Linkbuilding für Startups: Programme, Wettbewerbe, Gründerportale
Ein Startup hat beim Linkaufbau eine Sonderstellung: Die Domain ist neu, das Budget knapp, die Zeit gehört dem Produkt. Gleichzeitig stehen Gründern Türen offen, die etablierten Firmen verschlossen bleiben – Förderprogramme, Acceleratoren, Gründerwettbewerbe, Startup-Datenbanken und Medien, die sich ausdrücklich für junge Unternehmen interessieren.
Ob aus diesen Kontakten auch Links werden, ist eine andere Frage. Wir haben am 26. Oktober 2026 nachgemessen: 81 Portfolio-, Profil-, Gewinner- und Artikelseiten von 24 Websites aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – Förderprogramme, Acceleratoren, Wettbewerbe, Hochschulen, Plattformen und Medien, jeweils mit Blick auf die Frage, ob die Website des Startups verlinkt wird und mit welchem Attribut.
Das Ergebnis vorweg: Gut die Hälfte der geprüften Startup-Profile verlinkt normal, knapp ein Drittel gar nicht. Welche Quellen sich lohnen, in welcher Reihenfolge Sie sie angehen und warum gekaufte Links in dieser Phase selten der Engpass sind, steht in den folgenden Abschnitten.
Kurz & knapp
- In einer Linkship-Messung vom 26.10.2026 verlinkten 34 von 66 Startup-Profilseiten aus Förderprogrammen, Acceleratoren, Wettbewerben und Plattformen die Website des Startups ohne nofollow; 20 Profile enthielten gar keinen Link.
- Wo Acceleratoren, Seed-Investoren und regionale Startup-Netzwerke Profile im HTML ausliefern, verlinkten sie meist normal: 25 von 30 geprüften Profilen bei SpinLab, WERK1, High-Tech Gründerfonds, Munich Startup und Startup Salzburg.
- Förderprogramme sind in der Pre-Seed-Phase die erste Linkquelle: Die EXIST-Success-Stories des Bundeswirtschaftsministeriums verlinkten in 6 von 6 geprüften Fällen die Website des Startups.
- Bezahlte Links müssen nach Googles Spam-Richtlinien rel=“sponsored“ oder rel=“nofollow“ tragen; für ein junges Startup sind sie deshalb vor allem Reichweite, kaum Ranking-Hebel.
- In unserer Erfassung führen 28 von 1.013 Fachmagazinen das Thema Startups & Gründung; 22 davon nehmen Gastbeiträge an oder prüfen sie auf Anfrage (Stand 25.10.2026).
- Für die KI-Suche zählt schon die Nennung: Ein Startup, das in Meldungen zur Finanzierungsrunde oder in Gewinnerlisten steht, taucht in den Texten auf, die KI-Systeme lesen – auch dort, wo kein Link gesetzt ist.
Ausgangslage: Warum Startups beim Linkaufbau anders starten
Eine neue Domain hat keine Geschichte. Es gibt keine verweisenden Domains – also keine fremden Websites, die auf Sie zeigen –, keine Erwähnungen in Fachmedien und meist nur eine Handvoll Unterseiten. Wie die ersten 20 Links in 60 Tagen zustande kommen, beschreibt Backlinks für eine neue Website Schritt für Schritt. Dieser Beitrag setzt eine Ebene davor an: bei den Quellen, die es nur für Startups gibt.
Wer sucht, sucht übrigens selten nach SEO. „SEO für Startups“ und „Startup SEO“ kommen in Deutschland auf je rund 20 Suchanfragen im Monat, „Startup Marketing“ auf 70. „EXIST Gründerstipendium“ wird dagegen rund 1.900-mal gesucht, „Startup Verband“ 720-mal, „Startup Förderung“ 390-mal (DataForSEO, Google-Ads-Daten, Durchschnitt Oktober 2025 bis September 2026). Gründer beschäftigen sich mit Programmen, Netzwerken und Finanzierung – und genau dort entstehen die ersten Links.
