt nach fachlicher Prüfung, ohne Geld und ohne Gegenlink. Verzeichnisse geringer Qualität und exzessiven Linktausch nennt Google ausdrücklich als Link-Spam.

Was eine Ressourcenseite ist – und wie sie im Deutschen heißt

Eine Ressourcenseite bündelt externe Quellen zu einem Thema, meist mit einem kurzen Satz zu jedem Link. Sie ist nicht Beiwerk eines Artikels, sondern die Seite selbst: Ihr Zweck ist das Weiterverweisen. Typische Titel lauten „Links“, „Nützliche Links“, „Linksammlung“, „Linkliste“, „Links und Literatur“ oder „Hilfreiche Links“.

Wie wenig der englische Begriff im deutschen Markt verbreitet ist, zeigen die Suchvolumen. Wir haben die Begriffe am 25. Oktober 2026 über DataForSEO (Google Ads, Deutschland, durchschnittliche monatliche Suchanfragen) abgefragt:

SuchbegriffSuchanfragen pro MonatEinordnung
linksammlung140gebräuchlichster deutscher Begriff
linkliste140gleich häufig, oft im Bildungsbereich
nützliche links50die typische Seitenüberschrift
resource page10englischer Fachbegriff, kaum gesucht
ressourcenseitekeine DatenÜbersetzung, im Alltag ungebräuchlich
webkatalog480anderes Format, siehe unten

Für die Praxis ist eine Unterscheidung wichtiger als der Name. Drei Formate werden oft in einen Topf geworfen:

  • Linksammlung: eine eigene Seite, deren Hauptzweck das Verlinken ist. Jemand wählt die Links aus und verantwortet sie, etwa eine Bibliothek, ein Fachbereich oder ein Verein.
  • Linkblock: ein Kasten „Weitere Informationen“ am Ende einer Fachseite, meist mit zwei bis vier Verweisen. Er gehört zum Inhalt der Seite und wird selten um fremde Vorschläge ergänzt.
  • Webkatalog: ein Verzeichnis, in das man sich über ein Formular selbst einträgt, oft gegen Gebühr oder Gegenlink und ohne fachliche Prüfung. Das ist ein anderes Geschäftsmodell – mehr dazu in der Risiko-Ampel weiter unten.

Abgrenzung: Branchenbücher und Firmenverzeichnisse behandelt der Beitrag Branchenbücher und Verzeichnisse, Mitgliederlisten von Verbänden und Kammern der Beitrag Links von Verbänden und Kammern. Hier geht es um redaktionell kuratierte Linksammlungen, in die man nicht zahlt, sondern empfohlen wird. Weitere Linkquellen ohne Budget sammelt Backlinks kostenlos: 15 Quellen.

Unsere Stichprobe: 57 Kandidaten, 37 echte Linksammlungen

Die Suche war bereits der erste Befund. Wir haben 42 Suchabfragen gestellt: 27 als Google-Abfrage über DataForSEO (Standorte Deutschland, Österreich, Schweiz) und 15 über eine allgemeine Websuche. Kombiniert wurden Suchoperatoren wie inurl:links, intitle:, site: und Phrasen in Anführungszeichen mit Themen aus fünf Feldern: Gesundheit und Pflege, Bildung und Wissenschaft, Umwelt und Energie, Wirtschaft und Gründung, Kommune und Bürgerservice.

Nur vier der 27 Google-Abfragen lieferten überwiegend echte Linkseiten. Der Rest brachte Ratgeberartikel, PDFs, Nachrichten, Social-Media-Beiträge – und erstaunlich viele Fußzeilen, in denen „Nützliche Links“ nur die Überschrift über Impressum und Datenschutz ist. Operatoren wie site: und intitle: wurden in mehreren Abfragen sichtbar ignoriert. Am ergiebigsten war die Kombination aus inurl:links, der Phrase „nützliche links“, einem Thema und site:.de.

Aus allen Treffern blieben 57 HTML-Seiten als Kandidaten. Ein Skript hat jede Seite und die Startseite der jeweiligen Domain geladen. Externe Links, die auch auf der Startseite stehen – Fußzeile, Navigation, Partnerlogos – sowie Teilen-Knöpfe für soziale Netzwerke haben wir herausgerechnet. Übrig bleiben die Links im eigentlichen Inhalt.

