Tiered Linkbuilding: Wie es funktioniert und warum es selten lohnt
Die Idee klingt nach Ingenieurskunst: Ein guter Link zeigt auf Ihre Website. Damit er mehr Kraft weitergibt, bekommt die Seite, auf der er steht, ihrerseits Links. Und diese Links bekommen wieder Links. Fertig ist die Linkpyramide – im Fachjargon Tiered Linkbuilding.
Wir wollten wissen, warum die Idee so viele überzeugt, und haben nachgezählt: In einer Stichprobe vom 25. Oktober 2026 hatten 139 von 171 Artikelseiten aus 36 deutschsprachigen Fachmagazinen keine einzige verweisende Domain, die DataForSEO bekannt ist. Wer dort einen Link platziert, steht also meist auf einer Seite ohne eigene Links.
Trotzdem ist unsere Einordnung eindeutig: Risiko-Ampel Rot. Hier steht, wie die Methode aufgebaut ist, was Googles Spam-Richtlinien dazu sagen, warum sich Tier-2-Links wirtschaftlich selten tragen – und welche legitime Variante es gibt, die mit Spam nichts zu tun hat.
Kurz & knapp
- Tiered Linkbuilding ist mehrstufiger Linkaufbau: Links der zweiten und dritten Ebene (Tier 2, Tier 3) zeigen nicht auf Ihre Website, sondern auf Seiten, die Ihre Website verlinken, und sollen deren Linkkraft erhöhen.
- Google definiert Link-Spam als das Erstellen von Links „zu oder von einer Website“, hauptsächlich um das Ranking zu manipulieren, und nennt automatisierte Programme oder Dienste zum Linkaufbau ausdrücklich als Beispiel. Künstliche Tier-2-Links fallen darunter.
- In einer Linkship-Stichprobe vom 25. Oktober 2026 hatten 139 von 171 Artikelseiten aus 36 Fachmagazinen (81,3 %) keine bei DataForSEO bekannte verweisende Domain; nur 3 Seiten hatten fünf oder mehr.
- Seit Dezember 2022 neutralisiert Google unnatürliche Links nach eigener Aussage mit seinem System SpamBrain. Der häufigste Ausgang von Tier-2-Spam ist deshalb keine Strafe, sondern bezahlte Wirkungslosigkeit.
- Legitim ist es, echte Erwähnungen sichtbarer zu machen: einen Fachartikel über Ihr Unternehmen im Newsletter teilen, auf der Presseseite verlinken, Partner informieren. Die Grenze verläuft dort, wo Links nur für Suchmaschinen entstehen.
Was Tiered Linkbuilding ist
Tiered Linkbuilding (von englisch tier = Ebene, Stufe) bezeichnet Linkaufbau in mehreren Ebenen. Im Deutschen spricht man auch von einer Linkpyramide. Die Ebenen heißen Tier 1, Tier 2 und manchmal Tier 3, und jede zeigt auf die darüberliegende.
| Ebene | Wohin der Link zeigt | Typische Quellen in Angeboten | Gedachter Zweck |
|---|---|---|---|
| Tier 1 | auf Ihre Website | Gastartikel, Sponsored Posts, Fachportale | Linkkraft und Leser für Ihre Seite |
| Tier 2 | auf die Tier-1-Seiten | Web-2.0-Seiten, Profile, Lesezeichen, Kommentare | die Tier-1-Seite „stärken“ |
| Tier 3 | auf die Tier-2-Seiten | automatisch erzeugte Massenlinks | Tier-2-Seiten in den Index bringen |
Mit Web-2.0-Seiten sind kostenlose Blog- und Hosting-Plattformen gemeint, auf denen jeder in wenigen Minuten eine eigene Unterseite anlegen kann. In einer Linkpyramide entstehen sie nicht für Leser, sondern als Linkträger: ein paar Absätze Text, darin der Link auf die nächsthöhere Ebene.
Zwei Begriffe werden oft mit Tiered Linkbuilding vermischt. Ein PBN (Private Blog Network) ist ein Netz scheinbar unabhängiger Websites unter gemeinsamer Kontrolle, häufig auf abgelaufenen Domains. Es kann als Ebene einer Pyramide dienen, ist aber eine eigene Taktik – ausführlich in PBN: private Blognetzwerke. Ein Linkrad (englisch link wheel) ist eine Sonderform, bei der sich die Tier-2-Seiten zusätzlich im Kreis gegenseitig verlinken.