Für Startups gelten dieselben Google-Regeln wie für alle anderen. Ein Link aus einem Accelerator-Portfolio wirkt nicht stärker, weil er von einem Accelerator kommt, sondern weil er redaktionell entstanden ist, thematisch passt und von einer Domain mit eigenem Gewicht stammt. Die Abkürzungen, die sich anbieten – Linkpakete, Tausch mit anderen Teams aus dem Batch –, sind für Startups genauso riskant wie für alle anderen.
Abgrenzung: Integrationsverzeichnisse, Vergleichsseiten und Bewertungsplattformen für Software stehen in Linkbuilding für SaaS, Kooperationen mit Lehrstühlen in Hochschul-Links, der Ablauf einer Digital-PR-Kampagne in Digital PR für Linkbuilding. Alle allgemeinen Wege zu Links bündelt der Überblick Backlinks aufbauen: 12 Strategien. Hier geht es um die Quellen, die Startups im DACH-Raum offenstehen, und um die Reihenfolge.
Unsere Messung: Wer verlinkt Startups wirklich?
Die Methode: Am 26. Oktober 2026 haben wir 26 Seiten bzw. Seitentypen von 24 Websites per curl geladen, also das HTML, das der Server ausliefert. Bei Profilseiten haben wir je Quelle bis zu sechs Profile aus der Übersicht abgerufen, bei Übersichten und Artikeln die einzelne Seite. Gezählt wurden Links auf die Website des Startups und ihr rel-Attribut. Links in Navigation, Footer und Partnerleisten sowie Links auf Investoren und Programme haben wir herausgerechnet. Insgesamt flossen 81 Seiten ein, davon 66 Profilseiten.
| Quelle (Typ) | Geprüft | Ergebnis |
|---|---|---|
| EXIST Success Stories (Förderprogramm, DE) | 6 Profile | 6 normal verlinkt |
| Hessen Ideen, Alumni (Hochschulprogramm, DE) | 6 Profile | 2 normal, 4 ohne Link |
| KfW Award Gründen 2025 (Wettbewerb, DE) | 1 Seite | 16 Startup-Links, alle normal |
| Deutscher Gründerpreis (Wettbewerb, DE) | 6 Profile | kein Link |
| High-Tech Gründerfonds (Seed-Investor, DE) | 6 Profile | 5 normal, 1 ohne Link |
| SpinLab Leipzig (Accelerator, DE) | Übersicht + 6 Profile | 18 normal; Profile 5 normal, 1 nofollow |
| WERK1 München (Inkubator, DE) | 6 Profile | 4 normal, 2 ohne Link |
| UnternehmerTUM (Hochschul-Netzwerk, DE) | 6 Profile | kein Link |
| Munich Startup (Netzwerk, DE) | 6 Profile | 6 normal verlinkt |
| Startup Salzburg (Netzwerk, AT) | 6 Profile | 5 normal, 1 ohne Link |
| startbase (Datenbank, DE) | 6 Profile | nur ugc/nofollow, Website meist hinter Login |
| BetaList (Launch-Plattform) | 6 Profile | 5 nur über Weiterleitung mit nofollow, 1 normal |
| deutsche-startups.de, startupticker.ch (Medien) | 3 Artikel | genannte Startups normal verlinkt |
| Gründerszene, Trending Topics (Medien) | 2 Artikel | Startup genannt, nicht verlinkt |
| Hochschulmeldungen Uni Kassel, Uni Marburg | 2 Seiten | nur das Programm verlinkt |
| ZOLLHOF, INiTS, Venture Kick, TOP 100 Swiss Startups, ETH-Informatik | 5 Seiten | keine Startup-Links im HTML |
Über alle 66 Profilseiten ergibt sich: 34 verlinken die Website normal, also ohne nofollow, sponsored oder ugc. 20 enthalten keinen Link, 7 verlinken eingeschränkt, 5 führen nur über eine interne Weiterleitung zum Startup. Die Seite der FFG zum österreichischen Gründungspreis Phönix lieferte Status 403, Product Hunt ließ sich aus unserer Messumgebung nicht abrufen.