  • Linkattribute: Anteil der externen Inhaltslinks mit nofollow, sponsored oder ugc, dazu noindex-Angaben der Seite.
  • Pflege: ein erkennbares Aktualisierungsdatum, etwa „Stand“ oder „zuletzt aktualisiert“ im Text oder ein Änderungsdatum in den Metadaten.
  • Aufnahmeweg: ob die Seite einen Weg nennt, Links vorzuschlagen, oder nur den allgemeinen Kontakt im Impressum bietet.
  • Tote Links: bis zu 40 externe Links je Seite in zwei Durchgängen abgerufen. Als tot gilt ein Link mit Status 404 oder 410 oder einer Domain, die nicht mehr existiert.

Als Linksammlung zählt eine Seite ab fünf externen Inhaltslinks, darunter sprechen wir von einem Linkblock. Von den 57 Kandidaten waren 6 nicht abrufbar (dreimal Bot-Schutz, zweimal 404, einmal Verbindungsfehler). Von den 51 abrufbaren Seiten sind 37 echte Linksammlungen, 13 Linkblöcke und eine Seite ohne externen Link.

Zur Einordnung: 48 der 51 abrufbaren Seiten stammen aus Deutschland, zwei aus der Schweiz, eine aus Österreich. Zwei Schweizer Behördenseiten blockten den Abruf, eine Schweizer Hochschulseite war nicht mehr erreichbar. Für Österreich und die Schweiz sagt die Stichprobe deshalb wenig. Seiten von Privatpersonen nennen wir nicht; sie fließen nur in die Summen ein.

Das Ergebnis: Institutionen, dofollow, kaum sichtbar gepflegt

Wer betreibt die 37 Linksammlungen? Fast ausschließlich Einrichtungen mit öffentlichem oder gemeinnützigem Auftrag. Unternehmen und Privatpersonen stellen zusammen nur vier Seiten.

Was 37 Linksammlungen gemeinsam habenEigene Stichprobe deutschsprachiger Linksammlungen, Stand 25.10.202698,7 %Links ohne nofollow867 von 878 Links94,6 %Kein Vorschlagsweg35 von 37 Seiten73,0 %Kein Datum erkennbar27 von 37 Seiten51,4 %Mind. 1 toter Link19 von 37 SeitenLinkship-Messung · tot = 404/410 oder Domain gelöscht, zwei Prüfdurchgänge
Deutschsprachige Linksammlungen verlinken fast immer ohne nofollow – aber die meisten sagen weder, wann sie gepflegt wurden, noch, wie man aufgenommen wird.
BetreiberLinksammlungenmit erkennbarem Datummit totem Link
Behörde (Land, Bund, Landesinstitut)614
Hochschule (Institut, Fachschaft)533
Kammer oder Verband512
Verein422
Bibliothek412
Schule303
Kommune302
Fachportal300
Unternehmen200
Privatperson221
Summe371019

Fast alles dofollow

Die 37 Linksammlungen enthalten zusammen 878 externe Inhaltslinks, im Mittel (Median) 15 je Seite. Nur 11 davon tragen nofollow (1,3 Prozent), verteilt auf zwei Seiten: eine Gemeinde, die alle zehn Links so auszeichnet, und ein Verein mit einem einzelnen. sponsored und ugc kamen nicht vor, keine Seite stand auf noindex. Behörden und Bibliotheken verlinken schlicht – ohne Zusatz, also als normale Links. Was das Attribut bedeutet, erklärt Dofollow-Links: erkennen und einordnen.

Gepflegt wird selten sichtbar

27 der 37 Seiten nennen kein Datum, an dem sie zuletzt geprüft oder geändert wurden. Nur fünf zeigen eines aus den letzten zwölf Monaten. Von 611 abgerufenen Links waren 39 nachweislich tot (6,4 Prozent), 78 ließen sich wegen Bot-Schutz oder Zeitüberschreitung nicht prüfen. 19 Seiten enthalten mindestens einen toten Link, sechs Seiten drei oder mehr.

Das ist eine Chance und ein Warnsignal zugleich. Eine Seite mit toten Links bietet einen sachlichen Anlass für eine Nachricht – genau darauf baut Broken Link Building auf. Eine Seite, die seit Jahren niemand anfasst, wird aber auch Ihren Vorschlag nicht einpflegen.