Eine Unterscheidung fehlt in vielen Erklärungen: Die Pyramide beschreibt eine Struktur, nicht die Qualität der einzelnen Links. Ein echter Fachartikel über Sie ist ein Tier-1-Link, auch wenn nie jemand dieses Wort benutzt. Problematisch werden die Ebenen darunter.
Die Idee dahinter – und wann sie theoretisch passt
Hinter der Pyramide steht das Prinzip, mit dem Google einst den PageRank beschrieben hat: Eine Seite gibt über ihre Links einen Teil ihrer Stärke weiter. Wer die Stärke der verlinkenden Seite erhöht, erhöht nach dieser Logik auch den Wert des Links, der von dort auf Sie zeigt. Wie Linkkraft fließt und wo sie versickert, erklärt Linkjuice: Wie Linkkraft fließt; durchspielen lässt sich das im PageRank-Simulator.
Rein theoretisch passt die Methode in genau eine Lage: Sie haben einen wertvollen Tier-1-Link auf einer Seite, die selbst kaum verlinkt ist, und wollen keine zusätzlichen Links direkt auf Ihre eigene Website setzen. Das ist auch das Versprechen der Anbieter: Das Risiko bleibe eine Ebene von Ihnen entfernt.
Zwei Annahmen tragen dieses Versprechen, und beide halten nicht. Erstens die Annahme, dass Linkkraft über zwei Stufen in nennenswerter Menge ankommt. Im PageRank-Modell teilt sich die Kraft einer Seite auf alle ihre Links auf, und bei jedem Schritt geht ein Teil verloren. Eine Tier-2-Seite gibt an die Tier-1-Seite nur einen Bruchteil weiter, und die gibt davon wieder nur einen Bruchteil an Sie. Zweitens die Annahme, dass Google Spam-Links auf fremden Seiten mitzählt, statt sie zu entwerten – dazu mehr bei der Risiko-Ampel.
Unsere Einordnung: Es gibt keine Lage, in der künstliche Tier-2-Links die bessere Wahl sind als ein zusätzlicher echter Link. Wer Budget für eine zweite Ebene hat, hat Budget für einen weiteren Tier-1-Link oder für einen Inhalt, den Redaktionen von sich aus verlinken.
Unsere Stichprobe: Die meisten Fachartikel haben keinen eigenen Link
Warum die Idee trotzdem verfängt, zeigt eine eigene Messung. Am 25. Oktober 2026 haben wir aus unserer Erfassung von 1.013 Fachmagazinen zufällig 40 Titel gezogen, alle mit einem Domain Rank (DataForSEO, 0–100) ab 30 und mindestens 1.000 geschätzten Besuchen im Monat. Je Magazin haben wir aus der XML-Sitemap fünf Seiten ausgewählt, die zuletzt zwischen Januar 2024 und Juni 2025 geändert wurden. Alle Seiten waren also seit mindestens 16 Monaten online.
Für diese 200 Adressen haben wir bei DataForSEO abgefragt, wie viele fremde Domains auf genau diese Seite verlinken. 29 Adressen waren keine Artikel, sondern Autorenseiten, Heftarchive, Abo- und Eventseiten oder englischsprachige Hilfeseiten. Sie fließen in die Hauptauswertung nicht ein. Es bleiben 171 Artikelseiten aus 36 Magazinen.
| Verweisende Domains je Artikelseite | Seiten | Anteil |
|---|---|---|
| keine | 139 | 81,3 % |
| eine | 21 | 12,3 % |
| zwei bis vier | 8 | 4,7 % |
| fünf oder mehr | 3 | 1,8 % |
| Summe | 171 | 100 % |
Der Median liegt bei null, das Maximum bei acht verweisenden Domains. Zählt man nur Domains, die einen normalen Link ohne nofollow setzen, stehen 142 der 171 Seiten (83,0 %) ohne einen einzigen da. Mit allen 200 Adressen ändert sich das Bild kaum: 160 ohne verweisende Domain, also 80,0 %.
Die Magazine selbst sind dagegen gut verlinkt. Die 36 Domains kommen im Median auf rund 1.330 verweisende Domains und einen Domain Rank von 51. Die Stärke liegt also bei der Domain, nicht bei der einzelnen Artikelseite.