Das Muster ist deutlich. Wer mit einem Startup arbeitet und Profilseiten ausliefert – Accelerator, Seed-Investor, regionales Netzwerk –, verlinkt in der Regel: 25 von 30 Profilen bei SpinLab, WERK1, High-Tech Gründerfonds, Munich Startup und Startup Salzburg. Wer ein Startup auszeichnet oder darüber berichtet, nennt es oft nur. Beim Deutschen Gründerpreis und bei UnternehmerTUM fanden wir in den geprüften Profilen keinen Link zur Website, die beiden Hochschulmeldungen verlinkten das Stipendienprogramm statt der Teams.
Zur Einordnung: Stichproben von einer bis sechs Seiten je Quelle. Inhalte, die per JavaScript nachgeladen werden (etwa bei ZOLLHOF), erfasst eine curl-Messung nicht; ob Google sie sieht, haben wir nicht geprüft. Attribute können sich jederzeit ändern. Prüfen Sie Ihren eigenen Eintrag nach der Veröffentlichung mit dem Linkship-Link-Checker. Was die Attribute bewirken, erklärt Nofollow, Sponsored, UGC.
Linkquellen nach Phase: Pre-Seed, Seed, Wachstum
Nicht jede Quelle steht jedem Startup zu jeder Zeit offen. Ein Gründerstipendium gibt es vor der Gründung, einen Accelerator-Platz meist zwischen Prototyp und erster Runde, eine Studie in einem Fachmedium erst mit Daten und Kunden. Die Tabelle ordnet die Quellen nach Phase und Aufwand. Die Linkchance stützt sich, wo vorhanden, auf unsere Messung, sonst auf Erfahrungswerte.
| Phase | Quelle | Aufwand | Linkchance |
|---|---|---|---|
| Pre-Seed | Förderprogramm mit Erfolgsgeschichten (z. B. EXIST) | gering, nach Zusage | hoch (6 von 6 gemessen) |
| Pre-Seed | Hochschule, Lehrstuhl, Gründungszentrum | gering bis mittel | mittel, oft nur Programmlink |
| Pre-Seed | Gründerwettbewerbe, Businessplan-Wettbewerbe | mittel (Bewerbung) | schwankend: von 16 Links bis keiner |
| Pre-Seed | Regionale Startup-Netzwerke und -Datenbanken | gering | hoch bei Munich Startup und Startup Salzburg |
| Seed | Accelerator, Inkubator | hoch (Bewerbung, Programm) | hoch (Portfolio-Seiten) |
| Seed | Portfolio-Seiten der Investoren | keiner, nach Abschluss | hoch (HTGF 5 von 6) |
| Seed | PR zur Finanzierungsrunde in Startup-Medien | mittel | mittel, je nach Medium |
| Seed | Launch-Plattformen wie BetaList | gering | meist Weiterleitung mit nofollow (5 von 6) |
| Wachstum | Fachbeiträge in Branchenmedien | mittel bis hoch | mittel bis hoch |
| Wachstum | Eigene Daten, Studien, Werkzeuge | hoch | hoch, aber langsam |
| Wachstum | Partner, Kunden, Integrationen | mittel | mittel |
Pre-Seed: Programme und Hochschule
Das EXIST-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert Gründungen aus Wissenschaft und Forschung zwölf Monate lang mit 1.000 bis 3.000 Euro im Monat je Person, Teams erhalten zusätzlich 30.000 Euro Sachmittel. Für den Linkaufbau ist etwas anderes interessant: Das Programm stellt geförderte Startups als Success Stories vor und verlinkt sie. Auf Landesebene gibt es vergleichbare Programme, etwa das Hessen Ideen Stipendium für Teams aus hessischen Hochschulen mit bis zu 2.500 Euro im Monat für sechs Monate. Dort verlinkten in unserer Stichprobe zwei von sechs Alumni-Profilen.