Kein Weg hinein – jedenfalls kein offizieller

35 der 37 Linksammlungen bieten nur den allgemeinen Kontakt aus dem Impressum. Die zwei Ausnahmen gehören zum selben Angebot, dem Deutschen Bildungsserver mit seiner Funktion „Link vorschlagen“. Ein Formular nach dem Muster „Hier Ihre Website eintragen“ fanden wir auf keiner einzigen Linksammlung. Wer aufgenommen werden will, muss also die zuständige Person finden und überzeugen.

Wann die Taktik passt – und wann nicht

Aus den Daten folgt eine einfache Regel: Linksammlungen verlinken Quellen, keine Anbieter. Behörden, Hochschulen und Bibliotheken nehmen auf, was ihren Lesern bei einer Aufgabe hilft. Werbung nehmen sie erfahrungsgemäß nicht auf.

Die Taktik passt, wenn …

  • Sie eine nicht werbliche Ressource haben: einen Rechner, eine Checkliste, ein Glossar, einen Datensatz, Lernmaterial oder einen gründlichen Ratgeber ohne Kontaktformular-Zwang. Welche Formate sich dafür eignen, zeigt Linkbait: 10 Content-Formate.
  • Ihr Thema eine öffentliche Aufgabe berührt: Gesundheit, Pflege, Bildung, Umwelt, Energie, Gründung, Ausbildung. Allein Bildung und Wissenschaft stellte in unserer Stichprobe 18 der 37 Linksammlungen.
  • Sie in Monaten planen. Antworten von Behörden und Hochschulen kommen nach unserer Erfahrung oft erst nach Wochen, wenn überhaupt.

Die Taktik passt nicht, wenn …

  • Sie eine Produkt- oder Leistungsseite verlinkt haben wollen. Dafür gibt es in einer kuratierten Linksammlung keinen Platz.
  • Sie kurzfristig viele Links brauchen. Die Ausbeute ist klein und schwer planbar.
  • Ihr Thema keinen öffentlichen Bezug hat, etwa Spezialsoftware für eine Nischenbranche. Dort sind Fachmedien und Verbände der bessere Weg.

Unsere Empfehlung: Betrachten Sie Linksammlungen als Verteilweg für eine Ressource, die Sie ohnehin haben oder bauen wollen – nicht als eigenständige Linkquelle. Eingebettet in einen Gesamtplan, wie ihn Backlinks aufbauen: 12 Strategien beschreibt, bringt die Taktik wenige, aber sehr glaubwürdige Links.

Schritt für Schritt: von der Suche zur Aufnahme

  1. Ressource prüfen. Stellen Sie sich eine Bibliothekarin vor, die Ihre Seite in ihre Liste aufnehmen soll. Stört sie Werbung, ein Pop-up oder ein Formular vor dem Inhalt? Fehlen Impressum, Autor oder Quellen? Dann zuerst die Seite verbessern.
  2. Kandidaten suchen. Arbeiten Sie mit Suchoperatoren und deutschen Signalwörtern. Die Varianten unten haben in unserer Stichprobe am besten funktioniert. Weitere Muster, etwa für Hochschuldomains, stehen im Beitrag Broken Link Building: Anleitung. Ergänzend lohnt der Blick auf Seiten, die Ihre Wettbewerber verlinken, siehe Backlinks der Konkurrenz analysieren.
  3. Qualifizieren. Prüfen Sie jede Seite auf fünf Punkte: Passt das Thema genau? Ist die Seite indexierbar? Stehen die externen Links ohne nofollow? Gibt es ein Datum oder andere Spuren von Pflege? Wer ist laut Impressum oder Seitenfuß zuständig? Tote Links finden Sie in Sekunden mit dem Link-Checker.
  4. Ansprechen. Eine persönliche Nachricht an die zuständige Stelle: was Ihre Ressource leistet, für wen auf dieser Liste sie nützlich ist, gegebenenfalls ein Hinweis auf einen toten Link mit Ersatzvorschlag. Kein Angebot einer Gegenleistung, kein Gegenlink.
  5. Nachhalten. Eine Erinnerung nach zwei bis drei Wochen, danach nicht mehr. Notieren Sie Datum, Kontakt und Ergebnis in einer Liste und prüfen Sie aufgenommene Links nach einigen Monaten erneut.
inurl:links "nützliche links" pflege site:.de
inurl:links "linksammlung" unterricht site:.de
inurl:links "linkliste" klimaschutz
intitle:"links" naturschutz verein