Für die Deutung ist das wichtig: Eine Artikelseite ohne eigene Backlinks ist nicht wertlos. Sie erbt Stärke über die interne Verlinkung des Magazins – Startseite, Rubriken, verwandte Artikel. Genau diese Lücke zwischen starker Domain und unverlinkter Einzelseite ist aber das Verkaufsargument für Tier 2: „Ihr Gastartikel hat keine eigenen Links, wir geben ihm welche.“
Wie eine Linkpyramide aufgebaut ist
Wir beschreiben den Aufbau, damit Sie ihn in Angeboten und im eigenen Linkprofil erkennen – nicht, damit Sie ihn nachbauen. Eine Anleitung, Werkzeuge oder Bezugsquellen finden Sie hier bewusst nicht.
- Die Spitze: Ihre Zielseite, meist eine Produkt-, Kategorie- oder Leistungsseite, die für einen umkämpften Suchbegriff ranken soll.
- Tier 1: eine überschaubare Zahl von Links, häufig gekaufte Gastartikel oder Sponsored Posts, oft mit dem Suchbegriff als Ankertext.
- Tier 2: ein Vielfaches davon – je Tier-1-Seite Dutzende Links von Web-2.0-Seiten, Profilen, Lesezeichendiensten oder aus Kommentaren. Die Texte entstehen in der Regel automatisiert.
- Tier 3: Massenlinks aus Software, deren einziger Zweck ist, dass Suchmaschinen die Tier-2-Seiten überhaupt finden.
Nach unserer Erfahrung verraten sich Pyramiden an drei Merkmalen. Die unteren Ebenen haben keine Leser und keinen Zweck außer dem Link. Sie entstehen in Wellen, oft innerhalb weniger Tage. Und sie tragen auffällig ähnliche Ankertexte. Die allgemeinen Muster von Linknetzwerken – gemeinsame Technik, Themenmix, fehlender Traffic – beschreibt Linknetzwerke erkennen: 9 Muster.
Ein Detail wird oft übersehen: Die Spam-Links der zweiten Ebene zeigen auf die Seiten eines Dritten – auf das Magazin, das Ihren Gastartikel veröffentlicht hat. Sie laden also Spam bei einem Verlag ab, mit dem Sie eigentlich eine Beziehung aufbauen wollten. Bemerkt die Redaktion das, ist diese Beziehung in aller Regel beendet.
Aufwand und Kosten im Überblick
Was eine Linkpyramide kostet, hängt fast vollständig an der Tier-1-Ebene. Die unteren Ebenen sind billig, gerade weil sie automatisiert entstehen. Die Tabelle trennt belegte Preise von Annahmen.
| Posten | Kosten oder Aufwand | Grundlage |
|---|---|---|
| Tier 1: bezahlter Artikel in einem Fachmagazin | Median 1.935 € netto | Linkpreis-Index DACH, Stand September 2026 |
| Tier 1: bezahlter Artikel in einem Regionalmedium | Median 800 € netto | Linkpreis-Index DACH, Stand September 2026 |
| Tier 2: Web-2.0-Seite, von Hand angelegt, mit Text | 10 bis 30 € je Seite | Annahme: 20 bis 45 Minuten Arbeit inklusive Text |
| Tier 2 und 3: Links aus Software oder Paketen | Cent-Beträge je Link | Annahme; Paketpreise wie „100 Links für 49 €“ |
| Nachbau gelöschter Tier-2-Seiten | laufend, jedes Jahr | Ausfallquote nicht belegt, Annahme im Rechenbeispiel |
| Prüfung und Bereinigung im Ernstfall | 10 bis 40 Stunden | Erfahrungswert für Audit und Disavow-Datei |
Die Preise für Tier 1 stammen aus dem Linkpreis-Index DACH, unserer Auswertung der Mediadaten von 781 Fachmagazinen. Für die unteren Ebenen gibt es keine verlässliche Preisstatistik, deshalb stehen dort Annahmen. Warum Massenpakete zu Cent-Preisen nur automatisiert entstehen können, erklärt Günstige Backlink-Pakete: Was dahintersteckt.
Risiko-Ampel: Rot – was Googles Spam-Richtlinien sagen
Risiko-Ampel: Rot. Künstliche Tier-2- und Tier-3-Links erfüllen gleich mehrere Beispiele aus Googles Spam-Richtlinien. Eine Variante dieser Ebenen, die mit den Richtlinien vereinbar wäre, gibt es nicht.
Google definiert Link-Spam als „das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren“ (Google: Spamrichtlinien, Abschnitt Link-Spam, Stand der deutschen Fassung 2. September 2026). Die Formulierung „zu oder von“ ist für Tiered Linkbuilding entscheidend. Es kommt nicht darauf an, ob der Spam-Link direkt auf Ihre Website zeigt. Maßgeblich ist der Zweck.