Die Hochschule selbst ist die zweite Adresse: Gründungszentren, Spin-off-Listen, Lehrstuhlseiten. Unsere Messung zeigt allerdings, dass Pressemeldungen der Hochschulen oft nur das Programm verlinken. Fragen Sie deshalb aktiv nach einem Link auf Ihre Website, wenn die Meldung entsteht – das kostet eine Mail an die Pressestelle. Wie sich daraus eine dauerhafte Kooperation machen lässt, steht in Hochschul-Links.
Seed: Accelerator, Investoren, erste Runde
In der Seed-Phase liegen die stärksten kostenlosen Quellen buchstäblich auf dem Tisch. Acceleratoren und Inkubatoren führen Portfolio-Seiten, Seed-Investoren ebenso. Bei SpinLab, WERK1 und dem High-Tech Gründerfonds verlinkten die meisten geprüften Profile normal. Prüfen Sie nach dem Einzug in ein Programm und nach jeder Runde, ob Ihr Profil existiert, ob die Domain stimmt und ob der Link gesetzt ist.
Wachstum: Fachmedien, Daten, Partner
Ab der Wachstumsphase verschiebt sich der Schwerpunkt. Ihre Kunden lesen keine Startup-Medien, sondern Fachmedien ihrer Branche. Ein Fachbeitrag dort, eine eigene Erhebung oder ein kostenloses Werkzeug bringt Links aus dem Umfeld, in dem Sie verkaufen. Wie Werkzeuge zu Linkmagneten werden, zeigt Kostenlose Tools als Linkmagnet; für Software-Startups kommen Integrationspartner hinzu.
Budget-Realität: Warum gekaufte Links selten der Engpass sind
Viele Startups fragen früh nach dem Preis für Backlinks. Die ehrliche Antwort: In Pre-Seed und Seed fehlt selten das Geld für Links, sondern fast immer etwas anderes. Drei Gründe.
- Es fehlen Seiten, die verlinkt werden können. Eine Startseite, eine Preisseite und ein Kontaktformular sind kein Linkziel. Redaktionen und Partner verlinken eine Pressemappe, eine Studie, eine Anleitung oder eine Produktseite, die etwas erklärt.
- Bezahlte Links sollen laut Google keine Linkkraft weitergeben. Nach den Spam-Richtlinien müssen bezahlte Links
rel="sponsored"oderrel="nofollow"tragen. Ein sauber gekennzeichneter Sponsored Post bringt Leser und eine Nennung, aber kein Ranking-Signal im klassischen Sinn. - Die kostenlosen Quellen sind noch nicht ausgeschöpft. Wer im Accelerator ist, Investoren hat und an zwei Wettbewerben teilnimmt, hat nach unserer Erfahrung drei bis sechs redaktionelle Links in Reichweite, die nichts kosten außer einer Nachfrage.
Was bezahlte Platzierungen im Startup-Umfeld kosten, zeigt unsere Erfassung der Fachmagazine: 28 der 1.013 erfassten Magazine führen das Thema Startups & Gründung (Export vom 25. Oktober 2026), der Median des Domain Rank (DataForSEO, Skala 0–100) liegt bei 54,5. Nur vier nennen öffentlich einen Preis: 590 Euro für einen Sponsored Post in einem Regionalmedium, 950 Euro für einen Sponsored Post ohne Texterstellung, 1.650 Franken für ein Online-Advertorial, 3.000 Euro für eine Sponsored Story. Einordnung der Preise über alle Branchen: Linkpreis-Index DACH 2026.
Aufschlussreicher ist die andere Zahl: 22 der 28 Startup-Magazine nehmen Gastbeiträge an oder prüfen sie auf Anfrage. Ein Gründer mit einer klaren These, eigenen Zahlen oder einem Erfahrungsbericht hat dort bessere Chancen als ein Konzern.
Unsere Empfehlung: Planen Sie in den ersten sechs Monaten kein Linkbudget, sondern Zeit – rund drei Stunden pro Woche. Geld lohnt sich erst, wenn die kostenlosen Quellen genutzt sind und eine Seite existiert, für die sich Reichweite lohnt. Dann ist ein gekennzeichneter Beitrag in einem Fachmedium Ihrer Kunden meist sinnvoller als zehn Links aus einem Paket.