Ein Wort zum Recht: Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung eine unzumutbare Belästigung. Ob eine Linkanfrage als Werbung gilt, hängt vom Einzelfall ab; wer die Aufnahme eines eigenen Angebots wünscht, sollte vorsichtig sein. Verschicken Sie deshalb keine Serienmails, sondern einzelne, sachliche Nachrichten an zuständige Funktionsadressen. Vorlagen und die deutsche Rechtslage im Detail stehen in Outreach-Mails für Linkanfragen. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.

Aufwand und Kosten

Geld fließt bei dieser Taktik nicht – bezahlt wird mit Arbeitszeit. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte für eine Kampagne mit rund 30 Anfragen, keine Messwerte aus der Stichprobe.

ArbeitsschrittZeitaufwand (Erfahrungswert)Hinweis
Ressource erstellen oder überarbeiten8 bis 40 Stundenentfällt, wenn eine geeignete Seite existiert
Recherche: 100 bis 150 Kandidaten4 bis 6 Stundenviele Treffer sind Fußzeilen oder PDFs
Qualifizieren auf 30 Kontakte3 bis 5 StundenThema, Pflege, tote Links, Zuständigkeit
30 persönliche Nachrichten5 bis 8 Stundenkeine Serienmail
Nachfassen und Abnahme2 StundenLink gesetzt? Attribut? Ziel-URL?
Summe ohne Ressource14 bis 21 Stunden

Rechenbeispiel: 20 Stunden zu angenommenen internen Kosten von 60 Euro ergeben 1.200 Euro. Bei einer Rücklaufquote von 5 bis 15 Prozent – ein Erfahrungswert, den wir in dieser Stichprobe nicht gemessen haben – kommen aus 30 Anfragen 2 bis 4 Links zustande. Jeder Link kostet damit rund 300 bis 600 Euro an Arbeitszeit.

Das klingt nicht billig. Der Unterschied zu einer bezahlten Platzierung liegt woanders: Der Link aus einer Hochschul- oder Behördenliste ist redaktionell vergeben, muss nicht gekennzeichnet werden und steht in einem Umfeld, das sich nicht kaufen lässt. Was bezahlte Links im Vergleich kosten, zeigt der Linkpreis-Index DACH.

Risiko-Ampel: Linksammlung, Webkatalog, Linkfarm

Die Aufnahme in eine kuratierte Linksammlung ist der Normalfall, für den Google Links überhaupt auswertet: Jemand empfiehlt eine Quelle, weil sie nützlich ist. Problematisch wird es, wenn das Format nur nachgeahmt wird. In seinen Spam-Richtlinien nennt Google im Abschnitt Link-Spam unter anderem Links aus Verzeichnissen oder Lesezeichen-Websites von geringer Qualität sowie „exzessiven Linktausch“ und Partnerseiten zum ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung.

Risiko-Ampel für LinklistenGrün: Linksammlungkuratiert von InstitutionAufnahme nach Prüfungkein Geld, kein GegenlinkGelb: genau prüfenPartner- und MitgliederlistenWebkatalog mit RedaktionGegenleistung: sponsoredRot: LinkfarmLinks zu jedem ThemaEintrag gegen GebührGegenlink als Pflicht
Entscheidend ist nicht das Wort „Linkliste“, sondern wie ein Eintrag zustande kommt: durch Auswahl, durch Gegenleistung oder durch Selbsteintrag.
  • Grün: Aufnahme in die Linksammlung einer Hochschule, Behörde, Bibliothek, Kammer oder eines Vereins nach fachlicher Prüfung, ohne Geld, ohne Gegenlink. Ein Attribut braucht der Link nicht.
  • Gelb: Linklisten mit Gegenleistung im Hintergrund – Partner- und Mitgliederseiten, Sponsorenlisten, Webkataloge mit echter Redaktion. Fließt Geld oder eine Leistung, gehört rel="sponsored" oder nofollow an den Link. Die Details stehen in Nofollow, Sponsored, UGC.
  • Rot: Linkfarmen und Webkataloge mit Gegenlinkpflicht oder Eintragsgebühr, „Linkpartner“-Seiten zum Tausch, Massen-Eintragsdienste für Hunderte Kataloge und gekaufte Plätze in Linklisten ohne Kennzeichnung. Warum Tauschmodelle fast immer schaden, erklärt Linktausch: Warum er 2026 fast immer schadet.