Aus der Beispielliste derselben Seite treffen mehrere Punkte direkt auf die unteren Ebenen zu:
- „Verwendung automatisierter Programme oder Dienste, um Links zu deiner Website zu erstellen“ – das Kernwerkzeug von Tier 2 und Tier 3.
- Links aus Verzeichnissen und Lesezeichendiensten geringer Qualität – in der deutschen Fassung als „Sitelinks zu Verzeichnissen oder Lesezeichen von geringer Qualität“ übersetzt.
- „Forumkommentare mit optimierten Links im Beitrag oder in der Signatur“.
- „Erstellen minderwertiger Inhalte in erster Linie zum Zweck der Manipulation von Verlinkungs- und Rankingsignalen“ – die Beschreibung der typischen Web-2.0-Seite einer Pyramide.
Dazu kommen zwei weitere Kategorien derselben Richtlinie. Unter nutzergeneriertem Spam nennt Google „Spamkonten bei Hostingdiensten, die für jeden zugänglich sind“. Unter Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten steht das „Erstellen mehrerer Websites mit der Absicht, die Skalierung des Inhalts zu verbergen“.
Was im Ernstfall passiert
Seit dem Link-Spam-Update vom 14. Dezember 2022 setzt Google nach eigener Aussage sein KI-System SpamBrain ein, um die Wirkung unnatürlicher Links zu neutralisieren. Es erkennt laut Google sowohl Websites, die Links kaufen, als auch Websites, die zum Weitergeben ausgehender Links genutzt werden (Google Search Central Blog: December 2022 link spam update). Für Tier 2 heißt das: Im häufigsten Fall zählen die Links schlicht nicht. Das Geld ist weg, sonst passiert nichts Sichtbares.
Teurer wird eine manuelle Maßnahme. Die Search Console meldet sie als „Unnatürliche Links zu Ihrer Website“; laut Google kann sie einen Teil der Website oder die gesamte Website betreffen (Google: Bericht „Manuelle Maßnahmen“). Wie Sie darauf reagieren, beschreiben Manuelle Maßnahme aufheben und Disavow Tool: wann Sie Links entwerten sollten.
Und Google arbeitet laufend nach. Das Google Search Status Dashboard verzeichnet für 2026 bis Ende Oktober vier Spam-Updates: im März, im Juni, im August und zuletzt vom 24. September bis 8. Oktober. Wie Sie ein Spam-Update von einem Core Update unterscheiden, zeigt Core Update oder Spam-Update?.
Wo Tiered Linkbuilding im Gesamtbild der Methoden steht, ordnet Black-Hat-SEO vs. White-Hat-SEO ein. Alle Beispiele aus Googles Richtlinie mit Praxisfällen bespricht Google Link-Spam-Richtlinien: Was erlaubt ist. Auch für die KI-Suche gibt es keinen Umweg: Google zählt in seiner Spam-Definition ausdrücklich den Versuch dazu, Antworten der generativen KI in der Google Suche zu manipulieren.
Rechenbeispiel: Warum sich Tier-2-Spam selten trägt
Hinweis: Das Beispiel ist erfunden. Belegt ist nur der Medianpreis aus dem Linkpreis-Index. Alle übrigen Werte sind Annahmen, die wir bewusst günstig für die Pyramide angesetzt haben.
Ein Online-Shop für Werkzeug hat fünf bezahlte Artikel in Branchenmagazinen platziert, jeweils zum Medianpreis von 1.935 Euro. In der Tier-1-Ebene stecken also 9.675 Euro. Ein Anbieter schlägt vor, jeden Artikel mit 40 Tier-2-Seiten zu „stärken“.
| Posten | Annahme | Betrag im ersten Jahr |
|---|---|---|
| Tier-2-Seiten anlegen | 5 × 40 Seiten à 15 € | 3.000 € |
| Nachbau gelöschter Seiten | 30 % Ausfall im Jahr = 60 Seiten à 15 € | 900 € |
| Überwachung | 1 Stunde im Monat à 80 € | 960 € |
| Zwischensumme Tier 2 | 4.860 € | |
| Erwartete Kosten für den Ernstfall | 15 % Wahrscheinlichkeit × 30 Stunden Audit und Disavow à 80 € | 360 € |
| Gesamt mit Risikoaufschlag | 5.220 € |
Dem steht ein Nutzen gegenüber, den niemand beziffern kann – und der nach Googles eigener Darstellung im Regelfall null ist, weil SpamBrain solche Links neutralisiert. Selbst wenn ein Teil wirken sollte: Die Kraft muss über zwei Stufen fließen und kommt nur als Bruchteil bei Ihnen an.