Digital PR zur Finanzierungsrunde – rechtlich sauber
Die Finanzierungsrunde ist für viele Startups der erste echte Nachrichtenanlass. In unserer Messung verlinkten deutsche-startups.de und startupticker.ch die genannten Startups normal, Gründerszene und Trending Topics nannten das Startup in den geprüften Meldungen, setzten aber keinen Link. Beides ist wertvoll: Der Link zählt fürs Ranking, die Nennung für die Sichtbarkeit in KI-Antworten (GEO, also Generative Engine Optimization).
- Anlass prüfen: Eine Runde ist eine Nachricht, wenn Betrag, Investoren oder Thema für die Leser eines Mediums relevant sind. Eine kleine Pre-Seed-Runde ohne Besonderheit interessiert eher das regionale Netzwerk als ein überregionales Medium.
- Mit Investoren abstimmen: Termin, Betrag und Zitate gemeinsam festlegen. Investoren veröffentlichen oft selbst eine Meldung und ergänzen ihre Portfolio-Seite – fragen Sie nach dem Link.
- Pressebereich auf der eigenen Website: Meldung, Fakten, Fotos, Ansprechpartner. Diese Seite ist das Linkziel. Wie die Meldung aufgebaut wird, steht in Pressemitteilung schreiben.
- Gezielt statt breit: fünf bis zehn Redaktionen mit persönlicher Nachricht, Sperrfrist (Embargo) nur, wenn sie eingehalten wird. Danach unverlinkte Nennungen nachfassen, siehe unverlinkte Markennennungen.
Drei Rechtsfragen
- Kennzeichnung: Bezahlen Sie für eine Platzierung, muss der kommerzielle Zweck erkennbar sein (§ 5a Abs. 4 UWG). Als Information getarnte Werbung ist nach Nr. 11 im Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG stets unzulässig. Für Google gehört zusätzlich
rel="sponsored"an den Link, Details in Gekaufte Links richtig kennzeichnen. - Keine Massen-Kaltmails: Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine unzumutbare Belästigung. Wo die Grenze zwischen Presseinformation und Werbung verläuft und wie zulässige Anfragen aussehen, steht in Outreach-Mails für Linkanfragen.
- Presseportale ohne optimierte Ankertexte: Google nennt optimierte Ankertexte in Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verbreitet werden, ausdrücklich als Link-Spam. Ein Presseportal ist ein Verteilweg, keine Linkquelle; mehr in Presseportale und Backlinks.
Keine Rechtsberatung: Die Hinweise geben den Wortlaut von UWG und Google-Richtlinien wieder, Stand 26. Oktober 2026. Im Einzelfall entscheiden Gerichte.
Plan für 6 Monate
Der Plan geht von einem Startup in der Seed-Phase aus, mit einer gründenden Person, die rund drei Stunden pro Woche einplant. Die Reihenfolge folgt der Logik: erst Linkziele, dann die Quellen, die Ihnen zustehen, dann die, die Sie sich erarbeiten.
- Monat 1 – Linkziele bauen: Pressebereich mit Fakten und Fotos, eine Über-uns-Seite mit Team und Geschichte, eine Seite, die Ihr Thema erklärt. Ohne diese Seiten verlinkt niemand gern.
- Monat 2 – Profile einsammeln: Förderprogramm, Accelerator, Investoren, Hochschule und regionales Startup-Netzwerk um ein Profil mit Link bitten. Jeden Eintrag mit dem Link-Checker prüfen. Verbände und Kammern ergänzen, siehe Verbände und Kammern als Linkquelle.
- Monat 3 – Wettbewerbe: zwei Wettbewerbe auswählen, deren Gewinner- oder Teilnehmerseiten Startups verlinken. Vorher eine Seite des Vorjahres ansehen; die Preisträgerseite des KfW Award Gründen 2025 verlinkte 16 Startups normal, in den Profilen des Deutschen Gründerpreises fanden wir keinen Link.