Woran Sie eine Linkfarm erkennen

Eine Linkfarm ist eine Website, die vor allem existiert, um Links zu verteilen – meist gegen Geld oder Gegenlink. Vier Merkmale unterscheiden sie von einer echten Linksammlung:

  • Themenbreite: Pflegedienst neben Kreditvergleich neben Casino. Eine echte Linksammlung hat ein Thema und einen Leserkreis.
  • Eintrag statt Auswahl: Wer sich selbst eintragen kann, wird nicht empfohlen. In unserer Stichprobe bot keine einzige Linksammlung ein solches Eintragsformular.
  • Bedingungen: Gebühr, Gegenlink oder „Backlink-Pflicht“ als Voraussetzung.
  • Betreiber: kein erkennbarer Bezug zum Thema, oft ein Netzwerk gleich gebauter Seiten. Typische Muster beschreibt Linknetzwerke erkennen.

Die Suchanfrage „webkatalog“ hat mit 480 monatlichen Suchanfragen mehr als dreimal so viel Volumen wie „linksammlung“. Wer nach Webkatalogen sucht, findet vor allem das Format, das Google als Spam-Beispiel nennt.

Beispiel aus dem DACH-Markt: Bildungsserver und ein Lüftungsrechner

Wie eine gepflegte institutionelle Linksammlung funktioniert, zeigt der Deutsche Bildungsserver, ein Angebot des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Er ist im Kern eine kommentierte Linkdatenbank: Jeder Eintrag hat eine Beschreibung, an jedem Eintrag lässt sich ein defekter Link melden, und über „Link vorschlagen“ können Außenstehende Quellen einreichen. In unserer Stichprobe war er der einzige Betreiber mit einem ausdrücklichen Vorschlagsweg.

Wichtig ist, was der Vorschlagsweg nicht bedeutet: Ein Vorschlag ist kein Eintrag. Die Redaktion entscheidet, ob eine Quelle in ihr Angebot passt – und genau deshalb ist ein solcher Link etwas wert.

Hinweis: Das folgende Unternehmensbeispiel ist erfunden. Es zeigt den Ablauf und realistische Größenordnungen, keinen echten Fall.

Ein mittelständischer Hersteller von Raumluft-Messgeräten hat einen kostenlosen Lüftungsrechner für Klassenräume online gestellt: ohne Anmeldung, mit offengelegter Rechenmethode und Quellen. Statt den Rechner zu bewerben, sucht das Marketingteam Linksammlungen in drei Umfeldern: Bildungsserver der Länder und Landesinstitute, Linklisten von Schulen und Schulträgern, Umweltbildungsseiten von Vereinen.

  1. Recherche: 120 Kandidaten aus Suchabfragen nach dem Muster inurl:links "linksammlung" lüften schule, davon bleiben nach dem Qualifizieren 28.
  2. Anfragen: 28 einzelne Nachrichten, bei neun davon mit Hinweis auf einen toten Link und den Rechner als möglichen Ersatz. Beim Bildungsserver der Weg über „Link vorschlagen“.
  3. Ergebnis nach drei Monaten (angenommen): drei Aufnahmen, zwei freundliche Absagen mit Verweis auf die Neutralität gegenüber Herstellern, der Rest ohne Antwort.

Drei Links sind keine große Zahl. Aber sie stehen auf Domains, die sonst kaum ein Unternehmen verlinken, und sie tragen eine Beschreibung des Rechners – also eine Nennung im Umfeld vertrauenswürdiger Quellen. Hier treffen sich Linkbuilding und GEO, die Optimierung für Antworten von KI-Systemen: Für das Ranking zählt der Link, für die Sichtbarkeit in KI-Antworten genügt oft schon die Erwähnung. Ob KI-Systeme gerade solche Linklisten als Quelle heranziehen, haben wir in dieser Stichprobe nicht gemessen.