Die Alternative mit demselben Geld: 5.220 Euro entsprechen 2,7 weiteren Fachartikeln zum Medianpreis – mit echten Lesern und einer Nennung im passenden Umfeld. Oder einer kleinen eigenen Erhebung, die Redaktionen von sich aus zitieren; wie das geht, zeigt Datenstudie als Linkmagnet.
Noch deutlicher kippt die Rechnung über die Zeit. Ein Fachartikel bleibt meist lange online; alle Seiten unserer Stichprobe waren es seit mindestens 16 Monaten. Tier-2-Seiten auf fremden Plattformen existieren dagegen nur so lange, wie der Plattformbetreiber sie duldet. Die Pyramide ist damit kein Investment, sondern ein Abo mit Kosten in jedem Jahr.
Unsere Empfehlung: Enthält ein Angebot Tier-2-Links – oft umschrieben als „Verstärkung“ oder „Indexierungshilfe“ –, streichen Sie diesen Posten. Fragen Sie schriftlich, ob der Anbieter zusätzliche Links auf Ihre Tier-1-Seiten setzt. Ein seriöser Anbieter verneint das ohne Zögern.
Die legitime Variante: echte Erwähnungen sichtbarer machen
Es gibt eine Form der zweiten Ebene, gegen die nichts spricht – auch wenn sie niemand so nennt. Ein Fachmagazin berichtet über Ihr Unternehmen, Ihre Studie oder Ihr Projekt. Unsere Stichprobe legt nahe: Dieser Artikel hat mit hoher Wahrscheinlichkeit keine eigenen Links. Sie können dafür sorgen, dass ihn mehr Menschen lesen und dass dabei echte Verweise entstehen.
- Newsletter und soziale Netzwerke: Teilen Sie den Artikel mit Kunden und Kontakten. Das bringt Leser, und manche davon verweisen später selbst darauf.
- Presseseite: Verlinken Sie den Artikel unter „Wir in den Medien“. Google entdeckt neue Seiten laut eigener Dokumentation unter anderem über Links von bereits bekannten Seiten (So funktioniert die Google Suche). Das ist Ihr Link auf eine fremde Seite – keine Gegenleistung und keine Absprache.
- Eigene Pressearbeit: Greifen Sie den Artikel in einer Meldung, einem Vortrag oder einem Beitrag für Ihren Verband auf. Wie das im kleinen Rahmen funktioniert, steht in Pressearbeit für kleine Unternehmen.
- Partner informieren: Hochschule, Verband, Projektkunde – wer im Artikel vorkommt, teilt ihn oft gern und verlinkt ihn auf der eigenen Website, weil er selbst darin gut wegkommt.
Der Unterschied zur Pyramide liegt nicht in der Technik, sondern im Zweck. Hier entsteht Aufmerksamkeit, die auch ohne Suchmaschine Sinn ergibt: Menschen lesen den Artikel. Die Links, die dabei entstehen, setzen Menschen, die ihn für lesenswert halten.
Die Grenze in einem Satz: Alles, was Sie auch täten, wenn es Google nicht gäbe, ist Unterstützung einer echten Erwähnung. Alles, was nur existiert, damit eine Suchmaschine einen Link zählt, ist Link-Spam – egal, auf welcher Ebene er sitzt.
Zwei Dinge bleiben dabei tabu: gekaufte oder automatisch erzeugte Links auf den Artikel und Absprachen nach dem Muster „Ich verlinke Ihren Artikel, wenn Sie den Ankertext ändern“. Das eine ist Tier 2 im engen Sinn, das andere Linktausch.
Für die KI-Suche ist die legitime Variante ohnehin die einzige, die zählt. Linkbuilding braucht für Ranking-Signale einen Link; für eine Nennung in KI-Antworten genügt die Erwähnung im Fachartikel selbst. Ob eine Web-2.0-Seite auf diesen Artikel verlinkt, ändert an der Erwähnung nichts. Wie Sie gezielt Erwähnungen aufbauen, zeigt Brand Mentions aufbauen; weitere saubere Wege zu Links sammelt Backlinks aufbauen: 12 Strategien.