- Monat 4 – Finanzierungsrunde oder Meilenstein: Meldung mit Investoren abstimmen, fünf bis zehn Redaktionen gezielt ansprechen, Investoren um die Portfolio-Seite bitten.
- Monat 5 – Fachbeitrag und Expertenrolle: ein Gastbeitrag in einem Startup- oder Branchenmedium, zwei Antworten auf Expertenanfragen (siehe Expertenplattformen).
- Monat 6 – Bilanz: neue verweisende Domains zählen, Nennungen ohne Link nachfassen, fünf typische Kundenfragen in ChatGPT oder Perplexity stellen und notieren, ob Ihr Startup genannt wird.
Was nicht im Plan steht: Linkpakete, Verzeichnis-Massenanmeldungen und Linktausch mit anderen Startups aus dem Programm.
Was Sie nicht tun sollten
- Linktausch im Batch. Zehn Startups aus demselben Accelerator verlinken sich gegenseitig – das sieht nach Netzwerk aus und ist genau das, was Google als exzessiven Linktausch („Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“) beschreibt.
- Bewertungen auf Launch-Plattformen kaufen. Gefälschte Bewertungen oder deren Beauftragung sind nach Nr. 23c im Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG stets unzulässig. Ein ehrlicher Launch mit dem eigenen Netzwerk bringt mehr.
- Pressemitteilungen mit Keyword-Ankern streuen. Ein Linktext wie „beste Buchhaltungssoftware für Startups“ in einer breit verteilten Meldung ist nach Googles Richtlinien Link-Spam. Verlinken Sie mit dem Firmennamen.
- Jeden Zuschlag gleich behandeln. Ein Gründerpreis ohne Link ist gut für Ruf und Nennung, aber kein Ersatz für Portfolio-Profile. Planen Sie Wettbewerbe nach Aufwand und Nutzen, nicht nach Prestige.
- Linkpakete aus dem Marktplatz in den ersten Monaten. Für eine neue Domain mit wenigen Seiten ist das Risiko hoch und der Nutzen klein; die Linkkraft fließt auf eine Seite, die noch nichts zu bieten hat.
Beispiel-Rechnung: Seed-Startup mit Software-Produkt
Hinweis: Das Beispiel ist erfunden. Stundenzahlen, Stundensatz und Linkzahlen sind Annahmen beziehungsweise Erfahrungswerte, keine Zusage. Der Sponsored-Post-Preis entspricht einem öffentlichen Angebot aus unserer Erfassung.
Ein Software-Startup mit vier Personen, frisch aus einem Accelerator, erste Finanzierungsrunde abgeschlossen. Ausgangswert: fünf verweisende Domains. Die Zeit der Gründerin setzen wir mit 60 Euro je Stunde an – als Gegenwert der Arbeit, die in dieser Zeit liegen bleibt.
| Maßnahme (6 Monate) | Stunden | Fremdkosten | Neue verweisende Domains |
|---|---|---|---|
| Profile bei Programm, Accelerator, Investor, Netzwerk | 6 | 0 € | 3 bis 4 |
| Zwei Wettbewerbsbewerbungen | 16 | 0 € | 0 bis 2 |
| Spin-off-Liste oder Gründungszentrum der Hochschule | 3 | 0 € | 1 |
| PR zur Finanzierungsrunde, 10 Redaktionen | 20 | 0 € | 2 bis 4 |
| Partner- und Integrationsseiten | 8 | 0 € | 1 bis 2 |
| Gastbeitrag in einem Branchenmedium | 12 | 0 € | 0 bis 1 |
| Sponsored Post in einem Startup-Medium, gekennzeichnet | 2 | 950 € | 1 (sponsored) |
| Summe | 67 | 950 € | 8 bis 15 |
Die Rechnung: 67 Stunden mal 60 Euro ergeben 4.020 Euro, dazu 950 Euro Fremdkosten, zusammen 4.970 Euro. Geteilt durch 8 bis 15 neue verweisende Domains kostet jede zwischen rund 330 und 620 Euro. Aus fünf verweisenden Domains werden 13 bis 20 – und höchstens eine davon stammt aus einem Kauf.