Was das für Sie konkret heißt

Wählen Sie Ihre beste nicht werbliche Seite aus – einen Rechner, eine Checkliste, einen Ratgeber. Suchen Sie dann 30 Minuten lang mit inurl:links "nützliche links" plus Ihrem Thema und site:.de nach Linksammlungen und notieren Sie die ersten zehn passenden Treffer.

Prüfen Sie diese zehn Seiten mit dem Link-Checker auf tote Links. Die Seiten mit einem toten Link und einem erkennbaren Ansprechpartner sind Ihre ersten Kontakte – mit einem konkreten, nützlichen Anlass statt einer Bitte um einen Gefallen.

Was das nicht leistet

Unsere Stichprobe umfasst 57 Kandidaten und 37 Linksammlungen, gefunden über eine begrenzte Zahl von Suchabfragen. Sie ist nicht repräsentativ für das deutschsprachige Web, stark auf Deutschland konzentriert und von der Auswahl der Suchmaschinen geprägt. Das Aktualisierungsdatum haben wir heuristisch aus Text und Metadaten gelesen; eine Seite ohne erkennbares Datum kann trotzdem gepflegt sein. 78 Links ließen sich wegen Bot-Schutz oder Zeitüberschreitung nicht prüfen.

Nicht gemessen haben wir, wie oft Anfragen an Linksammlungen erfolgreich sind – die genannten Rücklaufquoten sind Erfahrungswerte. Und wie stark Google einen einzelnen Link aus einer Linksammlung gewichtet, lässt sich von außen nicht bestimmen. Prüfen lässt sich, ob der Link gesetzt ist und wie – nicht, was er im Ranking bewirkt.

Häufige Fragen

Was ist eine Linksammlung?

Eine Linksammlung, auch Linkliste oder Ressourcenseite genannt, ist eine Seite, deren Hauptzweck das Verlinken weiterführender Quellen zu einem Thema ist. Im deutschsprachigen Web tragen solche Seiten meist Titel wie „Links“, „Nützliche Links“ oder „Linksammlung“. Anders als ein Webkatalog wird sie redaktionell zusammengestellt, man kann sich nicht selbst eintragen.

Gibt es Ressourcenseiten im deutschen Web überhaupt noch?

Ja, aber vor allem bei Institutionen. In unserer Stichprobe vom 25. Oktober 2026 stammten 33 von 37 deutschsprachigen Linksammlungen von Behörden, Hochschulen, Schulen, Bibliotheken, Kammern, Vereinen, Kommunen oder Fachportalen. Unternehmen und Privatpersonen stellten nur vier.

Sind Links aus Linksammlungen dofollow?

In aller Regel ja. Von 878 externen Links in den 37 untersuchten Linksammlungen trugen nur 11 das Attribut nofollow (1,3 %), sponsored oder ugc kam nicht vor. Ob ein Link im Einzelfall Ranking-Wirkung hat, lässt sich von außen allerdings nicht messen.

Wie finde ich Linksammlungen zu meinem Thema?

Am besten funktionierte in unserer Stichprobe die Kombination inurl:links "nützliche links" plus Thema plus site:.de. Rechnen Sie mit vielen Fehltreffern: Oft ist „Nützliche Links“ nur eine Überschrift in der Fußzeile. Ergänzend helfen Varianten mit „linksammlung“ oder „linkliste“ und der Blick auf die Backlinks von Wettbewerbern.

Ist ein Eintrag in einer Linkliste Link-Spam?

Nicht, wenn eine Redaktion Ihre Quelle nach fachlicher Prüfung und ohne Gegenleistung aufnimmt. Google nennt in seinen Spam-Richtlinien Links aus Verzeichnissen geringer Qualität und exzessiven Linktausch als Beispiele für Link-Spam – das betrifft Webkataloge mit Gebühr oder Gegenlinkpflicht und Linkfarmen, nicht kuratierte Linksammlungen von Institutionen.

Darf ich für die Aufnahme bezahlen oder einen Gegenlink anbieten?

Davon raten wir ab. Fließt eine Gegenleistung, muss der Link nach Googles Richtlinien mit rel=“sponsored“ oder nofollow gekennzeichnet sein, und ein Tausch „Link gegen Link“ zählt bei Übermaß als Link-Spam. Seriöse Linksammlungen von Behörden oder Hochschulen nehmen ohnehin weder Geld noch Gegenlinks an.

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