Was das für Sie konkret heißt
Öffnen Sie Ihre letzten Agenturberichte und Angebote und suchen Sie nach „Tier 2“, „Tier 3“, „Verstärkung“ oder „Indexierung“. Steht dort etwas, lassen Sie sich schriftlich auflisten, welche Links auf welche Seiten gesetzt wurden, und streichen Sie den Posten für die Zukunft.
Dann nehmen Sie den besten Artikel, der in den letzten zwölf Monaten über Ihr Unternehmen erschienen ist, und tun drei Dinge: im nächsten Newsletter teilen, auf der Presseseite verlinken, die im Artikel genannten Partner informieren. Wurden Sie dort nur genannt, aber nicht verlinkt, hilft Unverlinkte Markennennungen in Backlinks verwandeln. Das kostet eine Stunde und ist die Version der zweiten Ebene, mit der Google kein Problem hat.
Was das nicht leistet
Unsere Stichprobe umfasst 40 zufällig gezogene Magazine mit je fünf Seiten. Die Auswahl über das Änderungsdatum in der Sitemap ist eine Näherung an das Alter eines Artikels, nicht sein Erscheinungsdatum. DataForSEO kennt nicht jeden Link im Netz, andere Werkzeuge zählen anders, und interne Links des Magazins sind bewusst nicht erfasst. Ob bezahlte Gastartikel anders verlinkt sind als redaktionelle Beiträge, haben wir nicht getrennt ausgewertet.
Ob ein einzelner Tier-2-Link bei Google Wirkung entfaltet, lässt sich von außen nicht messen; Google veröffentlicht keine Quoten, wie viele Spam-Links SpamBrain neutralisiert. Die Kosten, Ausfallquote und Ernstfall-Wahrscheinlichkeit im Rechenbeispiel sind Annahmen. Belegt ist, wie Google die Methode einordnet – und daran ändert keine Rechnung etwas.
Häufige Fragen
Was ist Tiered Linkbuilding?
Tiered Linkbuilding ist Linkaufbau in mehreren Ebenen, auch Linkpyramide genannt. Tier-1-Links zeigen auf Ihre Website, Tier-2-Links auf die Seiten mit diesen Tier-1-Links, Tier-3-Links wiederum auf die Tier-2-Seiten. Ziel ist, die Linkkraft der oberen Ebene künstlich zu erhöhen.
Was sind Tier-2-Backlinks?
Tier-2-Backlinks sind Links, die nicht auf Ihre eigene Website zeigen, sondern auf eine Seite, die Sie verlinkt – etwa auf einen Gastartikel. Sie stammen meist von Web-2.0-Seiten, Profilen, Lesezeichendiensten oder Kommentaren und entstehen überwiegend automatisiert. Google zählt solche Links zu Link-Spam.
Verstößt Tiered Linkbuilding gegen Googles Richtlinien?
Ja, in der üblichen Form. Google definiert Link-Spam als Links „zu oder von einer Website“, die hauptsächlich das Ranking manipulieren sollen, und nennt automatisierte Programme oder Dienste zum Linkaufbau sowie minderwertige Inhalte zur Manipulation von Linksignalen ausdrücklich als Beispiele. Die Details stehen in Google Link-Spam-Richtlinien.
Kann Tier-2-Spam meiner Website schaden, wenn er gar nicht auf sie zeigt?
Im häufigsten Fall verpufft er: Google neutralisiert unnatürliche Links seit Dezember 2022 nach eigener Aussage mit SpamBrain. Ist die Pyramide als Ganzes erkennbar, kann zusätzlich eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links folgen, die laut Google einen Teil oder die gesamte Website betreffen kann.
Darf ich einen Artikel über mein Unternehmen selbst teilen und verlinken?
Ja. Einen echten Fachartikel im Newsletter zu teilen, auf der eigenen Presseseite zu verlinken oder Partner darauf hinzuweisen, ist normale Öffentlichkeitsarbeit. Tabu sind gekaufte oder automatisch erzeugte Links auf den Artikel und Absprachen, bei denen Links gegen Links getauscht werden.
Was ist der Unterschied zwischen Tiered Linkbuilding und einem PBN?
Ein PBN ist ein Netz scheinbar unabhängiger Websites unter gemeinsamer Kontrolle, oft auf abgelaufenen Domains. Tiered Linkbuilding beschreibt dagegen eine Struktur in Ebenen. Ein PBN kann eine dieser Ebenen bilden; beides fällt unter Googles Link-Spam-Richtlinien. Mehr dazu in PBN: private Blognetzwerke.