Der Hebel liegt in der ersten Zeile: sechs Stunden für drei bis vier Links, weil die Beziehung schon besteht. Die teuerste Zeile pro Link ist der Gastbeitrag, die wertvollste für Kunden oft auch. Wer andere Annahmen durchrechnen will, nutzt den Link-ROI-Rechner.
Was das für Sie konkret heißt
Öffnen Sie heute die Portfolio- oder Profilseiten aller Programme, Investoren und Netzwerke, mit denen Sie schon zu tun hatten. Prüfen Sie drei Dinge: Gibt es Ihr Profil? Ist Ihre Website verlinkt? Steht ein nofollow am Link? Fehlt der Link, genügt meist eine kurze, freundliche Mail an die Programmverantwortlichen.
Legen Sie danach den Pressebereich auf Ihrer Website an. Er ist das Ziel für jeden Link, der aus Wettbewerben, Finanzierungsmeldungen und Gastbeiträgen entsteht.
Was das nicht leistet
Links ersetzen kein Produkt und keine Seite, die Suchende zufriedenstellt. Für ein junges Startup bringt der erste Kunde aus einem Fachbeitrag oft mehr als jede Ranking-Verbesserung. Und Linkaufbau wirkt langsam: Zwischen Profil, Ranking und Anfrage vergehen erfahrungsgemäß Monate.
Unsere Messung ist eine Stichprobe vom 26. Oktober 2026 mit einer bis sechs Seiten je Quelle, gemessen im ausgelieferten HTML. Per JavaScript geladene Inhalte fehlen, Portale ändern Attribute, und ob Google einen Link gewichtet, lässt sich von außen nicht messen. Die Rechtshinweise geben den Wortlaut der Vorschriften wieder und sind keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Welche Linkquellen haben Startups, die andere Unternehmen nicht haben?
Förderprogramme mit Erfolgsgeschichten, Accelerator- und Investoren-Portfolios, Gründerwettbewerbe, regionale Startup-Netzwerke und Startup-Medien. In unserer Messung vom 26. Oktober 2026 verlinkten 34 von 66 Startup-Profilen aus solchen Quellen die Website normal, also ohne nofollow.
Verlinken Gründerwettbewerbe die Gewinner?
Das ist sehr unterschiedlich. Die Preisträgerseite des KfW Award Gründen 2025 verlinkte 16 Startups normal, in sechs geprüften Profilen des Deutschen Gründerpreises fanden wir keinen Link. Sehen Sie sich vor der Bewerbung die Gewinnerseite des Vorjahres an.
Lohnt sich Product Hunt oder BetaList für Backlinks?
Für Linkkraft kaum. BetaList verlinkte in fünf von sechs geprüften Profilen nur über eine interne Weiterleitung mit nofollow. Product Hunt ließ sich aus unserer Messumgebung nicht abrufen. Für Sichtbarkeit, Feedback und erste Nutzer kann ein Launch trotzdem sinnvoll sein.
Sollte ein Startup Backlinks kaufen?
In den ersten Monaten selten. Bezahlte Links müssen laut Google rel="sponsored" oder rel="nofollow" tragen und werden dann in der Regel nicht fürs Ranking gewertet. Sinnvoller ist es, zuerst die kostenlosen Quellen aus Programmen, Investoren und Netzwerken zu nutzen; Kosten und Risiken stehen in Backlinks kaufen.
Darf ich Redaktionen zur Finanzierungsrunde per E-Mail anschreiben?
Gezielte, persönliche Hinweise an einzelne Redaktionen sind üblich. Massenversand von Werbe-Mails ohne Einwilligung ist dagegen nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG unzulässig. Die Abgrenzung erklärt Outreach-Mails für Linkanfragen.
Bringt eine Erwähnung ohne Link etwas?
Fürs klassische Ranking wenig, für KI-Suchen durchaus. ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersichten nennen Unternehmen, die in den Texten vorkommen, die sie auswerten – ein Link ist dafür keine Voraussetzung. Mehr dazu im GEO-Leitfaden.
